Schwingen

Nach dem ersten Festsieg gehts für Urs Hauri zurück in die Rekrutenschule

Urs Hauri aus Oberbipp legt im Schlussgang des Engelberg-Schwingets Mathias Studinger auf den Rücken. markus müller

Urs Hauri aus Oberbipp legt im Schlussgang des Engelberg-Schwingets Mathias Studinger auf den Rücken. markus müller

Urs Hauri vom SK Thal-Gäu hat sich ob Dulliken den ersten Sieg an einem Rangschwingfest geholt. Beim Engelberg-Schwinget gewinnt der 21-jährige Rekrut nach gerade mal 18 Sekunden im Schlussgang gegen Lokalmatador Mathias Studer.

Nach gerade mal 18 Sekunden drückte der Kampfrichter auf den Knopf seiner Stoppuhr. Lediglich so viel Zeit benötigte der gebürtige Härkinger Urs Hauri, um den Lokalmatador Mathias Studinger vom SK Aarau im Schlussgang des Engelberg-Schwingets mit Kurz und Nachdrücken auf den Rücken zu legen. Für den 21-jährigen Hauri ist es der erste Sieg an einem Rangschwingfest.

«Ich freue mich riesig», sagt er kurz nach seinem blitzschnellen Schlussgangsieg. «Ich war ziemlich geladen und extrem nervös. Ich habe Mathias Studinger wohl überrumpeln können», meint Hauri zu seinem Startfurioso im Schlussgang. Genauso wie der gebürtige Däniker Mathias Studinger verzeichnete Urs Hauri in den ersten fünf Gängen vier Siege und einen Gestellten.

Rekrutenschule statt Training

Der Sieg von Hauri ist umso bemerkenswerter, da für ihn in den vergangenen 18 Wochen gar kein geregelter Trainingsbetrieb möglich war. Denn der Schwinger vom SK Thal-Gäu absolviert derzeit die Rekrutenschule. «Vielleicht war es für mich gerade richtig, dass ich in den letzten Wochen nicht viel ans Schwingen denken konnte», sagt er. Zeit, um den Festsieg gebührend zu feiern, bleibt ihm nicht viel, denn nur kurz nach dem Schlussgang muss Hauri die Reise nach Walenstadt antreten, er muss einrücken.

Wegen der RS steht für den Oberbipper die Teilnahme beim Weissenstein-Schwinget am kommenden Wochenende noch infrage: «Wir haben Durchhalteübung. Die geht übers Wochenende. Aber ich habe ein Gesuch gestellt und hoffe, dass ich freibekomme.» Nicht mitreden um den Sieg auf dem Engelberg ob Dulliken konnte gestern Stephan Studinger. Der Vorjahressieger aus Däniken war zwar gemeldet, er musste bei seinem Heim-Schwingfest jedoch krankheitshalber passen.

70 Jungschwinger im Einsatz

Dafür standen beim Engelberg-Schwinget 70 Nachwuchskräfte im Sägemehl. Sie packten nicht minder engagiert und ehrgeizig zu, als die grossen Vorbilder. Gabathuler Björn aus Himmelried entschied bei den Jahrgängen 1998/99 den Sieg mit beeindruckenden 59,75 Punkten für sich. Bei den Jahrgängen 2000/01 profitierte Timo Oehler aus Dittingen davon, dass sich Simon Schmutz aus Mümliswil und Reto Schaub aus Beinwil im Schlussgang mit einem Gestellten trennten.

Christ Dario aus Gempen reüssierte bei den Jahrgängen 2002/03, er bodigte im Schlussgang Yanik Bucher aus Rothrist. Und bei den Jüngsten (Jahrgänge 2004/05) holte sich Tim Roth aus Erlinsbach den Sieg, er zeigte im Schlussgang Marino Christ aus Gempen den Meister.

Den OK-Präsidenten freuts

Das traditionsbewusste Schwingfest auf dem Engelberg erfreut sich fünf Jahre nach seiner Wiedergeburt grösster Beliebtheit. Nicht weniger als 1000 Besucher pilgerten auf das Festgelände – das bedeutet im Vergleich zum vergangenen Jahr ein erneutes Wachstum. «Ich bin ganz zufrieden», sagt deshalb auch OK-Präsident Anton Felder aus Safenwil. Der Besucheraufmarsch am gestrigen sommerlichen Sonntag freut ihn, trotzdem merkt er an: «Uns ist wichtig, dass das Schwingfest auf dem Engelberg seinen stimmungsvollen Charakter beibehalten kann.»

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