Es war ein Saisonende zum Vergessen, jenes des EHC Olten im letzten Februar gegen den EHC Visp. Gar noch zwei Spiele früher als für seine Kollegen war für Remo Meister Schluss. Ihm wurden im dritten Viertelfinal, wegen eines angeblichen Angriffs auf einen der Unparteiischen, gleich zehn Spielsperren aufgebrummt. Deren acht blieben mit Beginn der neuen Saison übrig, und das heisst, dass Meister heute, beim 9. Auftritt seiner Mannschaft, wieder mittun kann.

Er sei zwar top motiviert, aber auch ein wenig nervös, räumt er ein, «ich hoffe, es kommt gut». Dass er die ersten acht Partien von der Tribüne aus mitverfolgen musste, obwohl er bereit gewesen wäre, das sei nicht ganz einfach gewesen. «Es ist vor allem die Spielintensität, die mir fehlt, das holt man sich nicht einfach so im Training. Es ist immer das Gleiche: Je mehr Eiszeit man erhält, umso besser kommt man ins Spiel.» Wirklich simulieren konnte der Oltner die fehlenden Ernstkämpfe nicht. Was er tun konnte, waren zusätzliche Läufe oder Sondereinheiten auf dem Eis: «Mehr nicht.»

Und so geht es für den 25-Jährigen also erst heute so richtig los. Das Spiel in Martigny habe für ihn durchaus den Charakter eines Saisonauftakts, obwohl er die Vorbereitung mit der Mannschaft ja mitgemacht habe. Und mit den ersten Einsätzen werden dann wohl auch die faulen Sprüche ein wenig abnehmen. «Die gab es natürlich, das ist normal. Man darf nicht die kleinste Angriffsfläche bieten – das wird gnadenlos ausgenutzt.» Dass es ihn, angesichts des Laufs seines Teams, im Moment ja gar nicht brauche, geht ebenfalls in diese Richtung. Meister lacht: «Nun, sie spielen wirklich gut. Mein Ziel muss es sein, dass ich möglichst schnell auf diesem Niveau spielen und mithelfen kann, diesen ersten Platz zu verteidigen.» Aber auch Meister weiss: Was zählt, ist vor allem das Abschneiden in den Playoffs. Und bis dahin dauert es noch ganze 42 Qualifikationsspiele lang.

Der Kampf ist zurück beim EHCO

Eine allzu lange Angewöhnungsphase dürfte ihm aber dennoch nicht zugestanden werden. Nach dem Langzeitverletzten Simon Schnyder fällt mit Christian Haldimann (Diagnose steht noch aus) ein weiterer Verteidiger für unbestimmte Zeit aus, womit Meister von Anfang an in den ersten drei Verteidigerpaaren wird mittun müssen. «Jeder Spieler hat seinen eigenen Stil, ich sehe aber grundsätzlich kein Problem, einzuspringen. Ich muss aber sicher zuerst einmal die Spielintensität zurückerlangen.»

Als Aussenstehender hat Meister in den ersten Spielen vor allem eines festgestellt: Der EHC Olten zeigt wieder mehr Kampf als noch letzte Saison, und natürlich ist auch ihm die Stärke in Box- und Powerplay nicht verborgen geblieben. «Das spielen wir wirklich sehr gut, denn diese Sondersituationen entscheiden in der Regel auch das Spiel.» Und dann sei ganz einfach auch vieles neu in Olten, die Saison, der Coach, die Spieler, welche grossen Einfluss auf das Spiel nehmen. Auch heute in Martigny? «Wir müssen sicher versuchen, ihnen unser Spiel auszuzwingen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sie spielen werden», meint er zur grossen Unbekannten der Liga. Nachdem die Oltner zuletzt dreimal hintereinander sieben Treffer erzielten, bleibt eigentlich einzig die Frage, welches Resultat am Rhoneknie herausspringt. «Das Ziel ist natürlich, zu null zu spielen und damit dem Torhüter den Shutout zu ermöglichen», meint Meister, ohne zu zögern.

Kein richtiges Duschvergnügen

Richtige Erinnerungen an den Gegner oder Auftritte in der Patinoire Municipale du Forum, in welcher man am 21. Dezember 2007 letztmals spielte und 4:0 gewann (Torschützen u.a. Aeschlimann, Schwarzenbach und Wüthrich), sind beim Oltner Verteidiger kaum mehr vorhanden. Es ist ohnehin alles neu beim HC Red Ice, hoffentlich auch die sanitären Anlagen im Stadion – denn da kommen die Erinnerungen auf einen Schlag zurück. «Sie hatten diese wirklich alten Duschen mit der grossen Brause und der Eisenkette, die man herunterziehen musste. Liess man sie wieder los, kam kein Wasser mehr.» Bleibt die Hoffnung, dass in Martigny nicht nur bezüglich Spielstärke der 1. Mannschaft etwas gegangen ist.