David Grolimund

Mit einem Sprung ins kalte Wasser zum Direktor von Swiss Athletics

Bald Direktor im Haus des Sports: David Grolimund.

Bald Direktor im Haus des Sports: David Grolimund.

Der Solothurner David Grolimund übernimmt ab 1. Mai die Führung des nationalen Verbands der Leichtathletik. Der 34-Jährige tritt die Nachfolge von Hans Kappeler an. In Zukunft möchte er die Leichtathletik attraktiv und lebendig machen.

Der Blick zur Kletterwand, die sich innerhalb des Haus des Sports – dem Sitz von Swiss Athletics – befindet, verrät, dass David Grolimund eine vielseitig interessierte Person ist. «Ich klettere eben auch sehr gerne», sagt er lachend. Dass sich der neue Direktor von Swiss Athletics auch an einer senkrechten Wand wohl fühlt, mag komisch erscheinen. Erzählt der Solothurner jedoch von seiner Laufbahn, dann ist es doch nicht mehr so ungewöhnlich.

Ob Kugelstossen, Wintersport oder Klettern, früh hat sich abgezeichnet, dass er für vieles aufgeschlossen ist. Mit 12 Jahren tauschte der gebürtige Büsseracher die Korbball- gegen die Nagelschuhe aus; der Mehrkampf blieb während acht Jahren sein Ausgleich. Einmal das Sportdiplom der Universität Basel in der Tasche, gab Grolimund als Sportlehrer Unterricht. Doch die Management-Seite des Sports reizte ihn fortan mehr, der Abschluss in Sportmanagement und Betriebswirtschaft an der ETH Zürich war die nächste Etappe. «Hin und wieder ins kalte Wasser geworfen zu werden brauche ich. Das Unbekannte und Neue der Welt fasziniert mich», sagt der 34-Jährige.

Eine neue Herausforderung

Als Zuständiger für den Schweizer Pavillon an der Expo 08 in Saragossa, sowie des House of Switzerland an den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 und London 2012, eignete er sich technisches Handwerk an. Doch danach zog er einen Schlussstrich: Grolimund wollte nicht mehr Projektleiter der offiziellen Schweizer Plattform für Sotschi 2014 sein. «Nach drei abgeschlossenen Projekten war die Zeit reif für eine neue Herausforderung», erklärt er.

David Grolimund will nun dafür sorgen, dass die Leichtathletik attraktiv und lebendig bleibt. «Die Wechselwirkung zwischen Breiten-, Nachwuchs- und Leistungssport ist spannend und hat Potenzial.» Es gehe dabei um Sport- und Bewegungsförderung, aber auch darum, optimale Rahmenbedingungen für Spitzenathleten zu schaffen. «Die Leichtathletik lebt von unermüdlichen Kräften in den Vereinen: Trainern, Funktionären, Organisatoren, Schiedsrichtern. Es gilt diese zu stärken und attraktive Voraussetzungen zu schaffen für Partner und Sponsoren.»

Leichtathletik-EM in Zürich als Chance nutzen

Die Europameisterschaft 2014 in Zürich sorgt für einen weiteren Schub: «Es ist eine riesige Chance, die mit nachhaltiger Wirkung genutzt werden will.» Viele Weichen seien in diese Richtung bereits gestellt. Der Solothurner möchte den Fokus 2014 nutzen, um in Zukunft weitere Akzente zu setzen. Die Zeit bis zum Stellenantritt am 1. Mai nutzt er, um sich mit der Verbandsdynamik vertraut zu machen. So kann er unbefangen entscheiden, in welche Richtung der Weg einschlagen werden soll und die erforderlichen Pläne aufstellen: Mit einem erneuten Sprung ins kalte Wasser sorgt er nun dafür, dass Swiss Athletics nicht auf dem Trockenen sitzen bleibt.

Meistgesehen

Artboard 1