Solothurner Cup-Final
Nach Penalty-Krimi gegen Fulenbach: Der FC Iliria ist Cupsieger 2016

Das Duell der beiden Zweitligisten FC Iliria und SC Fulenbach war der Höhepunkt des 23. Solothurner Cupfinal-Tags. Vor knapp 2500 Zuschauern im Stadion des FC Solothurn gab Iliria in einem packenden Final zuerst eine 2:0-Führung aus der Hand, konnte am Ende aber doch noch jubeln.

Raphael Wermelinger
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Grosse Freude beim FC Iliria. Die Mannschaft besiegt Fulenbach im Penaltyschiessen mit 6:4
17 Bilder
FC Iliria feiert den Sieg im Cup-Final gegen Fulenbach
Und noch ein Mannschaftsfoto
Noch vor dem Start in den Final: Die Teams schwören sich auf das Spiel ein
Blick auf die Bank des FC Iliria
Das Publikum feiert mit
Die Fans des FC Iliria.

Grosse Freude beim FC Iliria. Die Mannschaft besiegt Fulenbach im Penaltyschiessen mit 6:4

Oltner Tagblatt

«Ein überwältigendes Gefühl, diesen letzten Penalty zu halten. Einfach unbeschreiblich!» Iliria-Torhüter Michael Obrecht wurde im Cupfinal zum Matchwinner. Weil er im Penaltyschiessen Fulenbachs vierten Versuch parierte, versank das Stadion des FC Solothurn in einen rot-schwarzen Siegestaumel. Obrecht dankte den Fans für die «grossartige Unterstützung, die uns enorm motiviert und zum Titel getragen hat».

Im Amateurbereich eine solche Unterstützung zu haben, sei sensationell. Goalie Obrecht verdiente sich auch das Lob von Co-Trainer Jasar Ajdini: «Er ist ein echter Elfmeterkiller. Bereits in der Meisterschaft hat er zwei Penaltys pariert, jetzt hat er es wieder getan.»

Dass es überhaupt zum Penaltyschiessen kam, war indes ärgerlich für den FC Iliria. Dies bestätigte Ajdini: «Wir sind selbst schuld. Nach zwei groben Fehlern kassierten wir doch noch den Ausgleich in der regulären Spielzeit und verpassten es danach, noch einmal nachzulegen.» Zur Pause sah der Tabellenführer der 2. Liga bereits wie der sichere Sieger aus. Mead Demiri sorgte mit einem Doppelpack für den 2:0-Vorsprung. Die erste Halbzeit gehörte ganz klar dem FC Iliria. Dieser machte vom Anpfiff an Druck und ging bereits in der 14. Minute in Führung. Nach der Vorarbeit von Korab Januzaj liess Demiri SCF-Goalie Christian Fernanez ins Leere laufen und schob zum 1:0 ein. Exakt zwanzig Minuten später legte Iliria wieder mit Demiris zweitem Treffer nach.

Dramatik dank Blitzstart

Zum Seitenwechsel deutete gar nichts mehr auf einen Sieg des SC Fulenbach hin, zu souverän war Iliria in den ersten 45 Minuten aufgetreten. Nur ein schnelles Tor würde die Hoffnung zurückbringen, das wusste jeder im Stadion. Und genau das passierte. Die Abwehr des FC Iliria war mit den Gedanken noch bei der Pausenansprache. Fulenbach nutzte dies nach kanpp dreissig Sekunden eiskalt zum Anschlusstreffer. Torschütze war Yanick Boss, der erst in der Pause frisch ins Spiel gekommen war.

Jetzt entwickelte sich plötzlich ein ganz anderes Spiel als noch in Halbzeit eins. Fulenbach war nun ebenbürtig, was endlich Spannung aufs Feld brachte. Die Iliria-Spieler wirkten plötzlich nicht mehr so abgeklärt wie noch vor der Pause. Sie hatten deutlich nachgelassen. So kam der SC Fulenbach nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit nicht unverdient zum Auslgeich: Langer Ball in den Sechzehner von Rafael Ingold, Yves Ehrenbolger mit dem Kopf zum aufgerückten Verteidiger Stephan Bitterli, und dieser drückte den Ball ebenfalls per Kopf über die Linie.

