Handball
Mit Heger soll sich der Ärger verziehen und die Kurve gekratzt werden

Der TV Solothurn startet am Samstagabend mit seinem neuen Trainer Matthias Heger gegen den Leader aus Suhr in die NLB-Rückrunde. Für den neuen Mann an der Seitenlinie ist der Klassenerhalt ein machbares Unterfangen.

Michael Schenk
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Mit vereinten Kräften: Solothurn mit Tobias Schürch (am Ball) möchte sich den NLB-Klassenerhalt erkämpfen.Marcel Bieri/Archiv

Mit vereinten Kräften: Solothurn mit Tobias Schürch (am Ball) möchte sich den NLB-Klassenerhalt erkämpfen.Marcel Bieri/Archiv

Marcel Bieri

«Ich glaube im Moment würden sie es sogar tun», sagt der neue Coach der NLB-Handballer des TV Solothurn - Matthias Heger. Was würden Sie tun? Selbst im Dunklen die Aare Strom aufwärts schwimmen, wenn das so auf dem Trainingsplan stünde. Die Bereitschaft, die bis dato verkorkste Saison zu retten, sprich den Ligaerhalt zu sichern ist offenbar riesig. Kurz vor zwölf wollen es die Eufistädter richten. Entsprechend stehen die Spieler hinter dem neuen Mann an der Seitenlinie. Anfang Januar war es, das Team sass eben ohne den damaligen Coach Zsolt Toth versammelt in der Halle und konferierte, was zu tun sei, damit die Kurve auf die Erfolgsstrasse noch fahrplanmässig gekratzt werden kann, da trat Matthias Heger ein.

«Keiner hatte eine Ahnung, dass ich der neue Trainer bin», erinnert sich der 40-Jährige. Die Geschäftsleitung des TVS hatte gehandelt, ehe die Mannschaft einen Beschluss fassen konnte, oder vielleicht auch musste. Die Talfahrt Richtung 1. Liga verlangte nach einer Sofortmassnahme - ergo hat man sich von Coach Toth getrennt und im bisherigen Trainer der U19-Elitejunioren des BSV Bern Muri einen Nachfolger präsentiert. Mit dem Baselbieter soll nun der Klassenerhalt im Verlauf der verbleibenden 12 Spiele Tatsache werden. Derzeit grüsst der TVS aus der finstersten, tabellarischen Unterwelt - sprich dem letzten Platz.

Miteinander ist gefragt..

«Der Ligaerhalt ist ganz klar machbar - aber eine Herausforderung», hat Matthias Heger festgestellt. Nach eingehendem Videostudium ist der Projektleiter in Sachen Treppenlifte und Hebebühnen zum Schluss gekommen, «dass genügend Potenzial im Team steckt, um sich in der NLB zu halten.» Allerdings nur, «wenn fortan alle am gleichen Strick ziehen. Und zwar zur selben Zeit in dieselbe Richtung.» Der rechte Flügel also nicht nach Westen zieht während der linke nach Osten «murgst» und sich der Kreisläufer Richtung Milchstrasse bewegt. «Wie so oft, wenn es nicht läuft, sind mehrere Sachen verantwortlich. Die fehlende Geschlossenheit und der steigerungsfähige Kampfgeist ist einer davon», sagt Heger.

Wenn es heute um 19.00 Uhr im CIS-Sportcenter gegen den Leader , HSC Suhr Aarau geht, dann sagt der neue TVS-Coach: «Es ist unser erstes Ziel, dass alle mit vereinten Kräften das Schiff Aare aufwärts ziehen und sich dabei gegenseitig maximal unterstützen.» Keine «Mich-geht-das-Nichts-an»-Politik nach dem Motto: Am Mist sind immer die anderen schuld. «Kompromisslos miteinander», betont A-Lizenz-Inhaber Heger. Wer weiss, was so noch rauskommen kann? Selbst wenn der heutige Gegner - ohne Wenn und Aber - übermächtig ist.

...und Präsenz der Leader

Nun, auch eine verschworene Einheiten braucht «Stars», um nicht früher oder später geschlossen unterzugehen. Mithelfen den TVS-Karren am Knattern zu halten, soll in dem Sinn auch personelle Konstanz. Die im NLA-Kader des BSV Bern Muri mittrainierenden Tom Althaus und Alain Blaser werden alle Meisterschaftsspiele bis Saisonende fix für Solothurn bestreiten. Bislang gab es da aus terminlichen Gründen immer wieder die eine oder andere Absenz, die nicht wirklich für gutes Blut innerhalb und um den TVS sorgte.

Zudem stehen mit Taro Diethelm (von BSV Elite) und dem ex-Junioreninternationalen und TVS-Junior Patrick Murbach zwei neue Goalies parat. Zwei, die auf der Keeper-Position mit dem Bisherigen Jan Tatarinoff ein schlagkräftiges und sich gegenseitig «pushendes» Trio bilden sollen. «Es liegt in der Natur des Menschen, dass Konkurrenz belebt», sagt Coach Heger. Er selbst war früher auch Goalie.

Wichtige Zusammenarbeit

«Es war mir sehr wichtig», hält Herger fest, «dass, ehe ich in Solothurn zusagte, die Zusammenarbeit mit dem BSV Bern Muri klipp und klare geregelt ist.» Es also nicht mehr vorkommt, dass weder Hinz noch Kunz weiss, wer, wann, warum Kraft irgendeiner Doppellizenz bei welcher Mannschaft spielt oder eben nicht spielt. Auch der BSV Bern Muri - der grosse Bruder des TV Solothurn - soll sich zu seinem Partnerteam bekennen. «Und das tut er auch», ist Heger überzeugt. «On verra».