13 Tore, viele defensive Fehler: Das Spiel vom vergangenen Dienstag gegen Visp war eine Partie nach dem Geschmack der Fans, aber eher weniger nach den Vorstellungen der Trainer. Gut in Szene setzen konnte sich der neue EHCO-Kanadier Colton Fretter, der im letzten Drittel zwei Tore erzielen konnte und so massgeblich zum 7:6 beitrug. Fretter strich die positive Reaktion seiner Mannschaft nach dem frühen Rückstand hervor: «Für die Moral des Teams war sehr gut, wie wir auf das 0:2 reagiert haben», meint der Kanadier. «Daraus gewinnen wir Kräfte für die nächsten Spiele.»

Mit Topskorer Jinman

Viel Energie wird der EHCO auch heute brauchen. Gegner La Chaux-de-Fonds nämlich ist wie der EHCO ausgezeichnet in die Saison gestartet und hat in sieben Partien bereits 36 Tore erzielt – der mit Abstand beste Wert aller NLB-Teams. Mit Lee Jinman holten die Neuenburger von Sierre einen der besten Ausländer der Liga. Und Jinman hat seine Torgefährlichkeit auch beim HCC bereits unter Beweis gestellt: Mit 14 Punkten aus sieben Partien liegt der Kanadier auf Rang zwei der NLB-Skorerliste – gefolgt von Teamkollege und Landsmann Benoit Mondou sowie Verteidiger Sami El Assoui. La Chaux-de-Fonds einfach auf seine Stars zu reduzieren würde jedoch zu wenig weit greifen. Ähnlich wie Olten verfügen die Neuenburger über vier ausgeglichene Offensivlinien, das Team von Trainer Gary Sheehan ist breit und stark besetzt. «Ich erwarte ein weiteres hartes Spiel», sagt Fretter über den Gegner, den er im Testspiel gegen Olten bereits einmal gesehen hat.

In Olten und NLB angekommen

Der 30-jährige Kanadier hat sich nach verhaltenem Saisonstart mit vier Toren in den letzten beiden Spielen indes selber zur gefährlichen Waffe im EHCO-Angriffsspiel gemausert. Er fühle sich deutlich besser als zu Beginn der Saison, sagt Fretter und liefert gleich die Begründung nach: «Ich war schon immer der Typ, der bei einem neuen Klub etwas Zeit brauchte. Das neue System des Teams, aber auch das Eishockey, das in der NLB gespielt wird: Daran musste ich mich zuerst gewöhnen.» In seiner neuen Mannschaft wie auch in der Stadt Olten fühlt sich Fretter inzwischen aber enorm wohl, wie er selber sagt. Auch dank Marty Sertich, der sich nach seiner Ankunft intensiv um ihn gekümmert habe und ihm den Einstieg in Olten um einiges leichter machte.

Der EHCO und seine Fans dürfen sich also auf weitere Auftritte von Fretter wie in den beiden letzten Partien freuen. Und auch wenn Trainer Scott Beattie wohl eher weniger auf weitere sechs Gegentore gegen La Chaux-de-Fonds hofft – der EHCO hatte auch dank Fretter genug Moral und Offensivkraft, um die Partie wie gegen Visp doch noch zu gewinnen.