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Mit dem 2:0 Sieg gegen Schötz kann Wangen nur noch theoretisch absteigen

In seinem letzten Heimspiel zeigte Wangen Nervenstärke und gewann dank dem grösseren Siegeswillen.

Edgar Straumann
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Der FC Wangen hat nur noch theoretisch etwas mit dem Abstieg zu tun. (Archiv)

Der FC Wangen hat nur noch theoretisch etwas mit dem Abstieg zu tun. (Archiv)

BRUNO KISSLING

Eine Mannschaft am Tabellenende steht in jedem Spiel immer unter einer enormen Belastung. Diese Erfahrung machte der FC Wangen in dieser Saison wohl mehr als ihm lieb war. Nur gerade neun Punkte erspielte der Traditionsverein von der Chrüzmatt in der Vorrunde und war damit am Tabellenende platziert. Doch todgesagte leben bekanntlich länger. Das kann nach dem Heimsieg gegen Schötz ruhig gesagt werden. Jetzt stehen 29 Zähler zu Buche, also zwanzig mehr als in der gesamten ersten Saisonhälfte.

Das Team von Dariusz Skrzypczak zeigte in dieser enorm wichtigen Partie und gleichzeitig letztem Heimspiel, erneute eine hervorragende Mannschaftsleistung. Der Wille der Heimmannschaft, unbedingt drei Punkte einzufahren, war von allem Anfang an augenfällig. Obschon auch diesmal nicht in Bestbesetzung antreten zu können, war gegen den FC Schötz eine Fleissleistung sondergleichen notwendig, um schlussendlich realisieren zu können. Und das war auch nötig, denn die vom ehemaligen und langjährigen Wangen Trainer René Erlachner trainierten Luzerner, schenkten den Platzherren nichts, aber auch gar nichts.

Das Spiel entwickelte sich in der ersten Spielhälfte so, wie es sich die Wangner Fans gewünscht hatten. Die Gastgeber waren meist tonangebend, wodurch sich das Geschehen vorwiegend in der Platzhälfte der Besucher abwickelte. Auch vor dem Tor der Besucher wurde es oftmals brenzlig, doch Sandro Husi, Dragan Gyorgiev und Sant Anna scheiterten der Reihe nach entweder am gegnerischen Torhüter oder dann an der eigenen Unentschlossenheit. Einzig bei einer Corner-Triplette nach 25 Minuten Spielzeit vermochten die Schötzer Unruhe im Wangner Strafraum zu stiften. Der dem Spielverlauf fällige Führungstreffer für die Einheimischen gelang nach einer tollen Ballstafette in der 39. Minute. Sandra Husi stand goldrichtig und verwertete die Hereingabe zum überschwänglich gefeierten 1:0. Die Gäste benötigen erneut eine Standardsituation, um die Wangner in Verlegenheit zu bringen. Der Freistoss, kurz vor dem Halbzeitpfiff, verfehlte jedoch das Tor, wenn auch nur knapp.

Nach dem Seitenwechsel wollten es die Besucher offensichtlich wissen. Sie gaben sich noch keineswegs geschlagen und verstärkten ihre Offensivbemühungen. Unter dem Spieldiktat von Ante Pekas erspielten sich die Besucher eine vorübergehende Dominanz. Doch die Wangner Hintermannschaft, wirkungsvoll unterstützt von den übrigen Mitspielern, hielt dicht. Die Gastgeber überstanden das Feuerwerk und fanden wieder in ihr Spiel der ersten Halbzeit zurück. Das Vorentscheidende 2:0 wurde im Anschluss an einen Eckball noch vergeben. Doch nur eine Zeigerumdrehung später war es so weit. Julio Sant Anna erlief sich gegen drei Gegenspieler den Ball, spielte diesen uneigennützig zum mitgelaufenen Dragan Gyorgiev, der mit seinen Schuss in die entferntere hohe Ecke Torhüter Bossert absolut keine Abwehrchance liess. Ein Tor in seiner Entstehung wie auch im Abschluss mit Seltenheitswert. Noch brauchte es in den Schlussminuten Marco Häfligers voll Aufmerksamkeit, um einen gefährlichen Abpraller aus der tiefen Ecke zu fischen und damit den Sieg sicher zu stellen.

Nach dem Spiel lagen sich die Wangner buchstäblich in den Armen, als die beiden Resultate der mitgefährdeten Mannschaften von Sursee und Muri, welche beide unentschieden spielten, bekannt wurden. Die Wangner müssten jetzt in ihrem allerletzten Saisonspiel, auswärts gegen Solothurn, mit mehr als einer Differenz von zehn Toren verlieren, wenn gleichzeitig der FC Sursee sein Auswärtsspiel in Zug gewinnen würde. Dieses Szenario scheint aber doch unwahrscheinlich, bewiesen doch die Wangner in ihren letzten Spielen eine ungebrochene Moral und betens funktionierende Mannschaftsleistung.

Wangen – Schötz 2:0 (1:0)

Chrüzmatt, - 305 Zuschauer, - SR: Mehmed Ljatifi.

Tore: 39. Husi 1:0, 77. Gyorgiev 2:0.

Wangen: Häfliger; Quinjica, Bekteshi, Tahiri, Milushev; Nabarro, Gustavo ,Xhema (72. Otomo), Husi, Gyorgiev, Sant Anna (84 Jukic).

Schötz: Bossert; Ramadani, Ferricchio, Bajrami, Skeraj (67. Lukic); Pekas, Saliu, Stephan, Nikmengjaj; Zenger (76. Binaku), Rapelli.

Bemerkungen: Wangen ohne Hajdari, Guzimovic, Halimi, Zimmerli, Churlinov (alle verletzt), Kokanovic (gesperrt). Schötz ohne Alija, Lustenberger, Rexhepi, Frey und Huwiler (alle als abwesend gemeldet). Keine einzige Verwarnung! Cornerverhältnis 5:8. Gedenkminute vor dem Spiel für das verstorbene Ehrenmitglied Peter Leimgruber.

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