Radsport
Nächster WM-Titel: Maja Frey kann das Siegen einfach nicht lassen

Man nennt ihn Radweltpokal - die Master-Weltmeisterschaften, die bereits zum 46. Mal in St. Johann stattgefunden haben. Die Bellacherin Maja Frey fuhr dabei zum vierten Mal in Serie auf einen Podestplatz. Und zum zweiten WM-Titel im Zeitfahren.

Joseph Weibel
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Voll in Fahrt: Maja Frey.

Voll in Fahrt: Maja Frey.

ZVG

Maja Frey ist eine Spätzünderin. Mit 35 Jahren hat die Bellacherin vor 14 Jahren ihre Radkarriere begonnen. Angestachelt von ihrem Lebenspartner Philipp Stämpfli, der selber viele Jahre aktiv Radrennen fuhr und in Bellach gemeinsam mit Maja Frey ein Fitnesscenter betreibt. „Ich habe das riesige Potenzial von Maja schon früh erkannt“, sagt er heute. „Sie hat viel kraft und beherrscht in bewundernswerter Weise das Dosieren des Tempo“. Das ist eines der wichtigsten Eigenschaften für das Zeitfahren. In dieser Disziplin scheint Maja Frey geradezu unschlagbar. Seit 2011 steht sie im österreichischen St. Johann im Tirol ununterbrochen auf dem Podest. 2011: Rang 3, 2012: Rang 2, 2013 und 2014: WM-Titel.

Plötzlich wurde sie vom Velo-Virus gepackt

Bis vor 14 Jahren bewunderte Maja Frey ihren Lebenspartner Philipp Stämpfli an vielen Radrennen in der ganzen Schweiz und auch am Radweltpokal. Ihre beiden erwachsenen Kinder (Sohn und Tochter) waren älter geworden, und plötzlich wurde sie vom Velo-Virus gepackt. „Heute staune ich“, schmunzelt Philipp Stämpfli. Wie gut ihr Formstand sei, habe sie an der Elite-Schweizermeisterschaft im luzernischen Pfaffnau bewiesen. Sie löste bei der Elite, das sind hungrige Youngsters im Alter von 22 Jahren und mehr, eine Tageslizenz und wurde 7. Der WM-Titel in St. Johann war dann noch das Tüpfelchen auf dem „i“. Die Goldmedaille musste sich Maja Frey hart verdienen. Während dem Rennen auf der 20 km langen Strecke regnete es in Strömen. Trotzdem sicherte sich Frey mit Tagesbestzeit (27,43 Minuten, 43 km/h) den Titel.

2014: Drei Mal Metall an der WM

Das ist aber noch nicht alles. Silber und Bronze gewann sie zudem in zwei Strassenrennen am Radweltpokal. Wie kommt eine solche Erfolgsserie zustande? Philipp Stämpfli: „Für den Randweltpokal trainierten wir im Limpachtal – auf einer idealen Strecke.“ Aus eigener Erfahrung weiss Stämpfli, dass weniger schnell auch mehr sein kann. Er setzt auf kurze aber hochintensive Trainings. Parallel dazu muss die Erholungszeit stimmen. Neben den Trainings auf der Strasse arbeitet Maja Stämpfli mit Indoor-Cycling an ihrer Kondition und Kraft. Von stundenlangem Ausdauertraining hält Stämpfli wenig. „Ausserdem“, sagt er, „haben wir ein Geschäft, und das hat Priorität.“

Jedenfalls ist Maja Frey überglücklich. Erst 2002 nahm die heute 49jährige erstmals an einem Wettkampf teil. Sie lacht: „An einem Zeitfahren. Und ich wurde auf Anhieb Zweite.“ Natürlich will die Bellacherin ihren Titel auch im nächsten Jahr verteidigen. Das Radrennfahren auf diesem Niveau macht ihr nach wie vor Spass. Sie sagt es und nimmt das in Angriff was ihr auch täglich Freude bereitet. Der regelmässige Freigang mit ihren beiden Hunden.

Der Radweltpokal

Der Radweltpokal in St. Johann ist die grösste Radsportveranstaltung der Welt und fand dieses Jahr zum 46. Mal statt. Unterhalb des Wilden Kaisers radeln die Rennfahrer zwischen 18 und 80 Jahren auf einer Streckenlänge von 40 km. Die parallel stattfindenden Events werden auf der gleichen Strecke ausgetragen. Den Anfang macht das Rennen um den Radweltpokal, gefolgt von der Master Cycling Classic, bei der nur linzenzierte Fahrer teilnehmen dürfen. Dazu gehört auch die Bellacherin Maja Frey. Im Rennprogramm sind auch das Einzelzeitfahren und der Wilde Kaiser Bergpokal.