Motocros

Mit nur einem Trainingskurs will er an die Spitze fahren

Selfmade-Motocrosser Mark Kaufmann vor seinem Heimrennen.

Selfmade-Motocrosser Mark Kaufmann vor seinem Heimrennen.

Der Motocrossfahrer Mark Kaufmann startet heute bei seinem Heimrennen in Günsberg. Der 28-jährige Hubersdorfer hat sich das Motocrossen learning by doing selbst beigebracht.

Donnerstagabend, kurz nach 18 Uhr auf der Crossstrecke in Günsberg. Auf dem Weg zum Start blickt Motocrosser Mark Kaufmann zu den Baumaschinen, die gerade einen Sprung ausbessern. «Diese Stelle wird interessant. Vielleicht kann ich den Sprung bis zur zweiten Welle ziehen», sagt er. Die Vorfreude auf den heutigen Wettkampf in der MXRS-Kategorie ist dem 28-jährigen Hubersdorfer anzumerken. «Der Druck vor dem Heimpublikum ist natürlich gross, aber dafür ist das Terrain super. Es hat technische Passagen, schnelle Abschnitte und Sprünge», schwärmt er.

Der gelernte Maurer, der heute als Deckenmonteur arbeitet, ist seit seiner Kindheit begeisterter Motocrossfan. Gemeinsam mit dem Vater besuchte er die Rennen in Niederwil/Günsberg. Selber Motocross zu fahren begann er jedoch erst vor fünf Jahren. «Das ist sehr spät, aber vorher lag es finanziell nicht drin», erklärt er. Verständlich bei Kosten von rund 15 000 Franken pro Saison.

Gelungener Saisonstart

Das Motocrossen hat sich Kaufmann auf der Strecke in Balm selber beigebracht. «Ich habe den anderen genau zugeschaut und dann versucht, es nachzumachen», sagt er. Bisher hat er erst einen einzigen Kurs bei einem Trainer besucht, ansonsten haben ihm die Tipps von Kollegen ausgereicht. Obwohl Mark Kaufmann erst spät begonnen und also ein «Selfmade-Motocrosser» ist, gehört er in der MXRS-Kategorie Open schweizweit zu den Besten. Nach dem dritten Schlussrang im Rahmen der letztjährigen Meisterschaft ist ihm der Start in diese Saison mit drei Podestplätzen – darunter zwei Siege – ebenfalls geglückt. Dies ist umso erstaunlicher, als dass er sein Trainingspensum im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Einheiten pro Woche reduziert hat.

Risiko ist immer da

Doch wie steht es mit dem Risiko in dieser spektakulären Sportart, wo bis zu 40 Fahrer gleichzeitig mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde über die Piste jagen und bei Sprüngen teilweise über 30 Meter durch die Luft fliegen? «Fussball ist gefährlicher», meint Kaufmann lachend, merkt aber gleich an, dass in jedem Wettkampf ein Risiko bestehe, auch wenn dieses oft vom Fahrverhalten der Konkurrenten ausgehe. Abgesehen von gebrochenen Zehen und Fingern ist Kaufmann bisher indes von gravierenden Verletzungen verschont geblieben. Sollte einmal etwas Schlimmeres passieren, wäre dies für den 28-Jährigen durchaus ein Grund, um aufzuhören. Daran mag er aber jetzt nicht denken. Der Fokus liegt auf dem heutigen Rennen. «Ich versuche locker zu bleiben und werde Vollgas geben», verspricht der Lokalmatador. Schliesslich will er seinen dritten Platz aus dem Vorjahr verteidigen – mindestens.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1