Der FC Dulliken steigt am Samstag mit einem Rückstand von einem Punkt auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz in die Rückrunde der 2. Liga inter. Insgesamt zehn Zähler sammelten die Dulliker in der ersten Saisonhälfte.

Damit für die Niederämter das Abenteuer 2. Liga inter nicht nach der sechsten Saison endet, ist eine Steigerung nötig. «Um den Ligaerhalt zu schaffen, brauchen wir 25 Punkte», wägt FCD-Trainer Alessandro Rizzo ab. «Wir müssen uns also um 50 Prozent steigern in der Rückrunde.»

Dies sei vor allem deshalb möglich, weil sich die Spieler mittlerweile besser kennen und verstehen. «Zudem hatten wir Anfang März ein gutes Trainingslager in Alicante und allgemein eine sehr harte Vorbereitung», ergänzt Rizzo. Im Sommer war an eine ordentliche Vorbereitung gar nicht zu denken.

Dulliken musste nach dem Spieler-Exodus mehr als zwanzig Transfers abwickeln. «Dann kamen noch die üblichen Absenzen dazu. Im taktischen Bereich konnten wir deshalb nichts machen. Es ging zuerst darum, dass sich die Jungs kennenlernen und dass wir den richtigen Charakter und die Mentalität hinbringen.»

Einen Stammspieler verloren

Die Zuzüge und Abgänge im Winter halten sich beim FCD in Grenzen. Mit Edon Morina verlässt ein Stammspieler der Klub in Richtung Ligakonkurrenten FC Olten. «Für die Stimmung im Team ist es besser, wie es jetzt ist», sagt Rizzo. «Wir verlieren zwar etwas fussballerische Qualität, aber er war zu negativ auf dem Platz. Dies kann unsere junge Mannschaft nicht gebrauchen. Wir haben beide gemerkt, dass es so nicht geht.»

Morina soll im Mittelfeld durch Rinor Slishani ersetzt werden, der wieder fit ist. Dessen Bruder Rit Slishani kam im Winter vom FC Trimbach. Der zweite Zuzug ist Jan Zimmerli vom FC Hägendorf, der eigentlich den verletzten Lars Kaufmann auf dem Flügel vertreten sollte. Weil sich Zimmerli in der Vorbereitung an der Schulter verletzte, wurden Rizzos Pläne durchkreuzt.

«Wenn du kein Geld hast, kannst du auch nicht auf Einkaufstour gehen», fasst der Trainer die Transfertätigkeiten des FC Dulliken zusammen. Er glaubt daran, dass sein Team einen grossen Schritt vorwärtsmachen wird und der Ligaerhalt drinliegt, weiss aber genau: «Es wird eine heftige Aufgabe. Vor allem, wenn man sieht, dass zum Beispiel beim FC Wangen Panik ausgebrochen ist und plötzlich wieder Geld in die Hand genommen wird.»

Locker ein 50-Prozent-Pensum

Für den 34-jährigen Alessandro Rizzo ist es erst die dritte Saison als Trainer, nach zwei Jahren beim «Zwöi» des FC Dulliken die erste in der 2. Liga inter. Mit der Übernahme des Fanionteams habe sich der Aufwand verdoppelt: «Es ist locker ein 50-Prozent-Pensum, wenn man es sauber macht und jedem Training einen Sinn geben will.»

Als Spieler kannte Rizzo die 2. Liga inter gut, als Trainer erlebte er einen schwierigen Start: 2:3-Heimniederlage gegen den FC Wettingen und eine 1:6-Derbyklatsche beim FC Wangen. «Da war ich natürlich enttäuscht, aber man muss auch den Spielverlauf berücksichtigen», relativiert er. «Wir verschossen einen Penalty, kamen dennoch zum Ausgleich, obwohl mit Panzeri und Gerardi wichtige Spieler fehlten.» Erst der Doppelschlag nach etwas mehr als einer Stunde habe seinem Team das Genick gebrochen.

Derartige Rückschläge konnte seine Mannschaft in der Vorrunde nur schwer verkraften. «Da fehlt uns einfach noch die Erfahrung», begründet Rizzo. Auch die zweite Derbyniederlage, das 2:3 gegen den FC Olten, begründet er damit: «Wir waren in der ersten Halbzeit besser und vor allem aggressiver als Olten. Doch kurz nach der Pause kassierten wir wegen eines Ballverlusts und eines Stellungsfehlers das erste Gegentor.»

Derbys als entscheidender Faktor

Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Derbys in der Rückrunde wohl das Zünglein an der Waage bilden werden. Die drei Solothurner Klubs FC Olten, FC Dulliken und FC Wangen belegen hintereinander die Plätze 11 bis 13.

«Ein Derbysieg bringt auch nur drei Punkte, aber es hilft natürlich, wenn du die direkten Konkurrenten schlägst.» Für das Gelingen der Herkulesaufgabe Ligaerhalt sei vor allem der Start essenziell: «Wir beginnen mit dem schwierigen Auswärtsspiel beim FC Wettingen. Danach kommen Wangen und Adliswil, gegen die wir punkten müssen.»

Der FC Dulliken müsse zwar in seiner Situation zweigleisig planen, an einen möglichen Abstieg in die 2. Liga verschwendet Alessandro Rizzo aber noch nicht zu viele Gedanken. «Die Diskussionen über die nächste Saison werden wir etwas später führen.

Im Moment konzentrieren wir uns einzig auf den Rückrundenstart.» Der FC Dulliken tue alles dafür, so weit oben wie möglich zu spielen. «Auch weil die Solothurner 2. Liga für unsere Region eher an Reiz verloren hat», so Rizzo, der überzeugt ist, dass auch ein Abstieg den Verein nicht aus der Bahn werfen würde, sondern das Team in diesem Fall zusammenbliebe: «Wieder zwanzig Transfers machen zu müssen im nächsten Sommer würde dem FCD nicht guttun.»