Nah dran, aber noch nicht ganz am Ziel. So liess sich die Ausgangslage vor dem interkantonalen Nachbarderby in der 1. Liga zwischen Aeschi und dem Regio Volleyteam zusammenfassen. Und um es vorwegzunehmen: Auch nach dem 3:1-Sieg der Solothurner Erstligisten in der drittletzten Runde ist die Situation identisch geblieben. Aeschi muss weiterhin gewinnen, um in den Playoffs um den Aufstieg dranzubleiben, die Emmentaler brauchen Punkte, um den Playoffs gegen den Abstieg zu entrinnen.

Die Favoritenrolle lag wieder bei den Wasserämtern, aber diesmal verzeichneten sie keinen Fehlstart wie beim Hinspiel Ende November. Die Parallelen waren trotzdem erstaunlich: Das Derby bot ein Auf und Ab der Emotionen. Aeschi begann besser, aber die Emmentaler konnten sich steigern und im ersten Satz mit 11:10 kurz die Führung übernehmen. Aber dann waren wieder die Wasserämter in allen Belangen ein wenig besser. Aeschi ging mit
2:0-Sätzen in Führung.

Aeschi konnte nicht durchziehen

Im dritten Satz sah es zunächst nach einem kurzen Prozess aus. Aeschi ging rasch mit drei, vier Punkten in Führung. «Aber dann fühlten wir uns wohl etwas zu sicher», erklärte Coach Florian Baur den folgenden Einbruch. Plötzlich kochte die kleine Halle im Gondiswil, als das Regio Volleyteam seine beste Phase verzeichnete.

Die Emmentaler kamen in Schwung und kehrten diesen Satz noch zu ihren Gunsten. Aber es war nur ein Strohfeuer. «Wir konnten uns nicht in diese Euphorie hineinsteigern, die wir brauchen, wenn wir eine starke Mannschaft wie Aeschi besiegen wollen», erklärte Coach Hanspeter Loosli, warum es diesmal nicht zu einer Überraschung reichte. Im vierten Satz hatte Aeschi wieder alles im Griff, ging sofort in Führung gewann insgesamt betrachtet ziemlich souverän.

«Es war die Konstanz»

Bei ihrer abschliessenden Analyse waren sich die Teamchefs einig: «Es war die Konstanz», sagten beide auf die Frage, was den kleinen, aber entscheidenden Unterschied ausgemacht hatte. Beide sind mit der bisherigen Saison durchaus zufrieden, haben aber noch ein grosses Ziel. Beide möchten die letzten zwei Spiele gewinnen. Hanpeter Loosli, Regioteam, erklärt die Motivation für den Endspurt so: «Wir haben drei Punkte Vorsprung auf den STV Bern und wollen Platz sieben verteidigen.»

Rang acht würde Abstiegsspiele gegen ein Team aus der Gruppe A bedeuten, dies wollen sie unbedingt vermeiden. «Noch sind die Playoffs möglich», rechnete auf der anderen Seite Florian Baur vor. «Die zwei Punkte Rückstand auf Bösingen können wir mit zwei Siegen noch wettmachen.» Allerdings steht am Samstag für Aeschi das Heimspiel gegen den Leader Muristalden auf dem Programm. Vielleicht hilft ja das Regioteam, mit einem Heimsieg im nächsten Spiel gegen Bösingen, seinem Nachbarn?