Anstoss im Stadion ist heute um 16 Uhr. Vor dem Abschlusstraining schaute Silvan Büchli im Solothurner Stadion dem 1. FC Kaiserslautern beim Aufwärmen zu, und ein wenig Wehmut war in seinem Blick schon zu erkennen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Profi in der Deutschen Bundesliga und einem Spieler der 1. Liga? «Es ist nicht unbedingt das Talent», meint der 22-jährige Luzerner, «es ist das Glück und der unbändige Wille, es immer wieder zu versuchen und nie aufzugeben, bis man es geschafft hat.»

Mit Champagner und Miss Schweiz

Der gross gewachsene, kopfballstarke Innenverteidiger war selber nahe dran. Sehr nahe. Im Jahr 2007 kam Silvan Büchli als 17-Jähriger zweimal bei Luzern unter Ciriaco Sforza in der Super League zum Einsatz und 2010 spielte er unter Rolf Fringer gegen Basel und Zürich. Überhaupt schien die Welt damals in Ordnung: Mit seiner Freundin Kerstin Cook, Miss Schweiz 2010, wurde er Champagner trinkend in der «Schweizer Illustrierten» abgebildet.

Doch es geht nicht immer nur aufwärts. Das musste auch Büchli schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Die starke Leistung beim 4:1-Sieg gegen den FCZ hätte seinen Durchbruch als Profifussballer bedeuten können. Doch gleich danach riss er die Achillessehne an. «Das hat mich entscheidend zurückgeworfen», blickt Büchli zurück. Doch er sieht auch das Positive: «Seit ich 12 bin, habe ich versucht, Profi zu werden, und ich habe erlebt, wie es ist. Für mich wäre heute das Leben als Fussballprofi zu eintönig. Ich liebe den Fussball, aber meine Arbeit ist die Erfüllung», sagt der Luzerner aus Littau, dem Dorf am Eingang zum Entlebuch.

Angestellt ist er zu 60 Prozent von der Swissporarena auf der Luzerner Allmend, wo er in der Administration und dem Marketing eingesetzt wird. «Ich denke, die 1. Liga ist für mich gerade richtig. Hier geht es um viel, denn ich bin ehrgeizig. Aber ich kann auch arbeiten, und das gefällt mir. Nur Fussball, das wäre mir zu wenig.»

Aus dem Bauch gewählt

Solothurn aus dem Bauch gewählt. «Ich will bei einem ambitionierten Verein spielen. Ich denke, dieses Team ist gut zusammengestellt und kann noch viel erreichen.» Bisher lief es allerdings noch gar nicht nach Wunsch. «Aber das Schöne ist, dass alle am gleichen Strick ziehen.» So fordert Büchli nur etwas Geduld. «Ein Sieg und dann geht es mit dem FC Solothurn aufwärts.»