Im Alter von fünf Jahren versuchen sich Jungs normalerweise zum ersten Mal in Fussball, Hockey oder Ähnlichem. Enea Grob aus Boningen entdeckte mit fünf aber seine Passion für das Schwingen. Bei einer Werbeaktion des Schwingclubs Zofingen sah und hörte er das erste Mal von dieser traditionellen Sportart. Die physische Komponente begeisterte den Jungen so sehr, dass für ihn bald klar wurde, dass nicht Fussball oder Hockey, wie bei so manchem, sein Lieblingssport sein würde. Doch noch war er zu jung, um an Wettkämpfen teilzunehmen, denn im Schwingen darf man sich erst im Alter von sieben Jahren dem Gegner stellen. Also trainierte der begeisterte Nachwuchsschwinger während rund eineinhalb Jahren im Verein.

Grosser Trainingsfleiss

Heute ist Enea neun Jahre alt und kann bereits auf drei Saisons als Nachwuchsschwinger zurück blicken. Nach einer ersten Saison, in der Enea noch oft unten durch musste, gelang es ihm in der Folge immer öfter als Sieger aus dem Sägemehl zu steigen. In der vergangenen Saison, seiner bisher erfolgreichsten, gewann der Boninger mehrere Wettkämpfe und ergatterte dabei zahlreiche Kränze und Sachpreise. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr, legt Enea doch einen überaus grossen Trainingsfleiss an den Tag: Seit dem Besuch des Schwing-Trainings beim Club in Olten, im Rahmen des Ferienpasses, trainiert er zusätzlich beim Schwingclub Olten-Gösgen.

Damit kann er, neben dem Training in Zofingen, von einem zweiten wöchentlichen Training profitieren. «Mir gefällt das Schwingen so gut, da wollte ich mehr trainieren als einmal in der Woche», erklärt Enea, welcher aktuell die dritte Klasse besucht. Mutter und Vater, welche beide als Lehrperson arbeiten, unterstützen das grosse Engagement ihres Sohnes. Trotzdem sei es zeitweilig nötig ihn, in seinem Ehrgeiz etwas zu bremsen.

Schwierige Saison steht an

Enea hat auf die neue Saison altershalber die Kategorie wechseln müssen. Anders als in der Vorsaison muss er sich nun mit den Älteren des Jahrganges 2002 messen. Somit wird es für ihn nicht einfacher zu reüssieren. Doch Enea freut sich auf die neue Herausforderung: «Ich werde neue Gegner haben und das macht es noch spannender für mich.» Für die Eltern hat der Kategorienwechsel auch etwas Heilsames. Denn in der letzten Saison sei er meist Favorit gewesen. So sei die Erwartungshaltung von aussen an ihn gestiegen und Enea hätte sich dadurch selbst unter Druck gesetzt. Als markantesten Unterschied zur letzten Saison machen alle drei den Faktor Grösse und Gewicht aus. Denn während im Ersten von jeweils sechs Schwing-Durchgängen noch nach Grösse und Gewicht eingeteilt wird, gibt es in der Folge keine Rücksichtsnahme mehr auf die physischen Attribute. Es gilt, die grösseren «Brocken» mittels einer ausgefeilten Technik zu bodigen. Mit seiner Grösse von 1,51 Meter und einem Gewicht von 45 kg sowie seinen Lieblingsschwüngen, dem «Kurzen» aus dem Stand und dem «Metzger» am Boden sieht er sich gewappnet für grössere Aufgaben.

Das grosse Vorbild

«Christian Stucki», entgegnet Enea auf die Frage, ob er denn ein Vorbild habe. Der imposante Kranzschwinger hat es ihm angetan. Gerne würde er eines Tages auch zum Kreis der grossen Bösen gehören. Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg. Entscheidend wird die Phase mit 14 oder 15 Jahren werden, wenn es darum geht, ob der bisher so erfolgreiche Nachwuchsschwinger auch körperlich die entsprechende Entwicklung macht. Vorerst steht die Bewährungsprobe am Nachwuchsschwingertag in Trimbach an. Auch dann wird er wieder sein Trikot mit der Original-Unterschrift von Christian Stucki tragen, welches sein ganzer Stolz ist.