Eishockey
Nach einer 6:3-Gala ist der SC Langenthal wieder auf Rang 2

Auswärts ist der B-Ligist SC Langenthal nicht zu bremsen: Er siegt zum vierten Mal in Serie. In einem alles mit sich reissenden Sturmlauf nimmt er die «Festung» La Chaux-de-Fonds ein.

Daniel Gerber
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SCL-Captain Stefan Tschannen (Mitte) ist zufrieden.

SCL-Captain Stefan Tschannen (Mitte) ist zufrieden.

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«Wir holen die Punkte in La Chaux-de-Fonds.» Diese Kampfansage machte SCL-Verteidiger Yves Müller wenige Minuten nach der ärgerlichen 0:1-Pleite auf eigenem Eis gegen Red Ice Martigny. Zu erwarten war im Neuenburger Jura ein deutlich offensiveres Geschehen als die Beton-Partie gegen die Walliser. Dass aber nach elf Minuten bereits viermal mehr Treffer gefallen waren, als gegen Martigny in sechzig Minuten, war nun doch bemerkenswert. SCL-Trainer Olivier Horak: «Martigny hatte gemauert, heute erlebten wir ein ganz anderes Spiel. Das was daheim nicht geklappt hat, ist nun auswärts gelungen.»

Verheissungsvoller Auftakt für Langenthal: nach nur 28 Sekunden traf Jeffrey Füglister zur 1:0-Führung. Doch zu unbedarft gaben die Oberaargauer die Führung wieder ab: Michael Neininger durfte sich als Doppeltorschütze feiern. Beim 1:1 traf er fast von der blauen Linie bei freier Sicht und beim 2:1 konnte er unbedrängt den Abpraller «zurückerstochern» und einschieben. Doch der plötzliche Rückstand war rasch gegessen, verdaut und abgetragen: bereits mit einem der nächsten Gegenstösse traf Pascal Gemperli mit einem wuchtigen Schuss.

3-Tore-Show

Auch im Mitteldrittel folgten die Tore in kurzer Folge: innerhalb von weniger als neun Minuten zog das Team von Trainer Olivier Horak mit drei Treffern auf eine 5:2-Führung davon. Mal mit einem Querpass, der Torhüter Damiano Ciaccio dazu zwang, das Tor weit zu öffnen, mal mit einem Backhand-Schuss unter dem Goalie hindurch.

Auch die Romands kamen insbesondere im Power-Play zu gefährlichen Chancen, mit ein klein wenig mehr Abschlussglück wäre ein rascher Anschluss denkbar gewesen.

Ein stilsicherer SCL vermochte den Sieg gegen einen ambitionierten Gegner nach Hause zu tragen. Und da Red Ice Martigny mehr Tore als Langenthal kassierte, verfügt der SCL nun wieder über die stärkste Abwehr der Liga.

Und daheim?

Auswärts siegte der SC Langenthal nun also zum vierten Mal in Serie. Somit steht eine grosse Frage im Raum: Wie weiter auf eigenem Eis? Denn dort zeigte das Team zuletzt einen «Heimnachteil», mit fünf Niederlagen in sechs Spielen. SCL-Captain Stefan Tschannen: «Auswärts haben wir weniger Druck. Wir spielen einfacher und freier. Daheim wollen wir es allen recht machen und machen uns zu viel Druck, aber ich spiele sehr gerne im Schoren.» Das nächste Mal bereits am Freitag, wenn die Basel Sharks zu Gast sind.