Nicola Di Santo, Gratulation zum sechsten Schweizer-Meister-Titel. Wie fühlt sich dieser Titelgewinn an?
Nicola Di Santo: Es ist eine riesige Freude. Wir haben die Titelverteidigung geschafft und dieses grosse Ziel erreicht. Einfach nur Weltklasse!

Wie und wo habt ihr nach dem Sieg am Sonntagabend noch gefeiert?
Wir blieben nach dem Spiel noch kurz im Stadion (Kleinholz, Olten) und fuhren dann nach Laupersdorf. Im Pub «Loch Ness» feierten wir ausgelassen. Am Montagmorgen war ich dann wieder Arbeiten.

Wie sicher wart ihr, nach dem 8:4-Sieg im Hinspiel den Titel 24 Stunden später im Rückspiel sichern zu können?
Sicher waren wir nicht. Ein 8:4 ist zwar ein gutes Resultat, aber kein Vorsprung, auf dem man sich ausruhen kann. Im Inlinehockey kann es manchmal schnell gehen, wenn ein Team leicht nachlässt. Wir waren aber topmotiviert, schliesslich war es das alles entscheidende Spiel um den Schweizer-Meister-Titel.

Wieder einmal waren Sie der Matchwinner mit jeweils vier Toren in Hin- und Rückspiel – wie gelingt Ihnen das immer wieder?
Mir wurden viele Tore perfekt von meinen Mitspielern aufgelegt. Meine Stärke war es, dass ich oft am richtigen Ort stand und dann vor dem Tor eiskalt war. Dazu ist der Puck in dieser Spielzeit oft für uns reingefallen – das war letzte Saison weniger der Fall. Wenn es läuft, dann läufts.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung während der ganzen Saison – inklusive der Auszeichnung zum Torschützenkönig?
Es war meine bis anhin stärkste Saison. Nach der letzten Spielzeit, in der ich früh mit einer Knieverletzung ausgeschieden war, wollte ich etwas ändern. Seit August 2017 arbeite ich mit Personal Trainer Marius Nydegger zusammen und habe mich vor allem körperlich verbessert. Dass ich nun verletzungsfrei blieb, ist sicherlich kein Zufall. Und dass ich Torschützenkönig geworden bin, freut mich natürlich. Grossen Anteil daran hat aber mein Team.

Nicola Di Santo (rechts) wurde in dieser Saison Topskorer.

Nicola Di Santo (rechts) wurde in dieser Saison Topskorer.

In den Playoffs konnten Sie sich mit 16 Toren und 3 Assists in 4 Spielen sogar noch steigern.
Ja, das stimmt. Die Motivation ist nochmals grösser in den Playoffs als in der Qualifikation. Auch wenn man die Liga so klar dominiert hat, wie wir es taten (13 Siege in 14 Spielen). Wir schafften es, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Was machte Laupersdorf in dieser Saison so stark?
Wir in der Mannschaft kennen uns alle schon lange und machen auch ausserhalb des Sports viele Dinge zusammen. Wir sind wie eine Familie. Das überträgt sich auf die Spiele. Und neben der besten Defensive hatten wir auch die stärkste Offensive. So kann dich natürlich kein anderes Team stoppen.

Spielertrainer Michael Gerber sprach von einer fast perfekten Saison mit zwei Schönheitsfehlern (1 Niederlage und 1 Sieg nur nach Verlängerung gegen Rüschlikon) – teilen Sie seine Ansicht?
Es war von A bis Z eine sackstarke Saison. Wenn man den Titel holt, denke ich zumindest nicht mehr an den einen oder anderen Schönheitsfehler zurück.

Im letzten Jahr habt ihr den Titel hart erkämpft, dieses Jahr ging es leichter. Weshalb?
Das ist kein riesiger Unterschied. Im letzten Jahr sind die Pucks nicht so reingefallen, wie sie es in dieser Saison taten. Ein feiner aber entscheidender Unterschied.

Was gibt es für ein Ziel in der nächsten Spielzeit?
Natürlich die Titelverteidigung. Es kann bei einem amtierenden Meister auch kein anderes geben. Persönlich will ich mich immer von Saison zu Saison steigern. Das werde ich auch in der nächsten Spielzeit versuchen.