Vor dem Training schaut Silvan Büchli gerne ein wenig den FCS-Junioren zu, wenn sie auf dem Kunstrasen trainieren oder spielen. «Da sieht man schon das eine oder andere Talent und denkt, der wird es noch weit bringen.» Das erinnere ihn an seine Anfänge beim FC Luzern, und er lobt: «Es ist schon toll, was der FC Solothurn als Erstligist in der Nachwuchsförderung leistet.»

Aber diese Nachwuchsförderung ist so ziemlich das Einzige, was noch so läuft wie vor einem Jahr, als Büchli zum FCS stiess. «Ja, die ganze Struktur, Trainer, Vorstand und fast alle Spieler haben gewechselt», analysiert der gross gewachsene Verteidiger, «aber ich sehe diesen Umbruch nicht als Gefahr, sondern als Chance.» Und warum ist er als einer der wenigen beim FCS geblieben? «Ich fühle mich wohl hier und hatte ein gutes Gefühl. Vor allem die Gespräche mit dem neuen Trainer Patrik Grolimund haben mich überzeugt. Ich habe das Vertrauen in mich gespürt und will das jetzt dem Verein zurückgeben.»

An der Profi-Karriere vorbeigeschrammt

«Es tut jedem gut, wenn er Verantwortung übernehmen muss», beschreibt Büchli seine Rolle beim FCS. Mit erst 23 Jahren ist er der Routinier und der Captain der Mannschaft. Trotz seiner Jugend hat er schon einiges erlebt. Als kopfballstarker Innenverteidiger stand er nämlich nahe an einer Profikarriere. Sehr nahe. Im Jahr 2007 kam er als 17-Jähriger zweimal beim FC Luzern unter Ciriaco Sforza in der Super League zum Einsatz und 2010 spielte er unter Rolf Fringer gegen Basel und Zürich. Doch dann musste er schmerzhaft lernen, dass es nicht immer nur aufwärtsgeht.

Die starke Leistung beim 4:1-Sieg gegen den FCZ hätte seinen Durchbruch als Profifussballer bedeuten können. Doch gleich danach riss er die Achillessehne an. Diese Verletzung warf ihn entscheidend zurück. Seither hat er sich im Bereich Marketing weitergebildet und setzt auf den Beruf.

Heimweh nach Luzern gibt es

Das Heimweh nach Luzern plagt ihn ab und zu. «Es gibt nichts Schöneres, sagt er über seine Stadt, «wenn ich Zeit habe, dann gehe ich oft nach Hause». Aber seinen Lebensmittelpunkt hat er in die Region Solothurn verlegt: Büchli wohnt in Grenchen und arbeitet in Etziken bei einem der Hauptsponsoren des FC Solothurn.

Fussball nur noch die zweite Geige

Der Fussball kommt in der Zwischenzeit zwar nur noch an zweiter Stelle, der Ehrgeiz ist aber weiterhin gross. Trotz der Niederlage zum Meisterschaftsstart ist Silvan Büchli optimistisch: «Das Entwicklungspotenzial in unserer Mannschaft ist vorhanden, denn die Jungen sind technisch stark und sehr gut ausgebildet. Jede Woche sehe ich die Fortschritte, sehe, wie sie aufnehmen, was im Training geübt wurde.»

Mehr Kompaktheit gefordert

Um gegen Zofingen zum Erfolg zu kommen, müsse das Umschalten von der Offensive in die Defensive besser klappen. In diesem Bereich will Silvan Büchli seine Erfahrung einbringen und die Nachwuchsspieler auf dem Rasen führen. «Gegen Grenchen haben wir manchmal zu wenig rasch reagiert und standen zu wenig nahe beim Gegenspieler. Gegen Zofingen wollen wir kompakter auftreten.»