Nach 40 Sekunden traf Patrick Rolli den Pfosten, nach nur einer Minute die Erste von insgesamt 16 Strafen: Es sind eben noch richtige Derbys, wenn Koppigen Bucheggberg empfängt. Man kennt sich und beiden Seiten wollen keinen Millimeter freiwillig zurückweichen. Da wird nicht lange geplänkelt, sondern gleich richtig hingelangt, was zur Folge hatte, dass während mehr als der Hälfte der Spielzeit ein Spieler in einer der beiden Kühlboxen sass. «

Die Ausgangslage war klar: Koppigen musste gewinnen, um am Tabellenende der 2. Liga den Zusammenschluss zu schaffen und vielleicht doch noch den Abstiegsspielen entgehen zu können. Die «Buechiberger» galten als Favoriten und wurden der Rolle zunächst auch gerecht. Bucheggberg gefiel mit spielerisch gepflegtem Aufbau. Der Tabellenletzte wirkte aber mit viel Zug aufs Tor genauso gefährlich, besonders wenn die Schärs auf dem Eis standen. So entwischte in der 9. Minute Jan Schär und erzielte im Alleingang das 1:0.

Bucheggberg nutzt erste Überzahl

Dann gingen die Bucheggberger mit ihren Bandenchecks etwas zu grob ans Werk, was ihnen zwei Strafen innert kürzester Zeit einbrachte. Doch die Koppiger schlugen aus den möglichen 76 Sekunden doppelter Überlegenheit keinen Profit. Ganz im Gegenteil, sie kassierten sogar selber ihre erste Strafe, was ihnen ihrerseits eine Minute Unterzahl einbrachte. Die Solothurner kombinierten sich in ihrem ersten Powerplay durch und glichen aus.

Dann gab es wieder zwei Minuten gegen Bucheggberg – wobei man bei diesem Zweikampf kurz vor der Pause den Koppiger ebenfalls hätte auf die Bank schicken können. Die Berner nutzten das Powerplay zur erneuten Führung. Und die Solothurner hatten weiter kein Glück, denn zu Beginn des Mitteldrittels verzeichneten sie einen weiteren Pfostenschuss und im blitzschnellen Gegenzug erhöhte Koppigen auf 3:1. Als nach der Hälfte der Spielzeit Koppigen eine weitere Strafe gegen Patrick Rolli -– einer der besten auf dem Eis aber übermotiviert – zum 4:1 ausnützte, sah das nach der definitiven Entscheidung aus. Aber kaum war Rolli wieder auf dem Eis, verkürzte er höchstpersönlich auf 2:4.

Koppigen bleibt am Schluss ruhig

Was folgte, war ein Sturmlauf der Bucheggberger, aber die Koppiger Defensive bewies, dass die Arbeit in den Trainings Früchte trägt, denn vor allem das Boxplay war ausgezeichnet. Allerdings vergaben Stefan Thüler und Stefan Brand auch aus kürzester Distanz das sicher scheinende dritte Tor für die Solothurner. Mitten in die beste Phase brach Rolli mit einem ganz dummen unerlaubten Check den Elan in den eigenen Reihen und Koppigen schaukelte den Vorsprung relativ problemlos über die Schlussminuten.

«Die Bereitschaft war nicht bei allen vorhanden und so reicht das nicht», analysierte Bucheggbergs Trainer Arnold Lörtscher das Derby trocken. «Koppigen war disziplinierter und hat verdient gewonnen.» Auf der anderen Seite war Roland Burkhalter mit seiner Mannschaft sehr zufrieden: «Wir haben das Messer am Hals und wollen nicht wieder in die Abstiegsspiele», erklärte der Koppiger-Trainer den Kampfgeist. «Heute war unser Kollektiv entscheidend. Gerade das Boxplay, das lange eine Baustelle war, hat heute ausgezeichnet funktioniert.»