Schwimmen
Mit dem Notizblock am Beckenrand

Seit eineinhalb Jahren trainiert Claudia Bellasi die Masters vom Schwimmclub Herzogenbuchsee – man muss fast mathematisch begabt oder schon seit Jahren Schwimmer sein, um sich den Ablauf eines Aufwärmtrainings merken zu können.

Von Francesca perrotta
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In Herzogenbuchsee wird individuell gearbeitet. FPE

In Herzogenbuchsee wird individuell gearbeitet. FPE

Solothurner Zeitung

Was für Aussenstehende auf den ersten Blick etwas verwirrend wirkt, ist nichts anderes als Routine im Masterstraining vom Schwimmclub Herzogenbuchsee.

Die Trainerin Claudia Bellasi erteilt individuelle Anweisungen und einer nach dem anderen hüpft ins Wasser und beginnt sich aufzuwärmen. Sobald alle im Wasser sind, stellt sich Bellasi mit ihrem Notizblock und Trainingsplan in der Hand an den Beckenrand und beobachtet genau, wie die einzelnen Teammitglieder durchs Wasser gleiten.

Dabei steht sie mit Rat und Tat zur Seite. «Zeit, selbst ins Wasser zu gehen, habe ich keine. Meine Aufgabe ist es, Anweisungen zu geben, sie zu Abgangszeiten rechtzeitig zu schicken und manchmal auch unterstützend anzufeuern», erklärt Bellasi, welche selbst 16 Jahre Schwimmerin war, und das mit grossem Erfolg.

Sie ist mehrfache Schweizer Meisterin bei der Elite in den Disziplinen 50m und 100m Brust sowie mit der Lagenstaffel und war 2001/2002 Mitglied der Nationalmannschaft. Seit eineinhalb Jahren trainiert sie nun die Masters vom Schwimmclub Herzogenbuchsee HERZ. «Wir werden im Training sehr professionell betreut, das schätze ich sehr» sagt Fabienne Frieder, welche sonst die Delfine und die Jugendmannschaft trainiert.

«Wer mit Schwimmen etwas erreichen will, muss acht- bis neunmal wöchentlich trainieren»

In der Tat – Bellasi stellt im Vorfeld für jeden Schwimmer ein individuelles Programm zusammen. «Ich passe das Training der jeweiligen Person an, damit sie an ihrer Technik arbeiten kann. Mein Ziel ist es, die Triathleten, Gigathlonteilnehmer und Masters-Wettkampfschwimmer zu fördern und die Anfänger zu verbessern. Am wichtigsten ist mir aber, dass alle Spass dabei haben», sagt Bellasi.

Der Ablauf eines Trainings ist dem anderer Sportarten ähnlich. Zuerst gibt es ein Einschwimmen, dann einen Hauptteil und zum Schluss ein Ausschwimmen. Dabei werden nicht nur im Wasser Hilfsmittel wie Flossen oder so genannte Paddles verwendet, sondern auch im Trockenen mit Gummibändern die Züge geübt.

«Grundsätzlich gilt, dass man mit genügend Übung nahezu alles lernen und jeder jederzeit mit Schwimmen anfangen kann. Hauptsache ist, dass man Wasser gern hat» sagt Bellasi, welche offen für Neuzugänger ist.

Nur wer eine Spitzensport-Karriere anstrebe, müsse sehr früh anfangen, ein Gefühl im Wasser zu entwickeln, und ein gewisses Talent dazu haben. Auch der Zeitfaktor spiele
eine bedeutende Rolle. «Wer mit Schwimmen etwas erreichen will, muss acht- bis neunmal wöchentlich trainieren», erklärt Bellasi und sieht darin auch den Grund, weshalb zurzeit der Nachwuchs fehle. «Bei uns kann aber jeder unverbindlich ins Schnuppertraining kommen.»

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