Wenn nur einer zuschlägt, dann kommt es zu keiner Schlägerei – es braucht dazu immer mindestens zwei Gegner, die draufhauen. So war es auch beim FC Bellach, als sich vor drei Wochen im Trainingslager in Las Palmas in einer Disko Mitglieder des FC Bellach prügelten, bis die Polizei einschritt. Neben vielen blauen Flecken war ein gebrochenes Handgelenk das Resultat.

Wer hat angefangen? Wer ist der Bösewicht, wer das Opfer? Das sind Fragen, die für immer ohne definitive Antwort bleiben werden. Etwaige Klagen, die wegen Tätlichkeiten und Körperverletzung eingereicht wurden, werden im Sand verlaufen. Die Solothurner Staatsanwaltschaft ist nicht dafür zuständig, was im spanischen Las Palmas passiert ist. Da wahrscheinlich nie ein Richter ein Urteil fällen wird, gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung – gleichzeitig ist aber der moralische Schaden für alle Seiten gewaltig.

Rücktritt ungewiss

Dieter Allemann, einer von drei Präsidenten des FC Bellach, will sich nicht zum Vorfall äussern und verrät auch nicht, ob er beabsichtigt, vom Amt zurückzutreten und ob seine beiden Söhne Oliver und Michael weiterhin für den FC Bellach spielen werden. «Wir werden nächste Woche eine Sitzung abhalten und erst dann wird der Vorstand beschliessen, wie wir den Fall zu einem Abschluss bringen», erklärt Tobias Gunzinger, der ebenfalls zum präsidialen Triumvirat zählt.

Las Palmas ungeeignet

Die drei Spieler Nicolas Mülhauser, Calvin Corti und Michael Obrecht haben aus dem Bruch, der seit dem Trainingslager durch den Verein geht, ihre persönlichen Konsequenzen gezogen. Sie haben den FC Bellach bereits verlassen und sich dem FC Iliria Solothurn angeschlossen.

In einem Punkt sind sich alle einig: Die Schlägerei hat den FC Bellach moralisch schwer angeschlagen. «Ich habe von Anfang an gewarnt, dass Las Palmas der falsche Ort für ein Trainingslager ist», sagt ein FCB-Mitglied, das lieber nicht genannt werden möchte. Er sei bereits im Bett gewesen, als es zur Schlägerei kam. «Die Mannschaft wollte wegen der Party dort hin und nicht zum Trainieren. Und dann war allen klar, dass da ein paar darunter sind, die die Kontrolle über sich verlieren, wenn sie zu viel trinken. Die Schlägerei hat mich nicht überrascht.»

Auf Abgänge reagiert

Moralisch wird der FC Bellach noch lange am Vorfall zu beissen haben. Bei den Sponsoren und im Dorf hat das Image des Fussballklubs schwer gelitten. Sportlich dürfte es für den FC Bellach trotzdem kein Problem werden, in der Solothurner 2. Liga zu verbleiben. Die Abgänge konnten bereits durch Igor Pavlovic, Sercko Kovacevic und Samuel Willi vom FC Gerlafingen kompensiert werden.