Ein Gratisgang würde es für Titelverteidiger Wiler-Ersigen zum Saisonauftakt gegen Rychenberg Winterthur nicht werden, dessen war man sich im Berner Lager bewusst. Schliesslich waren es die Zürcher, welche den neuenfachen Meister vorletzte Saison überraschend im Playoff-Viertelfinal eliminierten.

Massgeblichen Anteil an jenem Husarenstück hatte damals das finnische Tormonster Mikko Hautaniemi. Und just der ist auf diese Saison zum Schweizer Klub seines Herzens zurückgekehrt.

Dies, nachdem der 25-Jährige zuletzt berufsbedingt für ein Jahr in seine Heimatstadt Turku gegangen war. Der Knipser war es denn auch, der Wiler immer wieder in die Suppe spuckte und so dafür sorgte, dass die Grün-Weissen keinen bequemen Abend erlebten.

Selbst wenn die Rechnung am Schluss aufging. «Mit ihrem sehr schnellen Umschalten von der Defensive in die Offensive und umgekehrt sind wir zu Beginn noch nicht so gut klargekommen», hielt Patrick Mendelin fest. Später habe man sich dann aber steigern können.

Es mangelt an Konzentration

Hautaniemi hin, suomi her, – man kann sich das Leben bisweilen auch unnötig selbst schwer machen. Etwa in dem man ein Führungstor erzielt und nur Sekunden nach dem Anspiel gleich wieder den Ausgleich kassiert.

So geschehen nach dem 1:0 von Meister und beim 3:2 von Rosén. Im ersten genannten Fall glichen die Gäste nach 28 Sekunden, im zweiten schon nach 10 aus. Top für die Moral der Gäste.

«Auch wenn sowas ab und zu vorkommt müssen wir das schnell abstellen», sagte Mendelin. Verwunderlich war es so auf jeden Fall nicht, dass die Mannen aus Winterthur in der 27. Minute sogar in Führung gingen. Erneut war es die 1,97 Meter hoch fliegende Boden-Luft-Rakete Hautaniemi, die zum 3:4 ins Ziel traf.

Väänen per Penalty

Ein bitterer Moment für den Schweizermeister. Damit wenigstens das Pausengetränk nicht noch zum Magenbitter verkam, bedurfte es aus Wiler-Sicht in der Folge eines Penaltys. Eines Strafschusses, den Väänänen, seinerseits darauf bedacht die finnische Flagge an diesem skandinavischen Abend hochzuhalten, souverän zum 4:4 verwertete.

Und nach dem ersten Treffer des neuen, schwedischen Wiler-Verteidigers Henrik Olofsson konnte die Gastgeber gar mit einer 5:4-Führung ins Schlussdrittel starten.
in diesem blieb die Spannung vorerst hoch.

Starker Torhüter Eder

Auch ein Verdienst des Könizers Patrick Eder im Tor der Gäste, der ein starkes Debüt zeigte. Beim 6:4 von Känzig freilich, der ein Zuspiel von Hirschi direkt zum 6:4 versenkte, war auch Rychenbergs Keeper machtlos.

Der Anfang vom Ende für die sich mehr als wacker schlagenden Gäste. Summa summarum spricht Mendelin von einem «guten da fordernden Saisonauftakt.» Gut primär auch im Hinblick auf den Champions-Cup.»