2. Liga inter
Nach seiner Rückkehr liegen Dullikens Hoffnungen auf Nils Wernli

Nils Wernli, in der Vorrunde Captain und Topskorer, kehrt aus seiner berufsbedingten Pause zurück. Ganze 8 der 14 Dulliker Tore in der ersten Saisonhälfte gehen auf das Konto von Nils Wernli.

Raphael Wermelinger
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FCD-Captain Nils Wernli erzielte in der Vorrunde mehr als die Hälfte der Dulliker Tore. Hier setzt er Oltens Luca Schifferle unter Druck.

FCD-Captain Nils Wernli erzielte in der Vorrunde mehr als die Hälfte der Dulliker Tore. Hier setzt er Oltens Luca Schifferle unter Druck.

Markus Müller

«Er ist ein ruhiger, eher in sich gekehrter Typ. Ein sehr angenehmer Mensch mit einem guten Charakter.» Mit diesen Worten beschreibt Dullikens Präsident Ueli Schenk Spielmacher Nils Wernli. «Auf dem Platz hat er eine wahnsinnig gute Übersicht. Er ist intelligent, liest das Spiel perfekt und kann auch mal ein Schlitzohr sein, wenn es nötig ist.»

Wernli befasse sich intensiv mit Fussball, analysiere die Spiele im Nachgang immer sehr genau: «Niederlagen oder schlechte Leistungen beschäftigen ihn jeweils sehr.» Schenk ist sich auch nach zweieinhalb Jahren noch nicht sicher, ob Wernli im Mittelfeld oder doch eher ganz vorne im Sturm am besten zur Entfaltung kommt. Dies müsse «zum Glück der Trainer entscheiden».

Nils Wernli wurde beim FC Wangen bei Olten ausgebildet. 2009 schafft der heute 25-Jährige auf der Chrüzmatt den Sprung in die 1.-Liga-Equipe. Um Spielpraxis zu sammeln, wechselte er ein Jahr später in die 3. Liga zum FC Hägendorf. Von dort gings zum FC Dulliken und 2012 zurück zum FC Wangen bei Olten.

Nach drei Saisons, in denen er sich zum Stammspieler in der 1. Liga entwickelt hatte, verliess Wernli seinen Stammverein zum zweiten Mal. Wieder in Richtung Dulliken. Mit den Niederämtern schaffte der HSV-Fan in den vergangenen zwei Saisons den Klassenerhalt in der 2. Liga inter.

Wo war Wernli?

Dieses Kunststück möchte er heuer zum dritten Mal schaffen. Nach 17 von 26 Meisterschaftsspielen liegt Dulliken direkt unter dem Strich. Der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt vier Punkte.

0:0 gegen Olten, 0:3 gegen Dietikon, 0:1 gegen Zofingen und ein 1:1 gegen Blue Stars Zürich – dies die wenig überzeugenden Resultate in der Rückrunde. «Wo ist Wernli?», fragten sich die Konkurrenten des FC Dulliken beim Blick aufs Matchblatt. Der Captain der Vorrunde fehlte bei allen vier Partien im neuen Kalenderjahr. In der ersten Saisonhälfte hatte Wernli 12 von 13 Spielen über die volle Distanz absolviert und 8 der 14 Dulliker Tore erzielt.

Schon im Winter waren Spekulationen aufgekommen, er verlasse den FC Dulliken. Zudem wurde er in einer Trainingseinheit von Unihockey Mittelland gesehen. «Ich habe mich in den letzten Monaten voll und ganz auf meine Weiterbildung konzentriert und bewusst den Kontakt zum Fussball vermieden, damit ich den Kopf freihabe für die Prüfungen», klärt er auf.

Ein Wechsel habe nie zur Diskussion gestanden. Obwohl er einige Anfragen erhielt, auch von Klubs aus höheren Ligen, als sich herumgesprochen hatte, dass er nicht mehr trainierte. Und wie war das mit dem Unihockey? «Ich wollte fit bleiben», sagt Wernli, «nach mehr als zwanzig Jahren Fussball habe ich eine Abwechslung gesucht und auch vermehrt Tennis und Basketball gespielt.»

Fussball hat er seit letztem November komplett ausgeblendet. Nun sind die Prüfungen zum Immobilien-Bewirtschafter fast geschafft und am Dienstag stand Wernli erstmals wieder auf dem Platz. «Konditionell hinke ich nicht hinterher, aber nach fast fünf Monaten Pause muss ich mich noch ein bisschen an den Rhythmus gewöhnen.»

Beim FC Dulliken gabs im Winter diverse Zuzüge und Abgänge. So kannte Wernli bis zu seiner ersten Trainingseinheit noch gar nicht alle Spieler. Und auch unter Trainer Bejtush Rrustolli, der im Winter Herbert Fischer beerbte, hat er noch nie gespielt.

Er war Junior in Wangen, als Bejtush in der ersten Mannschaft gespielt und etliche Tore erzielt hat. «Als Trainer kenne ich ihn noch kaum. Er hat mich aber gleich super ins Team eingebaut und wirkt sehr sympathisch und kommunikativ», sagt Wernli.

Die Offensive beflügeln

Die bisherigen vier Rückrundenpartien des FCD hat Wernli nicht gesehen. Er weiss, dass es sehr schwierig wird, ist aber überzeugt, dass «wir nicht absteigen werden». Das Problem in der Vorrunde sei gewesen, dass das Team die Leistung selten über die volle Spieldistanz abrufen konnte: «Wir kassierten zu viele Gegentore in den letzten Minuten. Hätten die Spiele nur 80 Minuten gedauert, befänden wir uns jetzt eher im vorderen Mittelfeld der Tabelle.» Dies ist nicht auf die fehlende Fitness zurückzuführen, sondern eher ein mentales Problem, meint Wernli: «Wir müssen einfach cleverer spielen.»

Dank der Transfers von Valdimiro Quinjica und Jérôme Roth wurde die FCD-Defensive im Winter verstärkt. Und Wernli hofft, dass er «das Team, und vor allem vorne im Sturm ‹Tuni› pushen kann. Wenn er seine Tore wieder macht, dann packen wir es.»

Tunahan Canik, 2016/17 mit 14 Toren in der 2. Liga inter, kam auf die Rückrunde vom FC Olten auf die Ey, konnte in den bisherigen Spielen aber noch nicht reüssieren. Auch Präsident Ueli Schenk freut sich auf die zusätzliche Offensivpower ab Sonntag, wenn Wernlis lang ersehnte Rückkehr ansteht: «Wir brauchen ihn, seine Tore fehlen uns.»

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