Der EHC Olten hinterlässt einen dieser Tage als Beobachter bisweilen etwas ratlos. Die Mannschaft pendelt seit dem herausragenden Auftritt in La Chaux-de-Fonds in ihren Leistungen zwischen den Extremen. Das Spiel gegen die Zug Academy gab dabei besten Anschauungsunterricht. Es gab Momente, in denen man sich fragte: Wie ist es möglich, dass eine derart talentierte Mannschaft in der Offensive so wenig zustande bringt? Und dann gab es wieder die Phasen, in welcher die Mannschaft ihre Klasse aufblitzen liess, die Zuschauer mit fünf Toren im Schlussdrittel für ihre Leidensfähigkeit entschädigte und die drei Punkte schliesslich doch noch sicher ins Trockene brachte.

EHC Olten - EVZ Academy: Alle Tore.

Den Cup-Match im Hinterkopf

Aber welches ist denn nun das wahre Gesicht dieses EHC Olten? Trainer Chris Bartolone: «Manchmal läuft es nicht so, wie man das gerne hätte. Wir hatten Mühe, uns auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Einige Spieler waren mit den Gedanken schon bei der Cup-Partie vom Sonntag. Aber dann haben wir im letzten Drittel eine herausragende Reaktion gezeigt. Das war beeindruckend.» In der Tat war der Schlussspurt der Oltner nicht von schlechten Eltern. Das, was während gut 45 Minuten nicht funktionierte – also eigentlich alles – klappte plötzlich wie am Schnürchen. Als eine der grössten Waffen entpuppte sich dabei einmal mehr das Powerplay. Die dezimierten Zuger, bei denen ein kompletter Block mit den besten Spielern derzeit im NLA-Team aushelfen muss, hatten, als der EHCO endlich den Rhythmus erhöhte, Mühe, sich von der Strafbank fernzuhalten und kassierten schliesslich drei Gegentore in Unterzahl.

Gervais mit zwei Skorerpunkten

Ein besonderes Augenmerk galt in dieser Partie dem Oltner Kanadier Bryce Gervais. Nun: Der Mann, der an diesem Wochenende quasi auf Bewährung spielt, buchte immerhin zwei Skorerpunkte und erzielte sein drittes Saisontor zum 6:2-Schlussstand. Richtig neue Erkenntnisse brachte sein Auftritt jedoch nicht wirklich. Punkto Einsatz kann man Gervais nichts vorwerfen. Aber er taucht immer noch zu oft in der Masse unter, wenn es der ganzen Mannschaft nicht läuft – wie gestern in den ersten beiden Dritteln.


Am Sonntag steht für die Oltner nun das Cup-Duell gegen die Rapperswil-Jona Lakers auf dem Programm. Die Hoffnung auf eine Überraschung gegen das Schlusslicht der National League ist allgegenwärtig. Die Lakers verloren am Freitag in Ambri (1:2) ihr zehntes von elf Meisterschaftsspielen. In diesen elf Partien gelangen ihnen lediglich zehn Tore. Der EHCO wird also auf einen ziemlich verunsicherten und auch bereits recht demoralisierten Gegner treffen. Umso wichtiger ist es für die Mannschaft von Chris Bartolone, dass sie von Anfang an hellwach und bereit ist.

Ungewöhnliche Anspielzeit

Ungewöhnlich ist die Anspielzeit am Sonntag um 13.30 Uhr, was sich auch auf die unmittelbare Matchvorbereitung auswirkt. Das klassische Warm-up am Vormittag des Spieltags entfällt. Dafür wird die Mannschaft schon am Samstag-Nachmittag kurz auf dem Eis die Beine bewegen. Wichtig ist für Bartolone deshalb, dass seine Spieler den Schwung des letzten Drittels gegen die Zuger mitnehmen in die Cup-Partie. «Es wird ein sehr schwieriges Spiel. Rapperswil ist ein A-Team, auch wenn sie momentan Mühe haben. Wir müssen unsere beste Leistung aufs Eis bringen, wenn wir sie schlagen wollen.»

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