Swiss League

Mitglied beim Erzrivalen? Warum sich EHCO-Präsident Marc Thommen beim SC Langenthal engagiert

EHCO-Präsident Marc Thommen engagiert sich mit seinem Unternehmen im Donatorenklub des SC Langenthal.

EHCO-Präsident Marc Thommen engagiert sich mit seinem Unternehmen im Donatorenklub des SC Langenthal.

EHC-Olten-Präsident Marc Thommen ist mit seiner Firma «W. Thommen AG» beim Donatorenklub des SC Langenthal eingestiegen – aus guten Gründen.

Wie bitte? Das eine oder andere unwissende Mitglied staunte nicht schlecht, als vergangene Woche eine Delegation des EHC Olten beim Business-Club-Lunch des SC Langenthal aufkreuzte.

Was macht der EHCO bloss beim Erzrivalen? Ist die Rivalität der beiden grossen Swiss-League-Klubs plötzlich wie in Luft aufgelöst? Und vor allem: Verlieren die Powermäuse etwa schon bald ihren engagierten Präsidenten an den SCL?

Marc Thommen muss über die Fragen schmunzeln: «Nein, nein. Ich bin leidenschaftlicher Präsident des EHC Olten und mein Herz schlägt nur für diesen Verein. Alles andere steht für mich ausser Frage.» Thommen bestätigt aber, dass er, CEO Patrick Reber und Sportchef Marc Grieder am Business-Lunch teilgenommen haben.

Das Oltner Trio wurde höchst offiziell von SCL-Präsident Gian Kämpf eingeladen. Der Lunch mit mehr als 100 Donatoren und Mitgliedern stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Derbys von morgen Mittwochabend (19.45 Uhr), im Langenthaler Schoren.

Giftpfeile hüben wie drüben

Im Zentrum des Lunchs standen vor allem drei Interviews: Eines mit den beiden Präsidenten, eines mit den Geschäftsführern und eines mit den Sportchefs. Die Hauptfrage: Wohin soll die Reise der Swiss League führen? «Wir sind zwei Klubs, die mit ähnlichen oder gleichen Problemen konfrontiert werden. Da ist es wichtig, dass man sich austauscht», sagt Marc Thommen weiter, der kein Geheimnis daraus macht, «vielleicht auch das eine oder andere Gute adaptieren zu können». Denn: «Sie machen nicht alles schlecht.»

Auch der neue SCL-CEO Peter Zulauf erachtet den Austausch der Rivalen als positiv und wichtig: «Auf dem Eis verfolgen wir eine grosse Rivalität. Daneben geht es freundschaftlicher zu und her», sagt er auf Anfrage. Ja, sie würden ja schlussendlich im gleichen Boot sitzen.

Und dennoch soll im Verlaufe des Anlasses so mancher Giftpfeil hüben wie drüben abgefeuert worden sein. Während die einen etwa beruhigten, nach Philipp Rytz’ Transfer nicht auch noch Interesse an Captain Stefan Tschannen zu haben, beruhten sich die anderen zurücklehnend auf drei Meistertiteln in den letzten sieben Jahren.

Thommen über SCL-Engagement: «Das sind zwei paar Schuhe»

Freundschaften oder Rivalitäten hin oder her: Aus Oltner Fansicht soll die Frage erlaubt sein, wie nahe Präsident Marc Thommen dem SC Langenthal tatsächlich steht. So prangt online auf der offiziellen Seite von Gelb-Blau auch das Logo des Unternehmens von Marc Thommen, der «W. Thommen AG» mit Sitz in Olten.

Konkret zählt das Unternehmen seit Mai dieses Jahres zum Donatorenklub des SC Langenthal. Das hat vor allem wirtschaftliche Gründe: Denn die «W. Thommen AG» will im Oberaargau in neue Gebiete vorschreiten und auf dem Weg dazu mit dem Engagement im Langenthaler Business-Club ein wertvolles Partnernetzwerk nutzen.

Und das soll vor allem Thommens Geschäftsleitungs-Mitglied Lorenz Wernli aus Aarwangen betreuen. «Sport und Business, das sind zwei paar Schuhe», sagt Marc Thommen und hält fest, dass sich das Engagement finanziell in einem bescheidenen Rahmen hält.

Ob sich die grössten Rivalen der Swiss League aber dennoch neben dem Eis weiter annähern? Böse Zungen behaupten zumindest, mit den alten Klubführungen beider Klubs wären solche Anlässe und Deals nie und nimmer zustande gekommen.

Spannend dürfte diesbezüglich die Tatsache sein, dass Marc Thommen die Reorganisation und der Wiederaufbau der eigenen Juniorenabteilung besonders stark am Herzen liegt. Und eine Zusammenarbeit in dieser Hinsicht mit dem SC Langenthal will der EHCO zumindest nicht per se ausschliessen.

Klar ist: Bis im Mai 2020 will Olten den Nachwuchs neu organisiert haben und klare Strukturen geschaffen haben. Das soll aber wohl überlegt über die Bühne gehen. «Schritt für Schritt, dafür nachhaltig», so Thommen.

Aber warum eigentlich nicht mit einer Zusammenarbeit mit Langenthal? Bleibt nur die Frage, für welches Team dann die grossen Junioren-Juwelen in der Swiss League auflaufen würden. Ein Streit à la 2010 um Campbell und Kelly würde wohl bestimmt so manche Beziehung wieder auf Eis legen.

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