Handball
Nach Höhenflug der Solothurner folgt der Absturz

Die beiden Erstligisten kämpften hart um Sieg und Punkte. Die Spielentscheidung fiel, als die Gäste aus Lyss sieben Tore in sieben Minuten erzielten und ihren Rückstand aufholten. Sie bodigten Solothurn mit einem 23:33.

Pius Rüegger
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Handball Solothurn gegen Lyss
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Solothurner Alain Blaser (M.) kämpft um den Ball gegen Lyss.

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Bieri

Ihren zehnten Sieg in Serie versiebten die Ambassadoren zwischen der 42. und der 49. Minute. Die Seeländer kehrten in diesen sieben Minuten das Spiel vom 20:18 zum 20:25. «Ich bin mit meiner Abwehr gar nicht zufrieden und auch die Torhüter waren schwach wie noch nie», analysierte ihr Trainer Zsolt Toth.

Die Solothurner kamen in der Spielentscheidung mit der offensiven Deckung des Absteigers nicht zu Recht. Die Mischung aus Mann- und Raumdeckung der Lysser – Beer eng gedeckt, der jeweilige Spielmacher in seiner Zone eingeschränkt – behagte den Einheimischen nicht.

Zudem fiel ihre rechte Angriffsseite völlig aus. Teamtopskorer (64) und rechte Flügel Oliver Zimmermann konnte keinen Torerfolg verbuchen.

Die Führung wechselte ständig

Zu den Ausfällen im Abschluss gesellten sich Probleme in der Defensive. «Wir haben zu viele Tore aus neun bis zehn Metern erhalten», sagte Toth. Bis zu den fatalen sieben Minuten verlief das Geschehen «normal». Zwei ebenbürtige Mannschaften kämpften hartnäckig, verbissen und emotional um den Tagessieg. Weder die Solothurner noch die Seeländer konnten sich entscheidend absetzen.

Offenbar konnten die Ambassadoren den Schwung vom letzten Highlight-Sieg gegen Leader Leimental nicht mitnehmen – die Leimentaler gaben erstmals Punkte ab. «Wir konnten beim 20:18 das Spiel nicht entscheiden und haben dann wieder zu viele Fehler gemacht», erkannte Toth.

Der slowakische Peter Hlavtur an der Lysser Seitenlinie bewies sein taktisches Geschick, indem er sein Team umgehend auf neue Spielsituationen einzustellen vermochte.«Mir stellt sich die Frage, wie die Spieler diese Niederlage verarbeiten», sagte Toth. Für ihn wurden die Erwartungen im Verlauf dieser Serie zu hoch geschraubt.

Auch ohne diese Niederlage wäre für den Ungaren ein Wunder nötig gewesen, unter die ersten zwei vorzustossen. «Wir hätten alle Spiele gewinnen müssen und die Spitzenvereine unerwartete Punkte abgeben müssen», stellte Toth fest. Ein fünfter oder sechster Schlussrang war und bleibt für ihn realistisch.

Nun liegen die Aarestädter aktuell einen Rang hinter Lyss auf Platz fünf.

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