Handball
Nach Abstieg: Das süsse Leben beim TV Solothurn ist vorbei

Die Solothurner streben nächste Saison den sofortigen Wiederaufstieg in die Nationalliga B an. Dafür werden harte Extraschichten eingelegt.

Fabio Baranzini
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Michael Wassmer (rechts) und seinen Kollegen beim TV Solothurn geht es in den nächsten Wochen im Training an den Kragen. Marcel Bieri/ARCHIV

Michael Wassmer (rechts) und seinen Kollegen beim TV Solothurn geht es in den nächsten Wochen im Training an den Kragen. Marcel Bieri/ARCHIV

Marcel Bieri

Dass es für den TV Solothurn schwierig werden würde, den Abstieg aus der Nationalliga B noch zu verhindern, hat sich seit längerem abgezeichnet. Nun ist es definitiv. Drei Runden vor Schluss der Meisterschaft ist auch rechnerisch nichts mehr zu machen.

Der TV Solothurn steigt nach der 26:31-Heimniederlage gegen die Kadetten Espoirs in die 1. Liga ab. Es ist die logische Konsequenz einer enttäuschenden Saison, in der die Ambassadoren in 23 Spielen lediglich drei Siege und zwei Unentschieden herausholen konnten und seit dem zweiten Spieltag auf einem Abstiegsplatz standen.

Für Trainer Matthias Heger, der die Solothurner seit Anfang Jahr coacht, und Geschäftsführer Stefan Blaser ist jedoch klar: Der TVS wurde in dieser Saison deutlich unter Wert geschlagen. Der Hauptgrund für das schwache Abschneiden ist für Heger die lange Verletztenliste. Mit Alain Blaser, Michael Wassmer, Jan Tatarinoff, Oliver Zimmermann und Tom Althaus, dem zweitbesten Torschützen des Teams, waren im letzten Spiel gegen die Kadetten Espoirs gleich fünf Leistungsträger angeschlagen oder sind gar ausgefallen.

Ein Problem, das sich durch die gesamte Saison der Solothurner zog. «Es gab Spiele, da war praktisch die ganze Mannschaft angeschlagen. Unter solchen Bedingungen ist nicht an ein normales Training zu denken», so Heger, der die Ausfälle mit Spielern aus der U19-Elite-Mannschaft kompensieren musste.

Die vielen Verletzten sind aus der Sicht von Heger nicht einfach nur dem Zufall oder dem Pech zuzuschreiben. «In den letzten Saisons wurde im konditionellen Bereich viel zu wenig gearbeitet. Wenn die Spieler dann noch am Limit laufen, weil es in die entscheidende Phase der Meisterschaft geht, sind sie umso anfälliger für Verletzungen.»

Entsprechend ist für den Trainer auch klar, in welchem Bereich er den Hebel in der Vorbereitung auf die nächste Saison ansetzen wird. «Die Jungs werden‚ ein anderes Leben ‹geniessen›, um es Mal so auszudrücken. Vom Torhüter bis zum letzten Feldspieler werden alle bis zu den Sommerferien extrem viel laufen müssen.»

Das werden die Solothurner auch bitter nötig haben, denn Geschäftsführer Stefan Blaser setzt die Ziele für die nächste Saison hoch: «Wir streben den direkten Wiederaufstieg an.» Dabei will er nichts dem Zufall überlassen. Das Trainingspensum der Spieler wird von drei auf vier Einheiten pro Woche erhöht und die Zusammenarbeit mit dem NLB-Verein BSV Bern Muri bleibt weiterhin bestehen. «Wir werden die kommende Meisterschaft professionell angehen und mit unseren jungen Spielern konsequent weiterarbeiten», so Blaser.

Rund 80 Prozent der Spieler haben bereits zugesagt, dass sie auch nächstes Jahr wieder für den TV Solothurn auflaufen werden – teilweise trotz Angeboten aus der Nationalliga B.

Trainer Heger möchte trotzdem noch die eine oder andere Verstärkung ins Team holen. «Die rechte Flügelposition bereitet mir noch etwas Kopfzerbrechen. Ansonsten bin ich aber überzeugt, dass wir ein gutes Team haben, mit dem wir zumindest die Aufstiegsrunde erreichen sollten.»