In der Folge hatten beide Klubs noch vor der Verlängerung je zweimal den Lucky Punch auf dem Fuss: Für Iliria scheiterten Shaban Arifi (67.) sowie Anton Thaqi (89.), für die Fulenbacher verpassten Janic Schläfli (74.) und Yanick Boss (78.) den Gamewinner.

Trotz hartem Kampf um jeden Ball lief die Partie lange Zeit sehr fair ab. Erst in der 80. Minute kam es zu einigen wüsten Szenen vor dem SCF-Tor. Nach einem Rencontre zwischen Mergim Sadriji und Benjamin Schwager kams zur Rudelbildung. Es ging halt doch um sehr viel an diesem Tag, das zeigte sich in dieser Situation. Dies wurde auch in der ersten Hälfte der Verlängerung offensichtlich. Keine Fehler machen, lautete die Devise auf beiden Seiten. Unnötiges Risiko wurde jetzt nicht mehr genommen. Insbesondere weil beiden Teams nach den intensiven neunzig Minuten langsam die Kraft fehlte zum schnellen Umschalten. Immer wieder mussten sich Spieler behandeln lassen. Sehr schleppend und mit etlichen kleinen Fouls gings Richtung Schlusspfiff.

Alle vier Iliria-Spieler treffen

Der Cupsieger 2016 musste im Penaltyschiessen ermittelt werden – der ultimative Nervenkitzel für Spieler und Zuschauer. Es war der Zweitliga-Leader Iliria, der die besseren Nerven hatte. Sadriji, Sulejmani, Haziri und Mustafi verwandelten ihren Penalty sicher. Auch die ersten beiden Fulenbacher, Jonas Wyss und Ingold waren erfolgreich. Doch dann schoss Boss den dritten Versuch übers Tor, und schliesslich sah Schläfli den vierten und entscheidenden Penalty von Iliria-Goalie Obrecht pariert.

Trotz seiner siegbringenden Parade sprach Obrecht von einer grossartigen Mannschaftsleistung, die den FC Iliria überhaupt erst dorthin gebracht hatte. Angesprochen auf sein Erfolgsrezept für die gehaltenen Penaltys sagte er: «Vor dem Elfmeterschiessen befinde ich mich jeweils in einem Tunnel und bin total fokussiert auf das, was folgen wird. In diesem Modus realisiere ich nicht mehr, was links und rechts von mir passiert.»

Kleine Dinge waren schuld

«Im Elfmeterschiessen hatten wir das Problem, dass wir viele junge Spieler auf dem Feld hatten und zuvor viel laufen mussten. Deshalb waren wir müde», sagte Fulenbachs Trainer Martin Hert nach der bitteren Niederlage. «Um ein Elfmeterschiessen zu gewinnen, braucht es auch eine gewisse Routine. Ausserdem bekundeten wir zusätzliches Pech, da unser Torwart auch noch angeschlagen war. Das sind die kleinen Dinge, die in der Summe ausschlaggebend waren.»

Trotzdem gratulierte er dem FC Iliria zum verdienten Cupsieg. «Die Mannschaft, welche gewinnt, tut dies stets verdient. Dass wir überhaupt die reguläre Spielzeit und die Verlängerung überstanden haben, war schon eine grosse Willensleistung der Mannschaft. Erst bewies sie Charakter, indem sie den 2-Tore-Rückstand einholte und dann, als sie sich trotz mehrerer angeschlagener Spieler über die 120 Minuten rettete.» Hert sprach von einem ausgeglichenen Spiel, das vor allem nach dem 2:2 in der zweiten Halbzeit auf beide Seiten hätte kippen können.

