Der Oktober 2016 war für die Deitinger resultatmässig wahrlich kein guter Monat in der 2. Liga: Die Spiele gegen Biberist (1:5), Blustavia (3:4), Härkingen (0:3) und Grenchen (0:2) wurden allesamt verloren. In den letzten fünf Meisterschaftsspielen vor der Winterpause holte der FC Deitingen nur gerade einen Punkt – beim 2:2-Unentschieden gegen den FC Trimbach. Ebenfalls im Oktober schied das Team von Trainer Valentin Moser empfindlich aus dem Solothurner Cup aus: 1:2-Pleite beim Drittligisten FC Egerkingen.

Trotz Baisse befindet sich der FC Deitingen momentan nicht auf einem Abstiegsplatz, was er primär dem soliden Start in die Meisterschaft zu verdanken hat. Sieben Punkte aus vier Spielen konnte die Moser-Elf zu Beginn der Saison verzeichnen. Dazu kam der überzeugende 6:1-Auswärtssieg im Cup gegen Post Solothurn.

Wie also kam es, dass diese Mannschaft nach dem ersten Viertel der Saison derart einbrechen konnte? «Es fehlte an Biss und Kampfwillen», nennt Benjamin Frei das Kind beim Namen. Ausserdem habe man mangels Routine einige Führungen leicht aus den Füssen gegeben. Verletzungsbedingte Ausfälle und fehlendes Wettkampfglück sind laut Frei ebenfalls noch dazugekommen, dürften aber nicht als Ausreden dienen.

Schwache Testspielbilanz

Sollten die Deitinger ähnlich stark in die Rückrunde starten, wie sie dies bereits in der Vorrunde getan hatten, würden sie sich jedoch einiges an Luft bezüglich Nichtabstieg verschaffen. Vor allem, weil es in den ersten drei Spielen gegen direkte Konkurrenten der unteren Tabellenhälfte zu spielen gilt: Niederbipp (7.), Mümliswil (11.) und Welschenrohr (10.). Gegen einen erfolgreichen Rückrundenauftakt spricht indes die Testspielbilanz: drei Niederlagen, ein Unentschieden und ein Torverhältnis von 2:14.

«Testspielen darf man speziell nach der Winterpause nicht zu grosse Bedeutung beimessen», relativiert Benjamin Frei. Der 28-jährige zentrale Mittelfeldspieler ist überzeugt, dass der FC Deitingen den Ligaerhalt dank der fussballerischen Qualitäten des Teams, des einmaligen Teamgeists und dank des unbedingten Willens schaffen wird. Auch mit dem Druck wisse man in Deitingen umzugehen, so Frei.

Erst 133 Einsatzminuten

Den Grundstein für einen guten Rückrundenstart wollen die Wasserämter im Trainingslager Anfang März in Alicante gelegt haben. Zusammen mit der zweiten Mannschaft konnte sich das Deitinger Fanionteam unter «hervorragenden Bedingungen wieder an den Rasen gewöhnen», bilanziert Frei. Auch das Stärken der Stimmung innerhalb der Mannschaft durfte dabei nicht zu kurz kommen. «Als persönliches Erfolgserlebnis darf ich den Sieg bei der prestigeträchtigen Zimmermeisterschaft zusammen mit meinem Cousin Simon Frei nennen», gibt Benjamin einen kleinen Einblick dazu.

Diese Anekdote zeigt allerdings auch: Benjamin ist bestens in die Mannschaft integriert und bereit, in der Rückrunde eine tragende Rolle einzunehmen, wie sich dies Trainer Valentin Moser von ihm wünscht. Nicht selbstverständlich, denn der Verkaufsberater fehlte dem Team zuvor acht Monate bis Oktober aufgrund eines beruflichen Aufenthaltes in Washington, weshalb er in der ersten Hälfte der laufenden Saison bisher nur 133 Einsatzminuten auf dem Buckel hat.

«Ich will der Mannschaft nun mit meiner Routine und guten Leistungen bestmöglich helfen», meint Frei. Es wird also spannend, zu sehen, ob die Deitinger unter dem Einfluss des «Zimmermeisters» den Ligaerhalt meistern werden.

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