1. Liga Classic
Nach der Odyssee kommt der Höhenflug für Christian Miani

Der FC Grencheni empfängt heute zuhause im Spitzenspiel den FC Baden. Mit dabei ist Stürmer Christian Miani, der vom FC Biel an den FCG ausgeleiht wurde. Er hat eine wahre Odyssee hinter sich.

Hans Peter Schläfli
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Klar und deutlich: Trainer Max Rüetschli erklärt die Taktik des kommenden Spiels, Goalietrainer Charles Zingg, Cristian Miani hören zu.

Klar und deutlich: Trainer Max Rüetschli erklärt die Taktik des kommenden Spiels, Goalietrainer Charles Zingg, Cristian Miani hören zu.

Hans Peter Schläfli

Diese Worte lässt man sich gerne auf der Zunge zergehen: Spitzenkampf im Grenchner Stadion Brühl. Wann durfte man das zum letzten Mal mit gutem Gewissen sagen? Und ganz sicher war damals keiner dabei, der sich beim Abschlusstraining in der Kabine von Trainer Max Rüetschli auf den Match von heute Samstag gegen Baden (Anstoss 17.30 Uhr) einstimmen liess.

Das Motto des Tages hatte Rüetschli in grossen Buchstaben an die Kabinenwand gepinnt: «Gute Spieler wissen, was sie machen müssen, um Erfolg zu haben. Erfolgreiche Spieler tun es.»

So wie Cristian Miani. Bereits 12 Tore hat er für den FCG geschossen. Der gerade erst 19-jährige KV-Lehrling hat eine kleine Odyssee hinter sich. Von seinem Stammklub Langenthal in der 2. Liga inter wechselte er zum U21-Nachwuchs der Young Boys in der 1. Liga. Die Berner liehen ihn an den FC Biel in die Challenge League aus, der ihn vorerst einmal bis zur Winterpause in Grenchen parkierte. «Zum Spielpraxissammeln, damit ich mich dann beim FC Biel durchsetzen kann», erklärt der Stürmer mit der Nummer 9. «Wenn man einfach nur die Namen der Klubs anschaut, dann könnte man schon meinen, das sei frustrierend. Aber meine Karrierekurve zeigt nicht nach unten, sondern aufwärts. Bei YB spielte ich ja auch in der 1. Liga, aber nur im Nachwuchs. Das ist nicht so toll, da ist der FC Grenchen ein Schritt nach oben. «Bei YB sei er einige Male mit der 1.Mannschaft dabei gewesen, aber woran es liegt, dass er den Sprung nicht geschafft hat, wisse er nicht. «Ich hatte das Gefühl, die Young Boys geben den Jungen nicht wirklich eine Chance, und deshalb wollte ich wechseln.»

Der technisch starke, schnelle Dribbelkünstler hatte auch schon seine Zweifel, ob der Entscheid richtig war: «Ehrlich gesagt, während der ersten Woche in Grenchen fragte ich mich manchmal, ob das hier gut kommt. Dann hat mich die Mannschaft positiv überrascht. Die Spieler können etwas und der Trainer hat auch eine Ahnung vom Fussball, sonst wären wir ja nicht so weit oben in der Tabelle.»

Irgendwann Spanien oder Italien

Nun trainiert Cristian Miani von Montag bis Mittwoch mit dem FC Biel, um dann die eigentliche Matchvorbereitung beim FC Grenchen zu absolvieren. «Obwohl es mir beim FCG sehr gut gefällt, möchte ich mich natürlich möglichst schnell in der Challenge League durchsetzen», beschreibt er seine Ambitionen. «Ich will Profi werden und träume davon, irgendwann in Spanien oder Italien spielen zu können», sagt Cristian Miani, der mit seinen halb italienischen, halb spanischen Wurzeln die verschiedenen Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlaufen hat.