Telegramm

Iliria - Fulenbach n. P. 6:4 (2:2, 2:0)

Stadion FC Solothurn. – 2450 Zuschauer. – SR: Tasdemir. – Tore: 14. Demiri 1:0. 35. Demiri 2:0. 46. Boss 2:1. 64. Bitterli 2:2. – Penaltyschiessen: Sadriji: 3:2. J. Wyss: 3:3. Sulejmani 4:3. Ingold: 4:4. Haziri: 5:4. Boss: –. Mustafi 6:4. Schläfli: –
Iliria: Obrecht; Sulejmani, Shkoreti, Corti, Raimi; A. Jahiu (75. Haziri), Januzaj, Mustafi, Sadriji; Demiri (88. Thaqi), Arifi (75. Elezi).
Fulenbach: Fernandez; Schwager, Ingold, Müller (46. J. Wyss), L. Wyss; Bitterli, Schläfli; Gradwohl, Jäggi (46. Boss), Imbach (60. Luca Spielmann); Y. Ehrenbolger.
Verwarnungen: 38. Januzaj, 69. Sulejmani (beide Foul), 80. Sadriji und Schwager (beide Unsportlichkeit), 93. Boss, 112. J. Wyss (beide Foul), 120. Elezi (Unsportlichkeit).

Solothurn und Bellach jubeln zweimal

Insgesamt neun Pokale wurden am 23. Solothurner Cupfinal-Tag an Auffahrt im FCS-Stadion vergeben. Den ersten schnappten sich die Senioren 30+ des FC Bellach. Sie setzten sich in einem spannenden Final gegen den FC Trimbach mit 3:1 durch. Sämtliche Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Der FC Bellach, in der ersten Spielhälfte noch die optisch leicht schwächere Mannschaft, legte nach dem Seitenwechsel auf 3:0 vor. Das 1:3 für die Trimbacher kam zu spät, sie bezahlten ihren Durchhänger in Halbzeit zwei mit der Niederlage.

Ebenfalls bereits am Vormittag ging der Final der Kleinsten, der D-Junioren, über die Bühne. Es war die deutlichste Affiche am Donnerstag. Die Junioren des FC Solothurn gewannen das Derby gegen das Team Brühl Solothurn souverän mit 5:1. Das dritte Spiel am Morgen war der Final der C-Junioren zwischen der Gäu Selection und der Niederamt Selection. Die beiden Teams lieferten sich über die gesamte Spielzeit einen attraktiven Abnützungskampf auf Augenhöhe. Am Ende setzten sich die Niederämter mit dem knappsten aller Resultate durch. Das entscheidende 1:0 fiel bereits im ersten Durchgang. Für die Gäu Selection war dies die zweite Niederlage in Folge im Cupfinal auf der Stufe der C-Junioren.

Am Nachmittag sorgten die B-Junioren für den Auftakt. Zuchwil traf auf Thal United. Auch dieser Final verlief auf Messers Schneide und wurde nur dank eines einzigen Treffers entschieden. Diesen markierte der FC Zuchwil und darf sich somit Cupsieger 2016 bei den B-Junioren nennen.

Dann jubelte der FC Bellach schon zum zweiten Mal. Die Senioren 40+ machten es den Senioren 30+ nach und holten sich dank eines 2:1-Erfolgs ebenfalls den Cupsieg. Finalgegner FC Niederbipp konnte auf den ersten Rückstand noch reagieren, der zweite Ausgleich glückte ihnen aber nicht mehr.

Zwei Cupsiege feierte auch der Gastgeber FC Solothurn. Die A-Junioren des FC Solothurn gewannen den Final gegen Zuchwil dank eines Last-Minute-Tors in der allerletzten Sekunde. Der Schiedsrichter pfiff die Partie unmittelbar nach dem 1:0 der Solothurner ab.

Bei den Juniorinnen B stand es nach der regulären Spielzeit zwischen Attiswil und Thal United 1:1. Somit musste das Elfmeterschiessen entscheiden. In diesem bewiesen die Thalerinnen die besseren Nerven und verwandelten sämtliche Penaltys. Im Finalspiel der Frauen verteidigte der FC Niederbipp seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Die FCN-Frauen triumphierten gegen den FC Attiswil.

 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
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 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach
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 Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach

Senioren 30+: FC Trimbach - FC Bellach

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