Am Samstag konnte der FC Solothurn seine Siegesserie weiter ausbauen. Vier verschiedene Torschützen sorgten für den 4:1-Heimsieg gegen den freiwilligen Promotion-League-Absteiger BSC Old Boys. Zwei Spieltage vor dem Ende der Vorrunde sind die Solothurner damit wieder dran an der Spitze der Gruppe 2 der 1. Liga. Der Abstand zum Leader FC Black Stars beträgt zwei Punkte und im Vergleich zum zweitplatzierten FC Biel fehlt nur noch ein Zähler.

Das sah vor rund zwei Monaten noch ganz anders aus. Ende August lagen die Solothurner mit nur zwei Punkten aus den ersten vier Spielen auf dem zwölften und drittletzten Tabellenrang. Zehn Punkte hinter dem damaligen Spitzenreiter SR Delémont. Dann kam der goldene September: fünf Siege mit einem 12:3-Torverhältnis und der Vorstoss auf den fünften Platz. Den Rückstand auf den Leader verkürzten die Solothurner auf sechs Punkte. «Wichtige Spieler wie Raphael Koch und Marc Du Buisson kamen zurück. Teamstützen, die uns gefehlt haben», begründet Assistenztrainer Rolf Leibundgut den Aufschwung. «Der Wendepunkt war für mich das Unentschieden gegen den FC Black Stars am vierten Spieltag.»

«Haben zu viele Hänger»

Die Siegesserie riss auch im Oktober nicht ab. Zuerst feierte der FCS einen ungefährdeten 5:1-Auswärtssieg gegen den FC Langenthal und zuletzt das 4:1 gegen die Old Boys. Ist die Mannschaft wieder in der Form der letzten Saison, als sie die Liga dominierte und mit 15 Punkten Vorsprung gewann? «Wir kommen langsam wieder an dieses Niveau heran», sagt Leibundgut. «Es fehlt noch ein bisschen die Konstanz, wir haben zu viele Hänger in unserem Spiel. Aber wir lassen den Ball wieder gut laufen und stehen diszipliniert. Wir sind nicht mehr weit weg.»

Bis zur Winterpause sehen noch drei Spiele auf dem Programm: Delémont (4.), Biel (2.) und Zofingen (6.) sind die Gegner. «Drei heisse und interessante Spiele», sagt der 50-Jährige. Und auch wichtige Spiele. Es geht darum, sich für die im Frühjahr beginnende zweite Saisonhälfte optimal zu positionieren. Das Ziel der Solothurner ist im Minimum der zweite Platz und der neuerliche Einzug in die Aufstiegsspiele. Delémont und Biel sind zwei direkte Konkurrenten um die ersten beiden Plätze. «Ich bin überzeugt von unserer Mannschaft. Wir werden alles daransetzen, aus den drei Spielen das Punktemaximum zu holen. Doch einfach wird es nicht.»

Delémont, Biel und Zofingen

Am Sonntag gastiert der FCS beim SR Delémont. Der Traditionsklub, welcher 1999/2000 sowie 2002/03 zwei Saisons in der höchsten Liga der Schweiz spielte, weist im Vergleich zu den Solothurnern den umgekehrten Saisonverlauf auf. Die Jurassier starteten stark, holten im August aus vier Spielen zwölf Punkte und setzten sich an der Tabellenspitze fest. Im September folgte dann eine zwischenzeitliche Baisse mit nur einem Vollerfolg aus fünf Spielen. Nebst der ersten Niederlage spielte Delsberg dreimal unentschieden und fiel in der Tabelle auf den vierten Platz zurück. Vor zwei Wochen setzte sich Delémont nur knapp mit 3:2 gegen das Schlusslicht Bassecourt durch. Am vergangenen Wochenende mussten sich die Jurassier gegen den ebenfalls unter dem Strich klassierten SC Goldau mit einem 1:1-Remis begnügen. «Welsche Mannschaften sind spielerisch stark», blickt Leibundgut voraus, «wir müssen gleich von Beginn weg dagegenhalten und dürfen sie nicht erst ins Spiel, oder sogar in einen Rausch kommen lassen.»

In neun Tagen lädt der FC Solothurn den FC Biel zum Derby. Der Aufsteiger aus der 2. Liga inter mischt auch in der 1. Liga von Beginn weg vorne mit. Was angesichts des Budgets und der Ambitionen der Seeländer nicht erstaunt. Der Schweizer Meister des Jahres 1947, der 2016 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in die regionale 2. Liga absteigen musste, will den dritten Aufstieg in Folge schaffen. «Das ist ein Derby, da ist alles möglich», so Leibundgut. «Ich hoffe auf ein gutes Spiel und viele Zuschauer. Es wäre gut, wenn wir nicht verlieren.» Der Match gegen Zofingen vom 10. November ist bereits das erste Spiel der Rückrunde. Zum Saisonauftakt unterlagen die Solothurner dem Aufsteiger mit 1:2. Der FCS-Assistenztrainer stellt denn auch klar: «Dazu muss ich nicht mehr viel sagen. Die Revanche muss her.»