Nach der 4:10-Heimniederlage in Zürich tags zuvor war ein Sieg von Wiler-Ersigen im fünften Playoff-Halbfinal gegen GC fast Pflicht. Gebot, um die Chance auf den Einzug in den Playoff-Final nicht auf ein Minimum zu reduzieren. Nun, bis 14 Sekunden vor Schluss ging die Rechnung für Wiler top auf. Bis GC mit einem Mann mehr und ohne Goalie in extremis den 6:6-Ausgleich markierte und damit eine Verlängerung erzwang. «Vielleicht waren wir in der Schlussphase etwas zu passiv und musste deswegen noch einmal den Ausgleich hinnehmen», hielt Christoph Hofbauer fest. Rüegger war es schliesslich, der in der 68. Minute den «Gamewinner» im Netz parkierte. GC sicherte sich damit den dritten Sieg in Folge, führt jetzt in der Serie 3:2 und kann am Samstag zu Hause den Sack zumachen.

Enge Kiste

Es würde eine enge Kiste werden, das war gestern schnell klar. Ein Spiel, in dem GC, heiss und beflügelt ob den zwei vorausgegangenen Erfolgen, vieles leichter fallen würde, als den Bernern. Ein Momentum-Spiel also. Prompt gingen die Zürcher in Führung. Dies, obwohl die Einheimischen von der ersten Sekunde an voll parat waren und Druck auf das GC-Tor ausübten. Mit Christoph Hofbauer als umfunktioniertem Verteidiger – Wiler muss auf Garnier und Gerber verzichten – liessen es die Gastgeber nie am nötigen Biss und Willen vermissen.

Vorab in der Offensive war aufseiten von Wiler indes zu Beginn eine gewisse Unsicherheit unübersehbar. Da versprangen Bälle zur Unzeit, flogen die Kugeln am Tor vorbei oder dem Goalie in den «Schoss», fehlte Tempo und Kreativität in der Angriffsauslösung und schob man die Verantwortung von Norden nach Süden oder Westen nach Osten zu. GC, bei dem es aktuell flutscht, konnte die Führung so relativ ring halten – vorerst.

Hofbauersche Gala

Mit zwei Treffern innerhalb von 48 Sekunden war es Matthias Hofbauer, der das Blatt zu Beginn des Schlussdrittels dann allerdings wendete. Der «Master-of-Unihockey» bewies einmal mehr seine Leadership und hauchte seiner Truppe mit seiner Doublette frische Energie ein. Wiler, moralisch tadellos, hatte das Momentum nun auf seiner Seite. Jetzt regierten die Grünen im eher bürgerlichen Kirchberg. Um das hofbauersch-finale Gala-Drittel zu vollenden, war es Christoph, der auf 6:4 erhöhte. Hätte Wiler noch einen draufpacken können, wäre die Sache Fall gegessen gewesen. «Das sehe ich auch so», so Christoph Hofbauer. Aber: «Wir waren etwas zu sehr darauf bedacht, Fehler zu vermeiden und haben darum zu wenig Risiko genommen.» Und: «Ohne Risiko schiesst man keine Tore», stellt Temporär-Verteidiger Christoph Hofbauer fest. Darum gelang Wittwer in der 52. der Anschlusstreffer, der das Unheil schliesslich einleitete. «Es ist noch nicht vorbei, wir müssen und werden voll dran bleiben. Es gab auch in diesem Spiel gute Sachen, die wir mitnehmen können», schliesst Christoph Hofbauer seine Bilanz.