Nach dem zwölften Titelgewinn darf sich der SV Wiler-Ersigen neu Rekordmeister nennen. Für Trainer Thomas Berger ist dies nebensächlich: «Für den Verein war es wichtig, diesen Meilenstein erreicht zu haben. In den Köpfen der Spieler spielte es aber keine Rolle, ob der Titel Nummer 5 oder 15 auf dem Spiel steht. Es ging darum, den verlorenen Titel zurückzuholen.»

Dabei verlief die Saison für den Wiler-Ersigen nicht immer nach Plan. Nach der Weltmeisterschafts-Pause im Dezember fiel die Mannschaft in eine Krise. Drei von vier Meisterschaftsspielen gingen verloren, hinzu kam das Aus im Cup-Viertelfinal gegen GC (2:6). «Ich schreibe vieles der WM zu. Und zwar nicht wegen den Spielern, die dort waren, sondern wegen denen, die nicht aufgeboten wurden.

Nur der Meistertitel zählt

Diese schafften es nämlich nicht, die ausgelaugten WM-Fahrer aufzufangen.» Die Mannschaft geriet ins Grübeln, die Spieler begannen sich zu hinterfragen. Zweifel, die es im Staff nicht gab: «Wir waren überzeugt von der Qualität der Mannschaft und so war es nur eine Frage der Zeit, bis der Turnaround geschafft wird.»

Dieser gelang Wiler-Ersigen auf überzeugende Art und Weise. Die restlichen Meisterschaftsspiele wurden allesamt gewonnen. Es folgte der Durchmarsch in den Playoffs, gekrönt mit dem Sieg im Superfinal. Ein Triumph, der auch die Enttäuschung im Cup fast vergessen lässt. «Am Ende der Saison zählt nur der Meistertitel, dieser überstrahlt alles», sagt Trainer Berger.

Offizielle Ziele für die kommende Saison hat der Verein noch keine herausgegeben. Doch Berger stellt klar: «Ein Klub wie der SV Wiler-Ersigen setzt nicht die Playoffs als Ziel fest. Wir wollen die Finals, namentlich den Cup- und den Superfinal, bestreiten.» Berger betont, dass in diesen Spielen dann immer auch ein wenig Glück dazu kommt. Hinsichtlich des Kaders gibt es einige Veränderungen.

Spektakuläre Transfers

Urgestein Dave Wittwer hört auf, Daniel Johnsson und Daniel Sesulka verlassen den Verein. Weitere Abgänge sind nicht ausgeschlossen. Einer zögert seinen Abgang noch um mindestens eine Saison heraus: Matthias Hofbauer überraschte mit seiner Ankündigung, noch eine Saison anzuhängen, auch seinen Trainer. Im positiven Sinne, wie Berger betont.

Besonders zu reden geben aber die beiden Neuzuzüge, die durchaus als Transfercoup bezeichnet werden dürfen. Vom finnischen Meister Classic Tampere stossen mit Krister Savonen und Joonas Pylsy zwei Weltklassespieler zum Team. Der 25-jährige Savonen gilt als nominell bester Verteidiger der Welt und unterschrieb bei Wiler-Ersigen einen Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison.

Hohe Erwartungen

Es ist das erste Engagement im Ausland für den Weltmeister. Für seinen 29-jährigen Landsmann Pylsy ist die Schweiz hingegen kein Neuland. Zwischen 2014 und 2016 stürmte er für die Langnau Tigers und erzielte beeindruckende 85 Skorerpunkte. Er unterschreibt einen Zwei-Jahresvertrag.

«Wir hatten beide Spieler schon seit ein paar Jahren im Blickfeld. Nun ergab sich die wunderbare Konstellation, dass gleich beide einen auslaufenden Vertrag hatten und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung waren.» Die Erwartungen an die Neuzugänge sind dementsprechend hoch: «Ich wäre überrascht, wenn noch bessere Ausländer in die Schweiz wechseln würden.»