Seit dem Beginn ihres Bachelorstudiums wohnt die Mountainbikerin in der Rheinstadt. Das Studium an der Universität Basel, das tägliche Pendeln nach Lommiswil und das Training zu Hause konnte die Solothurnerin nicht mehr unter einen Hut bringen: «Als ich zu Hause war, war es immer schon dunkel. Dies machte ein Training praktisch unmöglich und risikoreich.»

Deshalb entschied sie sich noch im zweiten Semester (2007), nach Basel zu ziehen. Richtig Wurzeln schlagen konnte sie dort allerdings noch nicht. «Ich habe viele Solothurner Kollegen und bin ständig unterwegs. Die Wohnung in Basel ist rein zweckmässig», so die 27-Jährige. Die Trainingsbedingungen sind für Rennvelo-Einheiten optimal, allerdings zum Biken eher schwieriger. Bis vor kurzem konnte die Solothurnerin mit Katrin Leumann auch ein Teil ihrer Trainingseinheiten absolvieren. Dies ist nach dem Wegzug von Leumann an den Zürichsee nicht mehr möglich.

Kalender bestimmt über Stundenplan

In diesem Winter beginnt Schneitter das Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften. Priorität habe für sie aber weiterhin der Sport. So kam es auch, dass sie ihren Stundenplan so zusammengestellt hat, wie es der Sport zulässt: «Ich kann oftmals nicht das studieren, was mich eigentlich interessiert, sondern muss Vorlesungen belegen, bei denen die Prüfungsdaten in meinen Kalender passen», erklärt die Solothurnerin.

Reisen, was das Zeug hält

Dass der Spagat zwischen Spitzensport und Ausbildung nicht immer einfach zu meistern ist, macht das Programm der sympathischen Sportlerin deutlich. Ende Januar war sie drei Wochen im Trainingslager auf Gran Canaria, nächste Woche geht es mit ihrem italienischen Team (Colnago) an den Gardasee, dann an ein Etappen-Rennen nach Zypern und schliesslich Anfang März in die Toskana.

Zu Hause ist die Mountainbikerin daher selten: «Ich habe mein Studium auch so gewählt, dass ich nicht präsent sein muss. Für meine Familie und Freunde ist es sicherlich schwierig, da es kurzfristige Änderungen geben kann.» Abseits des Leistungssportes einen mentalen Ausgleich zu haben, ist ihr wichtig. «Ich habe das Profileben zwei Jahre genossen, trotzdem habe ich das Gefühl, dass es mir guttut, auch mein Gehirn zu trainieren.»

Letztes Jahr im Übertraining

In der letzten Saison konnte Schneitter im Weltcup nicht vorne mitmischen. Die Gründe dafür sind schnell gefunden: «Nach meinem Armbruch 2012 dachte ich: Mehr ist besser. Dies hat sich aber als Fehler herauskristallisiert und ich landete bereits im Februar im Übertraining. In Anbetracht dieser Ausgangslage bin ich mit dem 6. Platz im Sprintweltcup in Andorra und dem 15. Rang an der WM zufrieden.»

Die WM als Fernziel

Aus der letzten Saison hat sie allen Anschein nach gelernt. Sie mache nun mehr Ruhepausen und halte sich an den Plan, meint sie. Ausserdem wird die Sportlerin dieses Jahr nicht viele Etappen-Rennen bestreiten. «Die bis zu dreieinhalb Stunden langen Wettkämpfe sind wichtig als Grundlage. Ich möchte für die Sprintrennen aber spritzig bleiben, deshalb sind zu lange Rennen kontraproduktiv», ist sich Schneitter sicher.

Diese Saison setzt sich die Wahlbaslerin realistische Ziele. Im Mai finden zwei Weltcuprennen und die Europameisterschaft innerhalb von drei Wochen statt. Das Fernziel ist aber die Weltmeisterschaft im norwegischen Hafjell. Was Podestplätze anbelangt, zeigt sich die 27-Jährige allerdings zurückhaltend. «Mein Ziel ist es, den Anschluss an die Top 10 zu finden und konstant zu fahren», ist sie realistisch.