Die ehemalige Spitzenspielerin zeichnet nicht nur für einen reibungslosen Turnierablauf verantwortlich, die «Miss Silvestercup» ist gleichzeitig auch die alleinige Organisatorin. Wie früher auf dem Tenniscourt kämpft sie um jeden Punkt, jeden Satz, jeden Teilnehmer und jeden Sponsorenfranken, auch wenn er noch so klein ist. Es gibt sie noch, die «sportverrückten» Funktionäre, die sich mit Leib und Seele für eine Sache einsetzen und dabei auch in Kauf nehmen, dass das Privatleben über eine kürzere oder längere Zeit auf der Strecke bleibt.

Monica de Lenart gehört dazu. Früher feilte sie im damaligen Nationalen Leistungszentrum in Burgdorf mit Trainerlegende Roy Sjögren an ihrer Kondition, drosch Millionen von Bällen übers Netz, immer und immer wieder. Das brachte sie in die verschiedenen Nationalkader und zu nationalen Titelehren. Für den ganz grossen internationalen Durchbruch reichte es der Solothurner Juniorin nie, aber das hat sie fast noch mehr motiviert als irgendein Erfolg. Sie war und ist eine Kämpferin, die sich mit Leib und Seele einer Sache verschrieben hat.

Von der Breite bis zur Spitze

Auch heute noch: Bescheiden nennt sie sich Turnierleiterin, doch ein Blick ins imaginäre Organigramm des Silvestercups zeigt in den meisten Chargen nur einen Namen: Monica de Lenart. Von der Redaktion der Turnierausschreibung, die gleichzeitig auch als Programmheft dient, über die Inserenten- und Sponsorensuche, bis zur eigentlichen Turnieradministration und Turnierleitung, alles läuft über sie. Es ist eine «One-Woman-Show», aber vor allem auch eine Herzensangelegenheit: Der Silvestercup ist «ihr Ding». Ob all des Lobes bleibt sie bescheiden: «Ja, ich bin mit dem Herzen dabei», sagt sie, winkt ab, wenn man fragt, ob ihr das Ganze nicht über den Kopf wachse: «Nein, überhaupt nicht, aber manchmal habe ich während den Turniertagen schon Albträume,» lächelt sie.

Alle Konkurrenzen wichtig

So schlimm können die Träume jedoch nicht sein, denn erstens ist der Schlaf während dem Turnier auf ein Minimum beschränkt und andererseits ist nach dem Turnier bereits wieder vor dem Turnier. Und dabei setzt sie sich – als Leiterin der Tennisschule und Inhaberin des Tennishops – in gleichem Umfang für die Breite wie auch für die Spitze ein. «Das nationale Turnier ist wichtig, sozusagen das Sahnehäubchen, aber nicht minder wichtig sind für mich die regionalen Konkurrenzen – von den U14-Tableaux R4/R9 bis hin zu den Konkurrenzen für Senioren.» Sie lebt dabei den Fördergedanken, über die Breite auch die Spitze zu unterstützen.

Monica de Lenart hat die Teilnehmerzahl am Silvestercup – das Turnier beginnt an diesem Wochenende und endet mit dem nationalen Highlight an Silvester – in den letzten Jahren auf ein konstant hohes Niveau bringen können. 2004, im ersten Jahr ihrer Organisation, kamen 190 Tennisspieler nach Derendingen, letztes Jahr waren es 284, in diesem Jahr erwartet die rührige Organisatorin «erneut um die 280 Teilnehmer.» Insgesamt werden 23 Turniere ausgespielt, mit mehr oder weniger Teilnehmern. Dazu kommen Trosturniere in (fast) allen Tableaus, «das wird geschätzt, da kommen auch nach einer Niederlage noch Spiele dazu,» sagt Monica de Lenart.

Imposante Siegerliste

Traditionsgemäss zum Abschluss des Turnierreigens findet vom 29. bis 31. Dezember das nationale Turnier statt. Dieses letzte Stelldichein am Ende des Jahres ist meist gut besetzt. Ein Blick in die Siegerlisten zeigt, wie interessant das Derendinger Turnier für Profis und solche, die es werden wollen, war und immer noch ist: Monica de Lenart gewann das Turnier 1988 und 1989 während ihrer Profi-Zeit, Martina Hingis, Patty Schnyder, Timea Bacsinszky, Belinda Bencic, die erst kürzlich den Sport-Award als Newcomerin des Jahres 2013 bekam, holten sich in Derendingen den (bescheidenen) Siegercheck ab.

Am Preisgeld kann es also nicht liegen, dass jedes Jahr die (nationalen) Stars von heute und morgen nach Derendingen kommen. Vielmehr dürfte die spezielle Atmosphäre, mitunter auch der Termin kurz vor dem Jahreswechsel aber sicher die aussergewöhnliche Betreuung durch eine «ehemalige Kollegin» die Cracks an eines der grössten Hallenturnier der Schweiz locken.