Volleyball
Nach tapferem Kampf chancenlos – und trotzdem sind alle glücklich

Der TV Schönenwerd unterliegt dem haushohen Favoriten Lugano auch in Spiel drei deutlich und muss somit den Tessinern zum Titelgewinn gratulieren. Obwohl Schönenwerd in allen Spielen keinen Satz gewinnen konnte, fällt die Saisonbilanz positiv aus.

Sandro Mühlebach
Merken
Drucken
Teilen
Schönenwerds Christoph Hänggi (links) mit einem erfolgreichen Abschluss gegen Luganos Ayrton Felipe Bandera. KEYSTONE

Schönenwerds Christoph Hänggi (links) mit einem erfolgreichen Abschluss gegen Luganos Ayrton Felipe Bandera. KEYSTONE

key

In der NLA der Volleyballer hat Lugano seinen ersten Schweizer Meistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Die Tessiner blieben in der Best-of-5-Finalserie auch im dritten Spiel gegen Schönenwerd ohne Satzverlust.

Die Solothurner hatten sich zwar offensichtlich vorgenommen, ihre Haut noch einmal so teuer als möglich zu verkaufen, und lagen gegen das anfänglich etwas gar sorglos agierende Lugano bis zum 8:7 beim ersten Technical Timeout stets in Führung. Als aber das Heimteam vor gut 700 Zuschauern mit voller Konzentration agierte, war Schönenwerd bald einmal chancenlos. Die Tessiner gewannen den ersten Satz zwar nur 25:22, liessen den Gästen aber vor allem beim 25:15 im Zweiten keine Chance mehr.

Den Solothurner gelang es während der restlichen Spieldauer nie mehr, in Führung gehen. Trotzdem machten es die Gäste aber im dritten Durchgang, als sie nach klarem Rückstand plötzlich auf einmal wieder bis auf zwei Punkte herankamen, zumindest resultatmässig noch einmal spannend. Lugano liess aber nichts mehr anbrennen und entschied die Partie und damit die Meisterschaft bereits nach 77 Spielminuten gleich mit dem ersten Matchball zu seinen Gunsten.

Cup-Pleite als Weckruf

Mit dem souveränen Gewinn des zweiten Meistertitels in Folge machte Lugano den «Betriebsunfall» aus dem Cupfinal (1:3 gegen Näfels) wieder gut. Die Tessiner schafften es, im Final ihr Niveau wieder zu steigern und an die überragenden Leistungen der ganzen Saison anzuknüpfen. Das Team von Trainer Mario Motta geriet nie ernsthaft in Gefahr, gegen Schönenwerd auch nur einen Satz abzugeben. «Die Niederlage im Cupfinal brachte uns wieder auf den Boden zurück. Mit der Reaktion nun im Playoff-Final bin ich sehr zufrieden», so Trainer Motta. Dank des Meistertitels schufen die Tessiner zudem die Grundlage, um in der kommenden Saison (mittels Wildcard) erneut an der Champions League teilzunehmen.

Trotz Niederlage zufrieden

In Lugano jubelte aber nicht nur die Heimmannschaft. Auch der klar unterlegene Finalist Schönenwerd blickte zufrieden auf die abgelaufene Saison zurück. Mit dem zweiten Schlussrang erreichte die Solothurner Equipe die beste Klassierung der Vereinsgeschichte – auch wenn die Mannschaft in den drei Finalspielen nicht mehr ihr bestes Niveau erreichte. «Im Prinzip wussten wir, dass wir gegen Lugano nicht dreimal gewinnen können. Es ist einfach schade, dass wir sie nicht stärker fordern konnten», hatte Teamleader Jan Schnider bereits nach dem zweiten Finalspiel gesagt.

Dank einem geschickten Aufbau schaffte Schönenwerd in den letzten Jahren den Anschluss zu den etablierten Teams der Liga. Dieses Jahr gelang es dem Team von Trainer Bujar Dervisaj, die Arrivierten wie Näfels, Lausanne, Amriswil oder Chênois erstmals alle hinter sich zu lassen. Und dank zahlreichen jungen und starken Schweizern gehört der Mannschaft die Zukunft. Der Vorwärtsgang soll weitergehen. Unter anderem plant der an sich «heimatlose» Klub den Bau einer eigenen Halle.