Als das Derby mit 25 Minuten Verspätung endlich begann (das kurzfristig aufgebotene Schiedsrichterduo reiste direkt von einem Spiel in Thun an), hätte man annehmen dürfen, dass alle warmgespielt wären. Weit gefehlt: Büren war noch nicht bereit.

Solothurn Regio legte los wie die Feuerwehr, und hinten zeigte Goalie Zimmermann gleich ein paar sensationelle Paraden. Büren begann träge und lag rasch 0:4 im Rückstand, und der Match schien verloren, bevor er richtig begonnen hatte.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Erst in der siebten Minute gelang den Seeländern das erste Tor. Doch dann hatte auch Büren zu seinem Spiel gefunden und glich rasch auf 7:7 aus. In der ersten Hälfte ging es munter hin und her. Und Solothurn ging mit einem Tor Vorsprung in die Pause.

In der zweiten Hälfte sah man dann aber nur noch eine Mannschaft: Büren hatte gemerkt, dass es einfacher ist, die Tore zwischen den Beinen des Goalies hindurch zu erzielen, als platzierte Hammerwürfe zu versuchen. Nach wenigen Spielzügen hiess es 19:17 für die Einheimischen, die den Vorsprung danach sukzessive Tor um Tor ausbauen konnten.

Zudem unterliefen den Solothurnern extrem viele Fehlpässe und Fangfehler. «Dass wir in unserer Halle kein Harz verwenden dürfen, war sicher ein Nachteil für die Gäste», erklärte nach Spielschluss Bürens Spielertrainer Martin Heiniger. Er war glücklich, dass sich sein Team nach der Blamage gegen Schlusslicht HGO derart gut aufgefangen hatte.

«Es wurde nicht gekämpft»

«Es wurde nicht gekämpft, ich habe zum Beispiel kaum je einen gesehen, der auf einen freien Ball gehechtet wäre», erklärte Solothurns Nummer 10, Pascal Wyss, die schwache Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Kam dazu, dass die Solothurner einige Male reklamierten, das Schiedsrichterduo pfeife gegen Büren weniger streng, wenn es darum ging, Zweiminutenstrafen auszusprechen. «Eine Entschuldigung darf das aber nicht sein», sagte Solothurns Trainer René Paratore, «Büren hat am Ende verdient gewonnen.»

Das Fazit des Spiels: In dieser ersten Zweitliga-Gruppe kann jeder jeden schlagen, es kommt auf die Tagesform an. Mit weiteren solchen Leistungen sollte sich Büren aus dem Abstiegskampf raushalten können, während Solothurn so nicht um den Aufstieg mitmischen wird.