NLB Handball

Mit der richtigen Mischung zum Erfolg für den TV Solothurn

Der TV Solothurn will im oberen Mittelfeld mithalten.

Der TV Solothurn will im oberen Mittelfeld mithalten.

Der TV Solothurn hat sich in der NLB etabliert. Mit starken Auftritten und der Ausbildung von zahlreichen Talenten hat sich der kleine Klub vom Jurasüdfuss in den letzten drei Jahren einen Namen gemacht. Dieses Wochenende steigt der TVS in seine vierte NLB-Saison in Folge.

Alles verändert sich und doch bleibt alles gleich. Auf diese Spielzeit hin hat sich in der ersten Mannschaft des TVS – wie eigentlich jedes Jahr – einiges getan. Gleich sechs Spieler haben den Verein nach letzter Saison verlassen. Darunter wichtige Teamstützen wie der Rückraum Mitte Sven Schafroth und der linke Flügel Oliver Räz, die zwei besten Torschützen des Teams. Somit müssen im Hinblick auf die neue Saison insgesamt 229 Tore ersetzt werden.

Für den Ausbildungsverein TV Solothurn ist diese Situation nichts Neues. Bereits in den vergangenen Jahren musste der Verein damit klarkommen, dass die grössten Talente in die NLA abspringen und Routiniers zurücktreten. Neu ist jedoch, dass in diesem Jahr auch noch ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. Als Nachfolger für den Ex-Natispieler Marco Kurth, der eine sportliche Pause einlegen wollte, leitet neu Jürg Lüthi die Geschicke der ersten Mannschaft.

Eine Handballer-Familie durch und durch

Als sich die Aarestädter nach dem Rücktritt von Kurth gegen Ende der letzten Saison nach einem neuen Trainer umschauen mussten, war Lüthi gerade daran, seine Ausbildung zum A-Lizenz-Trainer abzuschliessen. «Der Moment hat genau gepasst. Solothurn suchte einen Trainer, ich machte meine A-Lizenz und hatte kurz zuvor das Präsidium des HV Herzogenbuchsee abgegeben», erzählt der 49-jährige Berufsschullehrer und fügt an: «Als Einsteiger gleich eine NLB-Mannschaft übernehmen zu können, war eine grosse Ehre für mich.»

Die Begeisterung für den Handballsport teilt Jürg Lüthi mit seiner Frau Brigitte, die beim HV Herzogenbuchsee Nachwuchschefin und Trainerin ist. Und auch die vier Kinder haben das Handballer-Gen von den Eltern erhalten. Und offenbar auch eine gehörige Portion Talent. Denn die älteren zwei Kinder spielen beide bereits in der höchsten Schweizer Liga. Die zwei Jüngeren sind noch im Juniorenalter.

Flexibilität und Tempo

Mit dem neuen Trainer, der quasi frisch ab der Presse kommt, führt der TV Solothurn seine Strategie als Ausbildungsverein weiter. Nicht nur bei den Spielern, sondern auch auf der Bank. Jürg Lüthi war bewusst, dass er ein Team übernimmt, das jedes Jahr einen grösseren Wechsel erfährt. Dennoch ist der Buchser zuversichtlich: «Ich konnte ein Team übernehmen, das eine gute Mischung zwischen Routine und Talent aufweist.»

Den Abgängen, die teils zurückgetreten waren oder den Sprung in die NLA geschafft haben, stehen nämlich auch zahlreiche Zugänge gegenüber. Wiederum konzentrierten sich die Verantwortlichen des TV Solothurn dabei auf Jungtalente, die das Potenzial haben, über die NLB hinauszuwachsen. Zudem konnten mit Amer Zildzic und Roland Szabo zwei starke Routiniers geholt werden, welche der jungen Mannschaft die notwendige Stabilität verleihen sollen.

Die ersten Eindrücke aus den Testspielen stimmen positiv. Bis auf die Partie gegen Cupsieger Wacker Thun konnten die Ambassadoren alle Spiele gewinnen. Dabei war augenscheinlich, dass die Solothurner in der ersten und zweiten Gegenstoss-Welle vor allem in Sachen Tempo enorm zugelegt haben. «Wir haben zwei Verteidigungssysteme, die funktionieren. Wir wollen dabei möglichst unberechenbar sein und den gegnerischen Angriff zu einer Reaktion zwingen», so der neue Trainer, «danach folgt nach einer Balleroberung unser schnelles Umschaltspiel mit dem erweiterten Gegenstoss».

«Die Liga ist ausgeglichener geworden»

Von diesen sogenannt einfachen Toren wird der TVS nach dem Abgang der beiden Toptorschützen in der kommenden Saison sicherlich einige benötigen, um in der Liga zu bestehen. Die NLB sei im Vergleich zum letzten Jahr ausgeglichener geworden, ist Jürg Lüthi überzeugt.

«Die Aufsteiger Kreuzlingen und Chênois sind alles andere als Kanonenfutter. Vermutlich sind sie sogar stärker als Emmen und Altdorf, die letztes Jahr abgestiegen sind. Zudem haben einige Mannschaften, die letzte Saison im Mittelfeld lagen, ebenfalls aufgerüstet. Insgesamt ist die Liga ausgeglichener geworden.» Und mit NLA-Absteiger Fortitudo Gossau wurde der bisherige Ligakrösus TV Endingen mindestens ebenbürtig ersetzt.

Dennoch ist der neue Trainer zuversichtlich, dass sein Team am Ende im oberen Mittelfeld mithalten kann: «Ich bin mit der Vorbereitung zufrieden. Wir konnten alles üben, was wir uns vorgenommen hatten. Auch in Sachen Teamgeist hat die Mannschaft einen grossen Schritt gemacht.»

Ein erster Gradmesser ist nun bereits das erste Spiel gegen Wädenswil/Horgen. Die Zürcher liessen den TVS letztes Jahr im Duell um die vorderen Mittelfeldplätze knapp hinter sich. Klar, dass sich die Solothurner dafür in der neuen Spielzeit revanchieren und ihrem neuen Trainer Jürg Lüthi einen optimalen Start in seine Karriere als Aktiv-Trainer bescheren wollen.

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