Vielleicht waren die Spätzli nach der 0:4-Schlappe am Vorabend das Rezept für die geglückte Revanche gegen Deutschland? Oder nur das Glück? «Neuer Tag, neues Glück», sagt Torfrau Dominique Slongo zwar, aber auch: «Wir haben uns wieder fokussiert, uns vorgenommen, eine andere Leistung zu zeigen, und die haben wir gebracht.» So hiess es im zweiten Testspiel in Huttwil 5:2 für die Schweiz – und das nicht einmal 24 Stunden nach der Niederlage. Vorne schossen die Spielerinnen von René Kammerer die Tore. Und hinten hielt die 1 Meter 60 kleine Torfrau Dominique Slongo alles, was es zu halten gab.

Als ehemalige Studentin der Sportwissenschaften weiss Slongo, wie man sich innert kurzer Zeit schnell erholt. «Gut essen, früh ins Bett.» Genauso machten es die Schweizerinnen. Zu den Spätzli gab es morgens um halb acht Frühsport, um den Kreislauf anzuregen. Am Mittag galt es ernst, und die Schweizerinnen zeigten, dass sie bereit waren.

Einen guten Tag erwischte die bald 22-jährige Slongo. Sie, die sonst das Tor der Langenthaler Frauen in der obersten Liga hütet und ab und zu bei Erstligist Brandis die Männer das Fürchten lehrt, war besonders motiviert. «Diese Spiele sind Derbys wie der SC Bern gegen die SCL Tigers.» Und selbst nach «etwa 70 Länderspielen» ist es für die Torfrau noch immer eine Ehre, fürs Nationalteam zu spielen. Auch wenn sie manchmal Druck spürt: «Man will ja sein Land möglichst gut vertreten.»

Nach zwei Dritteln und zig Paraden räumte Dominique Slongo ihren Platz für Janine Adler. Dafür betätigte sie sich mit tropfnassen Haaren als Türöffnerin an der Bande und motivierte ihre Mitspielerinnen vor jedem Einsatz mit einem Klaps. Diese ackerten, rackerten und kombinierten sich teilweise wunderschön durch die deutschen Reihen. So erhöhten sie im letzten Drittel noch von 2:2 auf 5:2. Dominique Slongo lobt ihre Teamkolleginnen: «Ich bin sehr erfreut, dass sie noch einen Zacken zulegen konnten.»