Hinterher lautete das Urteil unisono auf «Hauptsache drei Punkte gewonnen» und es waren sich auf Dulliker Seite alle einig, dass da eine gehörige Portion Dusel mit im Spiel war. Denn weitestgehend war die Partie eine harzige Angelegenheit mit wenig Anschaulichem. Der FCD besass zwar optische Vorteile und setzte regelmässig zu gefälligen Kombination an, allein es mangelte an der Präzision – besonders beim letzten Pass – oder aber am zum umständlichen Vorgehen.

So wurden die Nerven der Zaungäste angesichts der Fehlerhäufung strapaziert, bis in der 66. Minute den Dullikern eine gehörige Portion Dusel zu Hilfe kam: Spielmacher Nils Wernli und der für einmal als Sturmspitze aufgelaufene Hevzi Hasani setzten gemeinsam im gegnerischen Strafraum nach. Lenzburgs Verteidiger Dominik Disler verlor, derart unter Druck gesetzt, kurz die Orientierung und misslang es zu befreien.

Erleichterung nach dem Treffer

So schnappte sich Hasani kurzerhand die Kugel und bezwang Lenzburg-Goalie Wernli aus spitzem Winkel. Das allgemeine Aufatmen verdeutlichte die Erleichterung, welcher der Treffer gleichkam, mühten sich die Dulliker doch immer wieder von neuem ab und hatten dabei am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Besonders in der ersten Hälfte verdiente das Dulliker Spiel das Prädikat spielbestimmend, aber zu ungenau und damit ungefährlich.

Von der Gegenseite, die als Schlusslicht nicht kaschieren konnte in einer schwierigen Phase zu stecken, war noch weniger Torgefahr ausgegangen. Das Spiel mit langen Bällen auf den Sturmtank Rafed Bayazi war einfach zu durchschauen und die FCD-Innenverteidigung um Sandro Fehlmann und Thomas Hubeli genoss regelmässig Lufthohheit.

Als die Lenzburger für einmal doch eine aussichtsreiche Abschlussgelegenheit verzeichnen konnten, stand ausgerechnet ein eigener Mann im Weg, was sinnbildlich war für das glücklose Kämpfen der Gäste. In der Schlussphase witterten die Aargauer nochmals Morgenluft – zu Recht, denn Dulliken verpasste es nach der Führung einen Deckel auf die Partie zu machen – und verstärkten das Engagement, um womöglich zum Ausgleich zu kommen. Doch auch jetzt fehlte die Durchschlagskraft. Im Gegenteil, in der Nachspielzeit als Lenzburg endgültig die Reihen öffnete, konnte der eingewechselte FCD-Flügel Eduardo Dos Santos über rechts durchbrechen und eine kluge Hereingabe in den Rücken der Verteidigung zu spielen, wo Dullikens Semir Dzombic nur noch einzuschieben brauchte.

Glücklicher Punktegewinn

Die drei Punkte waren damit endgültig im Sack für den FC Dulliken, der sich an diesem angenehmen Herbstnachmittag die glücklichere Mannschaft nennen konnte. Wenngleich das Engagement stimmte, so offenbarte die Elf von Trainer Massimo Saracino woran sie derzeit krankt und was eine ähnlichen Höhenflug wie in der Rückrunde der vergangenen Saison verhindert. In der Idee oftmals vielsprechend, bleibt das Zusammenspiel aufgrund mangelnder Präzision und Abstimmung oftmals Stückwerk.

Zuvorderst fehlen derzeit die Abschlussfähigkeiten, welche der zum FC Solothurn abgewandelte Semir Bisevac eingebracht hatte. Doch an diesem angenehmen Herbstnachmittag war dies erst einmal weniger wichtig, denn die Erleichterung über den Sieg nach neunzig Minuten, die mehr Mühe als Freude bedeutet hatten, überwog.