Die Ö-Queens haben es wieder getan: Bereits zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte durften die Oekinger Kleinfeld-Frauen den Sieg im Ligacup bejubeln. Mit eigens angefertigten T-Shirts und Caps mit dem Sujet des fünften Streichs versehen, feierten die Oekingerinnen nach Spielschluss ausgelassen ihren Erfolg.

«Wir wollten diesen fünften Cuptitel unbedingt», meinte Miriam Jäggi, die zur besten Spielerin gekürt wurde, hinterher. Als Glücksbringer hatte sich «Johnny Däpp», ein Partysong von Lorenz Büffel, erwiesen, welcher die Sehnsucht nach dem Ballermann auf Mallorca beschreibt.

Immer wieder, insgesamt zehnmal, stampfte der Beat in voller Lautstärke durch die Halle – die Ö-Queens hatten das Stück nämlich als ihren Torsong auserkoren. «Wir haben den Song bereits am Morgen im Car auf dem Weg nach Bern gehört. Das hat richtig Lust gemacht auf das Spiel.» Im Final den Song immer wieder zu hören, sei eine zusätzliche Motivation gewesen.

Zwischenzeitliche Nervosität

Nachdem es lange Zeit nach einem souveränen Sieg der Solothurnerinnen ausgesehen hatte, kam in der umkämpften Schlussphase doch noch einmal Spannung auf. Angeführt von ihrer Leaderin Desirée Holdener kehrten die Red Devils im Schlussabschnitt beeindruckend in die Partie zurück. Mit einer vierten Feldspielerin anstelle der Torhüterin reüssierten sie doppelt und verkürzten so bis zur 54. Spielminute auf 6:8.

Miriam Jäggi bejahte, dass in dieser Phase etwas Nervosität aufgekommen sei bei den Ö-Queens. «Die Erfahrung aus den letzten Meisterschaftsrunden, in denen es ähnlich gelaufen ist, hat uns geholfen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen», umschreib sie die entscheidende Spielphase.

So konnte Alice Roth postwendend nach dem sechsten Gegentreffer einen Penalty mit etwas Glück zur vorzeitigen Siegessicherung verwerten. Corinne Krähenbühls Treffer ins leere Tor in der letzten Spielminute war da nur noch Zugabe.

Wieder winkt das Double

So umkämpft der Schluss, so souverän hatten die Favoritinnen das Geschehen zu Beginn dominiert. Mit viel Ballbesitz und sicherem Passspiel liessen die Solothurnerinnen den Gegner aus der Innerschweiz gar nicht erst ins Spiel kommen. Punkto Toreschiessen gingen es die Ö-Queens gemächlich an. Das hatte laut Jäggi einen Grund: «Unsere Taktik war, das Spiel aus einer sicheren Defensive heraus anzugehen.»

Nach dem 1:0 durch Jessica Vogel kam ein erster Auftritt der auffälligen Miriam Jäggi: Per «Zorro-Move» von hinter dem Tor erhöhte sie auf 2:0. Nur vier Minuten später war Jäggi wieder zur Stelle und bediente, erneut von hinter dem Tor, die in den freien Raum gelaufene Angela Schoy, welche ohne Mühe auf drei Längen Vorsprung erhöhte.

Auf ihre starke Leistung angesprochen, offenbarte die Physiotherapeutin viel Routine und eine gesunde Portion Selbstvertrauen: «Ich habe genug Erfahrung und weiss, was ich in solchen Spielen leisten kann.» Ihr Erfolgshunger ist mit dem Cupsieg nicht gestillt: «Jetzt wollen wir das Doppel-Double holen», blickt Jäggi auf die anstehende Playoff-Phase und die angestrebte Verteidigung des Doubles Cupsieg-Meisterschaft voraus.