Fechten
Nadelfeile und Degen hat sie voll im Griff

Fechten Wenn in Solothurn Aare-Cup ist, so wie heute, ist die Einheimische Leandra Steffen aus Biberist in der Regel ganz an der Spitze anzutreffen.

Michael Schenk
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In Biel kämpfte sich Leandra Schibler in den Final der Cadets-SM ...

In Biel kämpfte sich Leandra Schibler in den Final der Cadets-SM ...

Ein scharfes Auge, Feingefühl, und Präzision bestimmen weitgehend ihr Leben. Leandra Schibler ist Fechterin und lernt Uhrmacherin. Am Degen benötigt sie ein hoch entwickeltes Gefühl für die Klingenspitze respektiv offen Zielflächen am Körper ihrer Gegnerin. An ihrer Werkbank in Grenchen sorgt sie mit Vierkant-, Halbrund- oder Flachspitz-Präzisions-Nadelfeilen für das renommierte Swissmade-Image in Uhrenbäuchen.

Leandra Schibler ist Fechterin im Land, das mit dem Berner Fabian Kauter derzeit die globale Nummer 1 stellt. Gelegentlich trainiert die 17-Jährige denn auch im FC Bern, Kauters Klub und gleichzeitig nationaler Stützpunkt. «Wer ambitioniert ist und national oder gar international mitmischen will, muss mit anderen Klubs kooperieren», sagt Nadia Wullschleger, Vorstandsmitglied des Fechtklub Solothurn. In der Elfi-Stadt wird nicht elf Mal, sondern nur einmal wöchentlich trainiert. So hat Leandra Schibler ihre drei Trainingseinheiten von Solothurn nach Bern ausgeweitet. Lizenziert ist sie beim Akademischen Fechtklub.

Koreanischer Kampf zum Augleich

Wie weit sie es in ihrer Karriere bringen wird, kann sie nicht sagen. «Schauen wir, was da kommt. Ich will mich nicht festlegen», sagt sie.. Da sie halt auch beruflich engagiert sei, «muss ich ab und zu auch auf Trainings und Wettkämpfe verzichten.»

Insofern ist die Silbermedaille, die sie an den diesjährigen Schweizermeisterschaften der Cadets in Biel gewann, hoch einzuschätzen. Edelmetall, das definitiv von Talent zeugt. «Das war mein bislang wertvollster Erfolg und sicherlich auch hinsichtlich sportlicher Zukunft anspornend», blickt die Fechterin auf den vergangenen Februar zurück. Derlei kamen heuer für die Biberisterin auch erste Einsätze im Ausland, in Österreich und Frankreich genau genommen, dazu. Ins 64er-Tableau hat sie es dabei schon geschafft. Mittelfristig wird es für Schibler nun darum gehen, den Übergang zu den Juniorinnen zu packen. «Ich möchte natürlich möglichst schnell an die Erfolge bei den Cadets anknüpfen», sagt die junge Solothurnerin, die sich zum Ausgleich Taewo betreibt. Die koreanische Kampfkunst fördert Komponenten wie Ausdauer, Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit. .

Solothurner Torte am Aare-Cup

Der Start an ihrem Heimturnier, dem Aare-Cup, der heute im Saal des FC Solothurn beim Landhaus stattfindet, ist für Leandra Schibler eine Selbstverständlichkeit. «Es ist ein schönes Turnier, an dem immer eine gute Stimmung herrscht», sagt die Einheimische und mehrfache Aare-Cup-Siegerin. Was das sportliche Niveau des Events angeht, bewegt sich dieses gewiss nicht in stratosphärischer Ebene aber das ist auch nicht nötig. Dafür ist die halbe Stadt Solothurn als Preissponsor involviert. Zu gewinnen gibt es für die Aktiven von Uhren über Spielsachen, Taschen bis hin zur Solothurner Torten.

Immerhin: So eine original berühmte Solothurner Torte kostet gut 40 bis 50 Franken – für Fechter schon ein stattliches Preisgeld.

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