0:3 gegen Blustavia, 1:4 gegen Härkingen und nun eine 2:3-Niederlage gegen Mümliswil. Damit ist Welschenrohr das einzige noch punktlose Team der Liga. Adis Kesedzics Mannschaft betrieb im Thaler Derby zwar viel Aufwand, doch sie leidet auch unter dem neuen Trainer an Ladehemmung. In der vergangenen Saison erzielte der FC Welschenrohr nur 24 Tore in 22 Spielen. Jetzt ist der Schnitt nach den ersten drei Spielen der neuen Saison gar noch tiefer.

Dabei sah es sehr lange nach etwas Zählbarem aus für den FCW. Die Gäste aus dem Guldental waren mit dem torlosen Unentschieden zur Pause gut bedient. Sie wirkten ob des bereits grossen Drucks lange gehemmt. Das Startprogramm des FC Mümliswil hat es in sich. Zuerst Fulenbach (1:1), dann Iliria (0:4). Am nächsten Wochenende wartet der FC Grenchen. Daher waren drei Punkte im Derby Pflicht für die Elf von Trainer Remo Bürgi.

Nachdem Mümliswil-Torhüter Fabio Gradwohl seine Farben in der ersten Halbzeit mehrmals vor dem Rückstand bewahren konnte, wurde er fünf Minuten nach dem Seitenwechsel erstmals bezwungen. Er unterschätzte die Flanke von Remo Christ, und Patrick Eggenschwiler traf am zweiten Pfosten per Kopf zur Führung. Endlich die verdiente Belohnung für den FC Welschenrohr, dachte wohl der Grossteil der Zuschauer. Doch dann folgte der Schock für die Einheimischen.

Schnelle Reaktion

Innerhalb von etwas mehr als fünf Minuten stellte Mümliswil die Partie völlig auf den Kopf. Mit stehenden Bällen: Zuerst reüssierte Nicola Ackermann nach einem Corner (53.). Dann verwandelte Verteidiger Studer einen Freistoss aus knapp 18 Metern direkt zur Gästeführung (57.). Davon mussten sich die Welschenrohrer zuerst erholen. Mümliswil übernahm das Kommando. Trotzdem kam das Heimteam zu Ausgleichschancen. Die besten verpassten Manuel Müller, der in der 78. Minute nach dem Querpass von Zigmas Danila einen Schritt zu spät kam. Und Ernst Christ, der aus spitzem Winkel scheiterte (80.).

Die Ineffizienz Welschenrohrs wurde in der der 83. Minute von den Mümliswilern endgültig bestraft. Die Situation war eigentlich schon geklärt, doch der Ball rutschte Goalie Marco Hug aus den Händen. Andreas Ackermann stocherte erfolgreich nach, Roger Wyser brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben.

Trotzdem kämpften die Gastgeber weiter. Schliesslich war es nicht irgendeine Affiche, sondern das Thaler Derby. In der 88. Minute knallte der Freistoss von Tobias Fankhauser an die Lattenunterkante. Zu spät durfte der FCW doch noch einmal jubeln. In der zweiten Minute der Nachspielzeit klärte Gradwohl gegen Danila, David Müller verwertete den Abpraller. Resultatkosmetik, denn Sekunden später waren die dritte Niederlage und die rote Laterne Tatsache.

Welschenrohr – Mümliswil 2:3 (0:0)

Mühlacker. – 200 Zuschauer. – SR: Kaczala. – Tore: 50. P. Eggenschwiler 1:0. 53. N. Ackermann 1:1. 57. Studer 1:2. 83. Wyser 1:3. 92. D. Müller 2:3.

Welschenrohr: Hug; E. Christ (79. Fink), Stjepanovic, Widmer, S. Eggenschwiler; P. Eggenschwiler (79. Altermatt), T. Fankhauser, M. Müller, R. Christ (58. Danila); D. Müller, Mägli.

Mümliswil: Gradwohl; Kohler (46. Bader), Studer, Pa. Wehrli, R. Disler; Arnold (83. J. Ackermann), J. Disler, N. Ackermann, Wyser; R. Wehrli (70. Ph. Wehrli), A. Ackermann.