2. Liga Solothurn
Nahrung für die Winterpause - Illiria siegt verdient

Iliria gewinnt souverän mit 3:0 und überholt Deitingen. «Für uns Albaner ist es wichtig, dass wir uns in der 2. Liga in einem positiven Licht zeigen können», sagt Illiria-Präsident Kuci. Es sind dies wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

Hans Peter Schläfli
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Bildergalerie: Illiria - Deitingen
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Ilirias Captain Mead Demiri lässt sich nach seinem 2:0 feiern.
Ilirias Alban Jahiu gegen den Deitinger Chrstian Heid.
Der Deitinger David Fluri, umzingelt von einer ilirischen Übermacht (links Shaban Arifi).
Das Mittelfeldduell zwischen Tobias Stalder und Ilirias Shaban Arifi (rechts).
Der Deitinger Raphael Stalder im Zweikampf mit Ilirias Burim Raimi.

Bildergalerie: Illiria - Deitingen

Hans Peter Schläfli

Ein Sieg vor der Winterpause ist im Kampf gegen den Abstieg doppelt wertvoll, weil man daraus noch monatelang Kraft ziehen kann. Entsprechend gingen Iliria und Deitingen mit einer vorsichtigen bis defensiven Einstellung in das Spiel. Beide Seiten hofften auf Konter, wobei Deitingen die erste wirklich gute Torchance herausholte. Aber Cedric Nesti konnte die schwierig anzunehmende Flanke nicht verwerten.

Tödlicher Fehlpass

Wer hätte bereits in der 5. Minute gedacht, dass es das schon war für die Gäste? Denn kurz darauf folgte die entscheidende Szene: Spielertrainer Perparim Redzepi schnappt sich nach einem tödlichen Fehlpass den Ball, marschiert damit Richtung Tor, umkurvt auch noch Goalie Franco Kissling und schiesst das 1:0. «Damit war meine Taktik, schnelles Umschalten und Kontern, bereits über den Haufen geworfen», kommentierte nach dem Schlusspfiff Deitingens Trainer Valentin Moser den frühen Rückstand.

Den Anwesenden wollte er keinen Vorwurf machen, Mosers Kritik ging in eine andere Richtung: «So etwas passiert eben dann, wenn man die halbe Defensive umstellen muss, weil einige Spieler mitten in der Saison in die Ferien gehen.»

Illiria agiert kaltblütig

Das Führungstor spielte Iliria sämtliche Trümpfe in die Hand, weil sie nichts mehr zu riskieren brauchten. Die beiden Mannschaften neutralisierten sich danach weitgehend im Mittelfeld. Es wurde fast etwas langweilig auf dem Mittleren Brühl. Erst in der 56. Minute war wieder etwas Nennenswertes los: Kushtrim Sopi setzte sich am linken Flügel mit einem trockenen Antritt durch und flankte in die Mitte, wo Goalgetter Mead Demiri nur noch den Fuss hinhalten musste um das 2:0 zu erzielen.

Wenig später brach Demiri auf dem rechten Flügel durch und legte Redzepi das 3:0 auf den Fuss. Damit war der Sack zu. Deitingen war nicht imstande zu reagieren und kreierte keine einzige Torchance. Ganz anders Iliria, das in einen Spielrausch geriet. Fast wäre noch das 4:0 gelungen, aber Dardan Llugaliu traf kurz vor Schluss nur den Pfosten.

Für die Integration und gegen Vorurteile

So gewann die mit den individuell besseren Fussballern besetzte Mannschaft am Ende verdient. Entsprechend zufrieden war Präsident Hasan Kuci: «Für uns Albaner ist es wichtig, dass wir uns in der 2. Liga in einem positiven Licht zeigen können», meinte Kuci, der vor über 20 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des FC Iliria gehörte. «Mit unserem Verein wollen wir etwas für die Integration und gegen die Vorurteile und den schlechten Ruf machen. Wir möchten, dass man Iliria wie jeden anderen, ganz normalen Verein betrachtet und uns auch so behandelt.»