Mountainbike
Diese Solothurner kämpfen an der Mountainbike-WM in Italien um die Medaillen

Im Val di Sole in Italien fahren die besten Mountainbikerinnen und Mountainbiker um den Weltmeistertitel. Mit von der Partie sind auch zwei Fahrer aus dem Kanton Solothurn.

Nicolas Blust
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Reto Indergand aus Schönenwerd geht an der Mountainbike-WM im Val di Sole (ITA) auf Medaillenjagd.

Reto Indergand aus Schönenwerd geht an der Mountainbike-WM im Val di Sole (ITA) auf Medaillenjagd.

Bild: Urner Zeitung

Für Reto Indergand aus Schönenwerd ist die Teilnahme an der Mountainbike-WM im Val di Sole eine spezielle Angelegenheit. Vor 13 Jahren nahm Indergand an gleicher Stelle an seiner ersten Junioren-WM teil. Nun kehrt er als gestandener Profi dahin zurück, wo für ihn einst alles begann. Der 29-Jährige startet in der Elite im Cross Country sowie im Team-Relay. Indergand reist mit grosser Vorfreude an die Weltmeisterschaft: «Ich freue mich sehr auf die WM.»

Denn bereits die Teilnahme sei keine Selbstverständlichkeit. Schliesslich ist alleine die Konkurrenz in der Schweiz für eine Selektion enorm gross: «Im vergangenen Jahr hat es für mich nicht gereicht, deswegen ist die Freude über die Selektion dieses Jahr noch grösser.»

Steigerungslauf an der EM im serbischen Novi Sad

Doch Reto Indergand hat sich die Teilnahme mit seinen jüngsten Resultaten mehr als verdient. Vor zwei Wochen stellte der Schönenwerder an der Europameisterschaft im serbischen Novi Sad seine ansteigende Formkurve eindrücklich unter Beweis. Von Position 28 gestartet, machte Indergand Platz um Platz gut und beendete das Rennen schliesslich auf dem starken neunten Schlussrang.

Dieses Ergebnis dürfe jedoch nicht überbewertet werden, mahnt der Fahrer des Giant Factory Offroad Racing Teams:

«An der EM sind nicht alle Topfavoriten am Start gewesen. Viele, die an den Olympischen Spielen fuhren, liessen das Rennen in Novi Sad noch aus. An der WM wird die Konkurrenz deswegen noch grösser sein.»

Auch im Val di Sole wird der in Altdorf geborene Mountainbiker einen Steigerungslauf hinlegen müssen. Aufgrund der vielen Topfahrer wird Indergand erneut eine hohe Startnummer tragen müssen: «Ich muss relativ weit hinten starten, deswegen wird die Startphase für mich extrem wichtig sein.»

Trotz schwieriger Ausgangslage reist Indergand guten Mutes und mit grossen Zielen in die italienischen Alpen. «Das Hauptziel ist, ein super Rennen zu zeigen. Wenn alles gut läuft, sollte eine Platzierung unter den besten 15 möglich sein», sagt er zuversichtlich. Bevor er am Samstag im Cross Country an den Start geht, steht jedoch bereits am Mittwoch das Team-Relay auf dem Programm. Dort startet die Schweiz mit grossen Medaillenhoffnungen.

Reto Indergand und Co. gehören im Team-Relay zu den Topfavoriten auf eine WM-Medaille.

Reto Indergand und Co. gehören im Team-Relay zu den Topfavoriten auf eine WM-Medaille.

Bild: PD

Was Indergand am Mittwoch erwartet, weiss er selbst noch nicht. Das liegt an der kurzfristigen Selektion des Teams durch den Schweizer Verband: «Ich weiss noch nicht einmal, wer alles fährt.» Doch die Schweiz wird so oder so eine schlagkräftige Truppe selektionieren. Deswegen ist das Ziel für Indergand klar: «Das Ziel ist, eine Medaille zu holen.» Zusätzlich sieht er in der Teilnahme am Team-Raley auch Vorteile für das Rennen im Cross Country am Samstag:

«Ich werde dort einen Vorteil haben, da ich die Strecke bereits vom Team-Relay kenne.»

Die Strecke im Val di Sole sollte Indergand indes entgegenkommen. «Grundsätzlich kommt mir die Strecke entgegen und sie gefällt mir», sagt Indergand. Speziell sei, dass die Strecke relativ hoch liegt mit fast 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Damit hatte Reto Indergand in der Vergangenheit etwas Mühe, deswegen bereitete er sich im Engadin intensiv auf das Rennen in der Höhe vor.

Besonders speziell für Indergand ist, dass er an den Ort seiner ersten WM-Teilnahme zurückkehrt. 2008 durfte er als Ersatzfahrer an der Junioren-WM an den Start gehen. Mit Startnummer 99 fuhr der damals 16-Jährige auf den hervorragenden 31. Platz. Sieger wurde damals ein gewisser Peter Sagan, der seither seine Spuren vor allem auf der Strasse mit drei Weltmeistertiteln in Folge hinterliess. Reto Indergand reist also mit schönen Erinnerungen im Gepäck nach Italien. Und dieses Jahr sollen noch einmal neue Erinnerungen dazukommen.

Europameister Joel Roth will U23-Karriere vergolden

In der Kategorie U23 startet der Kölliker Joel Roth aus dem Biketeam Solothurn mit hohen Ambitionen ins Rennen. Der amtierende Europameister will auch an der WM ganz vorne mitmischen. Dabei möchte er sein Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholen, wo er die Bronzemedaille gewann und damit für einen schönen Abschluss seiner U23-Karriere sorgen.

Der amtierende U23-Europameister Joel Roth möchte mit dem Weltmeistertitel seine U23-Karriere krönend abschliessen.

Der amtierende U23-Europameister Joel Roth möchte mit dem Weltmeistertitel seine U23-Karriere krönend abschliessen.

Bild: Freshfocus

Auch der Downhill-Wettbewerb findet mit Solothurner Beteiligung statt

Mit Janis Lehmann startet auch ein Solothurner in der Downhill-Elite. Anders als im Cross Country gehen die Schweizer dort nicht als Titelfavoriten ins Rennen. Für Lehmann ist alleine die Selektion für das Saison-Highlight ein grosser Erfolg: «Es ist für mich etwas sehr Spezielles, an die WM gehen zu dürfen.»

Mit seinem 53. Platz beim letzten Weltcup-Rennen vor der WM sicherte sich Lehmann das WM-Ticket. «Ich wusste, dass ich ein gutes Resultat eingefahren habe. Deswegen konnte ich mir nach dem Rennen bereits ausmalen, dass es mir für die Selektion reichen könnte», sagt Lehmann. Bereits die Selektion ist für den Downhill-Fahrer aus Hessigkofen ein grosser Erfolg. Im Val di Sole gilt es für ihn, den Wettkampf zu geniessen.

«Hauptsächlich werde ich versuchen, positiv zu denken und mich zu freuen, dass ich überhaupt an der WM bin.»

Eine Klassierung unter den besten 30 wäre für den Downhill-Fahrer bereits ein grosser Erfolg: «Ich wurde bereits 31. Ein solches Resultat traue ich mir sicher erneut zu und das wäre für mich bereits ein sehr gutes Ergebnis.» Das Downhill-Rennen bildet den Abschluss der WM in den italienischen Alpen und geht am Sonntag über die Bühne. Und vielleicht sorgt Janis Lehmann dann ja für das letzte Schweizer Ausrufezeichen an den diesjährigen Weltmeisterschaften.

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