Für Mümliswil starteten die Playoff-Viertelfinals alles andere als wünschenswert. Eine starke Leistung wurde im Auswärtsspiel gegen den UHCevi Gossau mit einer 7:8-Niederlage nach Verlängerung schlecht belohnt.

Da tags darauf bereits das Rückspiel im Schulhaus Oberdorf in Oensingen angesetzt war, blieb den Guldentalern nicht lange Zeit, um die Wunden zu lecken. «Wir mussten schnell unseren Fokus wieder aufs Wesentliche richten. Und wir wussten, dass wir auch gegen den amtierenden Meister nicht chancenlos sind», wusste Coach Steven Nussbaumer die zuversichtliche Stimmung im Mümliswiler Lager zu kommentieren.

180 Zuschauer sehen missglückten Start

Vor über 180 Zuschauern misslang der Start ins Heimspiel dann aber gründlich. Die Mümliswiler wirkten nervös, verschliefen das Startdrittel komplett und servierten den Zürchern gleich zwei Tore auf dem Silbertablett.

«Ein Rückstand gegen Gossau ist schwierig wettzumachen», so Nussbaumer. Entsprechend verschlechterte sich die Lage im Verlaufe des zweiten Abschnitts, als Mümliswil zwar mehr und mehr ins Spiel fand und Gossau sogar auf 5:2 davonziehen konnte.

Drei Tore in 50 Sekunden

Für die Mümliswiler blieb im letzten Drittel nur noch der Ansturm aufs gegnerische Tor übrig. Als aber Hürlimann für Gossau zum 6:2 einnetzte und Probst kurz darauf eine Strafe aufgebrummt erhielt, schien eine Vorentscheidung zugunsten der Zürcher gefallen zu sein.

Das Mümliswiler Boxplay funktionierte in dieser Phase aber einwandfrei und überstand die heikle Situation unbeschadet. Und dann kam die 46. Spielminute, welche Mümliswil neues Leben einhauchte. Mutti, Boner und wieder Mutti trafen innerhalb von knapp 50 Sekunden und schafften so den Anschluss (5:6) an die Zürcher.

Endgültig im Spielrausch

Die Turnhalle in Oensingen verwandelte sich in ein regelrechtes Tollhaus und Mümliswil war in einem Spielrausch angelangt. Der Ausgleich liess nicht lange auf sich warten. Nun war die Partie wieder offen und das Momentum auf Mümliswils Seite. So konnte auch das Time-out der Zürcher den Mümliswiler Siegeswillen nicht mehr brechen.

Mutti war schliesslich das Game-Winning-Goal per Freistossvariante in der 58. Minute vorbehalten. Die letzten zwei Minuten verteidigte Mümliswil das eigene Tor um den souveränen Torhüter Dominik Boner mit Ach und Krach und brachte den verdienten Sieg über die Runde.

Entscheidende Partie am Wochenende

«Nicht mehr viele hätten nach 45 Minuten wohl auf uns gewettet», ist sich Coach Steven Nussbaumer sicher. «Aber wir haben grosse Moral gezeigt und verdient gewonnen.» So kommt es am kommenden Samstag in Uster (15 Uhr, Berufsschule) zur dritten Partie, die darüber entscheidet, ob Mümliswil oder Gossau in die Halbfinals einziehen. Für Mümliswil scheint nach dem ersten Wochenende nichts mehr unmöglich zu sein.