Wenn heute Dienstag der 7. und alles entscheidende Viertelfinal zwischen Olten und Visp angepfiffen wird, dann ist der Übername sozusagen Programm. Die «Belle», also die «Schöne», soll auch als solche wahrgenommen werden, darin sind sich Trainer und Spieler einig. «Ein 7. Spiel absolvieren zu können, ist tatsächlich etwas Schönes», freut sich Reto Kobach auf den Showdown von heute Abend. «Das mag für die Zuschauer nicht unbedingt so sein, doch wir Spieler trainieren genau für solche Spiele die ganze Saison über; es ist nicht einfach ein Quali-Spiel Nummer so und so, sondern eine Herausforderung, die wir annehmen müssen und wollen.» Genau so, und nicht anders, müsse man eine solche Partie angehen.

Jubiläum als positives Omen?

Obwohl Kobach nach dem Wechsel von Ambrì Piotta nach Olten bereits seine 16. Nationalliga-Saison in Angriff genommen hat: So richtig manche enge Playoff-Serie über sieben Spiele hat er bislang nicht miterlebt. Unvergessen bleibt für ihn, trotz einer bitteren 0:1-Niederlage, die Finalteilnahme in Davos. Dreimal hatte er mit dem SC Bern die Bündner bereits bezwungen, doch zum entscheidenden vierten Sieg reichte es nicht mehr ganz. «Solche Erlebnisse spielen keine Rolle mehr», sagt Kobach, «ich weiss genau, wie ich in ein solches Spiel steigen muss und bin mehr als hundert Prozent überzeugt, dass es diesmal klappt mit einem Sieg in Spiel 7.»

Ein anderer Oltner, welcher zumindest eine ausgeglichene Bilanz in Playoff-Entscheidungsspielen ausweisen kann, ist Remo Hirt. Auf den Tag genau heute vor drei Jahren erzielte er in Spiel 7 gegen La Chaux-de-Fonds den entscheidenden Treffer in der Verlängerung und erzwang damit den Vorstoss in den Halbfinal, wo der SC Langenthal wartete. «Ich war damals der Glückliche», blickt er gerne zurück auf die Serie gegen die Neuenburger. «Gegen Visp müssen wir es wieder ähnlich probieren; was am Ende zählt, ist, dass wir ein Tor mehr erzielt haben, als der Gegner. Wer sich dabei in die Torschützenliste eintragen kann, spielt keine Rolle.»

Entscheidend ist hingegen, wie man den letzten Vergleich mit dem EHC Visp in Angriff nimmt. Wie es gegen die Walliser funktioniert, und dass am Sonntag in jeder Beziehung ein bisschen zu wenig gekommen ist, das wissen die Spieler selber am besten. Sich aufgrund der Ausgangslage verrückt machen zu lassen, das sei ganz bestimmt der falsche Weg, weiss auch Reto Kobach. «Wir müssen nicht ans Resultat denken, sondern daran, was wir in jedem einzelnen Einsatz zeigen wollen.» Alles über den Haufen zu werfen, nur, weil heute ein Spiel 7 anstehe, das funktioniere nicht, warnt derweil Remo Hirt. «Wenn man sich in einem solchen Moment zu viel vornimmt, dann verkrampft man sich viel mehr. Wir müssen auch heute so spielen, wie in einem ganz normalen Playoff-Spiel.»

Der Druck, mein Freund

Dass man um die eigenen Stärken weiss im Team des EHCO, dessen sei man sich absolut bewusst, sagt Reto Kobach. Nicht zuletzt deshalb seien Experimente vor dem wichtigsten Spiel dieser Serie absolut nicht angebracht. «Wenn man vom Spiel, welches man bis jetzt während 51 Spielen praktiziert hat, überzeugt ist, gibt es keinen Grund, etwas zu ändern. Sonst beginnt man zu überlegen und studieren, und das wäre nur kontraproduktiv. Wir müssen uns vielmehr unserer Stärken zurückbesinnen, möglichst schnell zu unserem Spiel finden und den äusseren Druck in positive Energie umsetzen.»

Wer weiss: Vielleicht gibt tatsächlich jener Punkt am Ende den Ausschlag zugunsten des EHC Olten. Das Selbstvertrauen, der Glaube an die eigenen Möglichkeiten. «Pressure is my best friend», soll Heikki Leimes Landsmann Teemu Selänne einmal gesagt haben. Und genau diesen Eindruck gewann man in dieser engen Serie auch von den Oltnern: Standen sie unter Druck, wie zu Beginn oder im letzten Heimspiel, zeigten sie die besten Leistungen.