Bekanntlich hat die jetzt in Solothurn wohnhafte Lommiswiler Mountainbike-Weltklassefahrerin Nathalie Schneitter mit 30 Jahren auf Ende dieser Saison ihren Rücktritt vom Spitzensport, das heisst aus der Nationalmannschaft und dem Weltcup, bekannt gegeben. Zum letzten Fanclub-Abend der Juniorinnen-Weltmeisterin 2004, U23-Europameisterin 2008 und Olympia-Fünfzehnten in Peking konnten ihr Vater Edi und der Präsident des Fanclubs, Bruno Huber aus Grenchen, noch einmal weit über 100 Mitglieder und Sponsoren in Solothurn begrüssen.

So auch den 40-fachen Teilnehmer des Engadin Skimarathons, den Unternehmer Markus Graf, der zuletzt im Rückblick auf Schneitters Karriere betonte, wie wichtig im Spitzensport der Rückhalt in der Familie sei. Graf, der am Anfang der Karriere der Solothurner Weltklasseathletin vor allem ihren Vater Edi in Sachen Sponsoring beraten hatte, bezeichnete Nathalie Schneitter als selbstbewusste Frau, die ihren Weg beruflich machen wird.

Unter den Gästen war auch der Physiotherapeut der Mountainbike-Nati, der Kriegstetter Bertrik Kuik, der diese Aufgabe schon seit 20 Jahren versieht und Nathalie schon seit ihrer Aufnahme ins Nationalkader kurz nach der Jahrhundertwende kennt. Dabei war aber auch der Derendinger Reto Burki, bei dem Nathalie Schneitter als Schülerin in seinem Geschäft Tropical Inlineschuhe kaufen wollte. Burki sagte damals, dass er kein solches Sportgerät anbieten könne, aber dafür ein Mountainbike. So begann die Karriere der späteren Spitzensportlerin aus dem Leberberg eigentlich eher durch einen Zufall.

Viele Erfolge und fataler Sturz

Aber auch der Erfolgstrainer von Olympiasieger Nino Schurter, der Bieler Nicolas Siegenthaler, war zusammen mit seiner Tochter Emily da. Diese war in der Juniorinnen-Zeit eine der grössten Gegnerinnen von Nathalie Schneitter, konzentrierte sich aber dann auf die Disziplin Downhill. Bei ihrem Karriere-Rückblick untermauerte Nathalie Schneitter ihren interessanten Vortrag mit vielen Bildern und einem Film. So erzählte sie auch von einem Olympia-Vorbereitungsrennen 2008 in der Bretagne an einem Samstag, wo sie in Paris den Fluganschluss verpasst hatte und am Schluss am Sonntag dennoch mit einem Helikopterflug von Basel-Mühlhausen nach Seon AG wenige Minuten vor dem Start eintraf und in der Folge Schweizer Meisterin im MTB Cross Country U23 wurde.

2010 feierte die ausdauernde Solothurnerin in Champéry VS ihren einzigen Weltcupsieg in der Elite. Nathalie Schneitter erwähnte auch ihre erfolgreichste Saison 2011 bei den Elite-Frauen, als sie im freiburgischen Plaffeien bei Regenwetter Schweizer Meisterin geworden war.

Einen der wichtigsten Erfolge vergass aber Nathalie Schneitter. Am 31. August 2011 holte Nathalie Schneitter zusammen mit Nino Schurter, Lars Forster und dem damaligen U23-Weltmeister Thomas Litscher im Team Relay hinter Frankreich, aber vor Italien mit ihrer damaligen Teamkollegin Eva Lechner WM-Silber. Einer der ersten Gratulanten von Nathalie Schneitter in der Walliser Ski Station Champéry war damals Armeechef André Blattmann und im Schweizer Fernsehen war sie ebenfalls live zu sehen und hören. Ein Jahr später folgte beim letzten Olympia-Selektionsrennen für London beim Weltcup in La Bresse in den französischen Vogesen ein spektakulärer Sturz.

Dabei zog sie sich einen Bruch am rechten Oberarm zu. Dies war ein schwerer Rückschlag in ihrer sonst so erfolgreichen Karriere. «2015 wechselte ich dann vom italienischen Colnago Team, dem ich sieben Jahre angehört hatte, zum deutschen Rose Team. Ein Erfolg war im letzten Jahr dann vor allem meine Silbermedaille an der Heim-Schweizer-Meisterschaft in Langendorf. Bis kurz vor dem Ziel kämpfte ich gegen Kathrin Stirnemann noch um den Titel. Sehr viele Fans und auch die Gemeinde Lommiswil hatten mich unterstützt.»

Dritte war damals übrigens niemand anders als Jolanda Neff. «In diesem Jahr war mein 10. Platz bei meiner ersten Teilnahme an der Marathon-WM in Frankreich eines meiner besten Resultate. Jetzt habe ich Lust auf Abenteuer und Spontaneität. So fahre ich am 26. Dezember wieder beim Quer in Dagmersellen mit und vielleicht auch im Dezember beim Quer in Sion.» Nathalie Schneitter, die seit Oktober bei der Event-Organisation der Solothurner Bike Days mitarbeitet, sprach zum Schluss ihrer «mega schönen Karriere», wie sie betonte, einen grossen Dank an alle Sponsoren und Fans aus, die ihr so die Ausübung ihres Sports ermöglicht hatten.