Mountainbike
Nathalie Schneitter musste im Heimrennen leiden und wurde nur Sechste

Die Einheimische Nathalie Schneitter ist formmässig noch nicht da, wo sie sein möchte. Nach der gravierenden Verletzung vor einem Jahr ist der Weg zurück an die Spitze im wahrsten Sinne sumpfig und hart.

Michael Schenk
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Bike Days in Solothurn
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Julien Absalon führt das Feld der Männer nach dem Start an.
Esther Suess aus Küttigen gewinnt bei den Frauen.
Julien Absalon, Florian Vogel, Lukas Flueckiger, Nino Schurter (von links) in der Spitzengruppe.
Nathalie Schneitter kämpft sich durch den Dreck.
Mathias Flückiger aus Ochleberg in der Verfolgergruppe.
Lukas Flückiger geniesst die letzten sauberen Momente vor dem Start.
Katrin Leumann unterwegs bei misslichen Bedingungen.
Der spätere Sieger Nino Schurter vor dem Rennen.
Andreas Moser (rechts) während des Männerrennens.
Lukas Flückiger (Mitte) auf der Verfolgung von Vogel und Schurter.

Bike Days in Solothurn

Marcel Bieri

Cross Country Mountainbike bei feucht-fröhlichem Wetter auf «pflotischgem und pfludigem» Gelände ist, wenn am Start ein buntes Feld von völlig individuell aussehenden Fahrerinnen und Fahrern steht und im Ziel alle samt und sonders tupf genau gleich aussehen: Wie gut durchgebratene Cordon Bleus nämlich – aussen braun, innen weiss.

Am besten mit den schwierigen Verhältnissen kamen an den Bike Days in Solothurn, der dritten Station des BMC-Cups, die Aargauerin Esther Süss und Weltmeister und Seriensieger Nino Schurter klar. «Ich weiss nie genau, wann ich antreten soll. Darum hab ich es in der zweiten Runde einfach einmal versucht und bin zu meinem Erstaunen problemlos weggekommen», freute sich die bereits 39-jährige Süss im Ziel.

Die Küttigerin setzte sich «finalement» hoch überlegen vor ihrer Aargauer «Kantonsmännin» Kathrin Stirnimann und der Baslerin Katrin Leumann durch. Für Süss war es der vierte Erfolg in Solothurn «en suite». Es sei immer wieder schön, zu gewinnen. Und: «Ich tue mein Bestes, damit mich die anderen nicht einholen, obwohl sie dies mit Sicherheit möchten», hält die Olympia-Fünfte von London fest. Jetzt hoffe sie, so Süss, ihre gute Form in die nächsten Rennen mitnehmen zu können. Am nächsten Wochenende steht für die Vizeweltmeisterin des letzten Jahres die Martathon-WM in Singen auf dem Programm. Eine Woche darauf fällt dann in Albstadt der Startschuss zum Weltcup.

Nicht nach Herzenswunsch lief es der Einheimischen Nathalie Schneitter. Die Siegerin der Bike Days anno 2009 fuhr auf den sechsten Rang. Nach einem Sturz in der letzten Runde, der glimpflich ausging, musste Schneitter der 18-jährigen Andrea Waldis noch Platz fünf überlassen. «Gewiss hätte ich mir für mich und die vielen Fans an der Strecke mehr erwünscht und erhofft», hält die 26-jährige Solothurnerin fest.

Schneitter will sich noch nicht abschreiben

Doch jetzt sei eben auch Geduld gefragt. Nach einem schweren Sturz vor rund einem Jahr in La Bresse (Fr), bei dem sie sich den Arm brach und ihre Olympia-Träume begrub, kämpft sich die Junioren-Weltmeisterin von 2004 langsam wieder an die Weltspitze zurück. «Um ganz vorne mitzuhalten, war ich diesmal noch zu wenig stark. Ich konnte das Loch, das sich nach der ersten Runde aufgetan hatte, nicht mehr zustrampeln. Aber vom Gefühl her geht es deutlich aufwärts», fand die Lommiswilerin im Ziel das Gute im Desillusionierenden.

Mitte März hatte Schneitter schweren Herzens auf den Start am Cape Epic in Südafrika verzichten müssen. Das härteste MTB-Etappenrennen der Welt – quasi die Tour de France der Mountainbiker – also. Sie hatte sich für diese Tor-Tour nicht fit genug gefühlt. «Ich war sehr oft sehr müde in letzter Zeit, auch im Training. Das hat sich inzwischen sehr gebessert», sagt die Fahrerin vom Team Cologna Südtirol.

Eine kämpferische Fahrerin notabene: «Abschreiben sollte man mich auf jeden Fall noch nicht.» Abschreiben im Hinblick auf den Weltcup-Start in zwei Wochen und dann vor allem auch die EM im Juni in Bern auf dem Gurten. Ganz nach dem Motto: Wer abschreibt, wird bestraft. Das ist in der Schule nicht anders als im Mountainbiker-Alltag.