Triathlon
Mit drei Meistertiteln im Gepäck in Richtung Triathlon-EM 2015 in Genf

Max Studer aus Kestenholz hat ein ausserordentlich starkes 2013 hinter sich: Der 17-Jährige wurde in seiner Kategorie Schweizer Meister im Triathlon, Duathlon und über 3000 Meter. 2014 folgt nun das erste Jahr bei den Junioren.

Michael Forster
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Geschafft: Max Studer läuft in Lausanne als neuer Schweizer Meister über die Ziellinie. zvg

Geschafft: Max Studer läuft in Lausanne als neuer Schweizer Meister über die Ziellinie. zvg

Viele Sportlerinnen und Sportler wären froh, überhaupt einmal an Schweizer Meisterschaften teilnehmen zu können, vielleicht einmal in einer Sportart oder Disziplin den Sprung aufs Podest zu schaffen oder sogar zu gewinnen.

Ganz wenigen nur ist es vorbehalten, den Lohn für tägliches hartes Training ernten zu können. In seinem letzten Jahr als Jugend-Athlet hat der Kestenholzer Max Studer genau das geschafft.

Als Favorit gestartet, holte er sich souverän den Schweizer-Meister-Titel im Triathlon. Und nicht nur das: Der 17-Jährige legte mit den Titeln im Duathlon sowie über die 3000 m bei den U18 in persönlicher Bestzeit (8:52:91) gleich noch zweimal nach.

Gute Technik als Vorteil

Daneben, und das stuft Studer fast noch höher ein, sorgte er auch auf internationaler Ebene für Aufsehen, unter anderem mit Rang 4 am internationalen Jugendcup in Düsseldorf Ende Juni.

Natürlich gehörten auch die drei Meistertitel zu den Höhepunkten des Sportjahres 2013, «aber die musste ich beinahe schon holen». Als Favorit gestartet, hatten die Siege zwar nicht gerade Pflichtcharakter («ich habe sicher auch dafür kämpfen müssen»), das persönliche Highlight war hingegen ein anderes: der Triathlon in Genf.

Es war eine der ersten Möglichkeiten für den Absolventen der Sportlerlehre – er lässt sich im Migros Verteilzentrum in Neuendorf zum Logistiker ausbilden und geniesst bezüglich Trainingsgestaltung die nötigen Freiheiten, sich mit der älteren Konkurrenz über die halbolympische Distanz zu messen.

Und die nutzte er sogleich für eine erste Kampfansage an die versammelten Junioren und Athleten der verschiedenen Altersklassen: Overall-Rang 4, nur unwesentlich hinter dem besten Junior sowie seinem Teamkollegen vom Oensinger Tri-Team, Pascal Frieder.

«An diesem Rennen habe ich eine meiner besten Leistungen abrufen können», strahlt Studer über seinen «Einstand» bei den Grossen, «und das bei besten äusseren Bedingungen.»

Kein Schönwetterathlet

Den besten Schweizer Jugend-Triathleten deshalb als Schönwetterathleten abzustempeln, damit täte man Max Studer aber unrecht. Schliesslich, betont er zu Recht, «habe ich in Lausanne bei kühlem Regenwetter gewonnen.

Überhaupt mag ich es, wenn es auf dem Rad regnet, ich zähle die Technik zu meinen Stärken und riskiere in den Abfahrten mehr als die anderen.» Dies deshalb, weil Studer vor allem im Winter oft mit dem Bike unterwegs ist und auch an den Rennen des Quer- und Bike-Cups unter Wettkampfbedingungen an seiner Fahrtechnik feilen kann.

2014 international orientieren

Nicht missen möchte der starke Läufer aber auch die regelmässigen Bahntrainings im Velodrome Grenchen. «Das ist ein Riesenvorteil gegenüber anderen, die das nicht können.» Man habe, so Studer, sogar in Betracht gezogen, nebst den gemeinsamen Trainings mit dem Tri-Team (jeden 2. Dienstag) zusätzliche Einheiten einzubauen.

«Doch», so Studer, «das wäre wohl zu viel geworden. Ich habe ja auch noch andere Trainings.» Zum Beispiel das Schwimmen, auf welches der bald 18-Jährige das Hauptaugenmerk legt und Defizite wettmachen will, um bei den Junioren auch international von Anfang an ein Wörtchen mitreden zu können.

Sechsmal pro Woche trainiert er deshalb im Moment mit drei verschiedenen Gruppen im Wasser, und die Fortschritte sind unverkennbar. «Früher waren fünf Kilometer viel, vorletzten Samstag bin ich 7,6 km geschwommen in zwei Stunden, und dabei haben wir nicht einmal alle Übungen gemacht.»

Schliesslich, wirft Vater Max ein, sei das Schwimmen wettkampfentscheidend – «das Laufen hingegen siegentscheidend.»

Vor allem in den Rennen mit Windschatten-Erlaubnis kommt eben auch dem Schwimmen entscheidende Bedeutung zu, das weiss auch Sohn Max: «Wenn man da nicht in der 1. oder 2. Gruppe aufs Rad wechseln kann, hat man keine Chance mehr.»

Auch in der neuen Kategorie das Podest als Ziel

Ebensolche rechnet sich der Neo-Junior für die nächste Saison hingegen aus. Nur gerade ein Athlet ist in der nächsthöheren Kategorie (wohl) in der Schweiz ausser Reichweite, ansonsten sind sie alle schlagbar.

Und so lassen sich auch die Ziele für das Sportjahr 2014 bereits relativ ambitioniert abstecken. National visiert der Kestenholzer Podestplätze an, im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz hofft er auf Platzierungen in den Top 10 – zum Beispiel am Europacup in Genf, auf einer Strecke, welche ihm ja bereits im zu Ende gehenden Jahr bestens gelegen ist.

Den absoluten Höhepunkt seines zweijährigen Juniorendaseins soll die Calvinstadt dann aber im 2015 für ihn bereithalten: die Europameisterschaften. Als Minimalziel formuliert Studer die Qualifikation für die Titelkämpfe, und zu was er auf dem hügeligen (Rad-)Parcours fähig ist, das ist bestens bekannt.