Während sich die Volleyballspielerinnen des VBC Subingen in der Turnhalle in Luterbach warmlaufen, baut Matthias Biesiada in einer Ecke die Hürden für das Sprungtraining auf. Der 54-Jährige, der in den 70er-Jahren in der zweithöchsten polnischen Liga spielte, hat Subingens langjährige Trainerin Jsabel Gasser-Moser abgelöst und betreut seit August das 2.-Liga-Frauenteam.

Simic bringt Erfahrung aus Deutschland mit

Bevor es ihn zu Subingen zog, coachte der gebürtige Pole, der an der Trainerakademie in Köln studierte, erfolgreich verschiedene Regionalliga-Teams in Deutschland. In der Schweiz war Biesiada unter anderem bei den beiden Erstligisten Smash Winterthur und Buochs tätig – Letzteren betreut er nebst Subingen noch immer.

Willen auf Verbesserung als Ausschlag

Obwohl mehrere Vereine Interesse bekundeten, entschied sich der erfahrene Trainer für das Frauenteam des VBC. «Im Juni machte ich ein erstes Probetraining. Dabei achtete ich vor allem auf den Ausdruck. Ob die Spielerinnen Fortschritte machen wollen oder nicht, das sieht man in den Augen», weiss Biesiada. Die Subingerinnen überzeugten durch ihren Willen, der 54-Jährige unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

Technik und Kondition werden wichtiger

Unterdessen führen Mittelblockerin Lena Locher und ihre Teamkolleginnen Kräftigungsübungen durch, absolvieren Intervallsprints und schnappen sich die Bälle für die Wurftechnik-Einheit. Der Trainer überprüft die Ausführung und korrigiert die Armhaltung. «Es ist wirklich fast alles anders. Matthias legt viel Wert auf Technik sowie Kondition. Zudem fördert er die Teambildung. Das ist neu für uns», sagt die Studentin der Pädagogischen Fachhochschule Solothurn, Lena Locher.

Harte Monate stehen bevor

In der Meisterschaftsvorbereitung trainierten die Subingerinnen bis zu fünfmal wöchentlich, Videoanalysen und Testspiele inbegriffen. «Wir haben unsere Pläne und wollen gewinnen. Aber wir wissen, dass es in den ersten sechs Monaten hart wird. Die Ziele sind über drei Jahre gesteckt. Am Ende möchten wir uns eine Liga weiter oben befinden und nicht gegen den Abstieg kämpfen müssen», erklärt Biesiada, der hauptberuflich als Maschinenbautechniker in der Nähe seines Wohnorts Emmetten arbeitet.

Viele Positionstausche im Team

Er stellte jedoch nicht nur das Training, sondern auch die taktische Aufstellung um. «Viele spielen auf einer anderen Position. Daran müssen wir uns noch gewöhnen», sagt Locher. Dass die Veränderung seine Zeit braucht, das bekam das Team mit den beiden 0:3-Niederlagen zum Meisterschaftsauftakt zu spüren. «Klar, wir waren enttäuscht. Aber wir wissen, dass wir zu Beginn nicht allzu viel erwarten können», so die 21-Jährige.

Lange Pause effizient ausnützen

Das dritte Spiel steht am 2. November gegen den letztjährigen Tabellenzweiten Regio Volleyteam an. Unterdessen will Biesiada durch Einzelarbeit die nötige Strategie und Taktik ins Spiel einbringen und die lange Pause somit möglichst gut ausnützen. Das Team ist motiviert und strebt einen Platz in den vorderen Rängen an. Trainer Biesiada sieht dem Januar zuversichtlich entgegen: «Auf die Rückrunde können wir uns freuen. Dann beginnen wir zu ernten.»