Schweizer Cup
Mit 9:1-Sieg gegen Burgdorf in den Cup-Achtelfinal: Wird der EHC Olten zu einem Powerplay-Monster?

Bei der finalen Hauptprobe zwei Tage vor Meisterschaftsstart gibt sich der EHC Olten im Cup gegen Burgdorf keine Blösse: Die Oltner gewinnen gegen den Erstligisten 9:1. Was auffällt: Das Powerplay scheint bereits jetzt zu einer Waffe zu reifen.

Silvan Hartmann
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Den ersten Härtest mit Bravour bestanden: Der EHC Olten gewinnt auswärts mit 9:1 gegen den EHC Burgdorf.
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Dürfte vor allem mit dem Powerplay seiner Mannschaft äusserst zufrieden sein: Trainer Fredrik Söderström und Assistenztrainer Dennis Hall.
War nicht zu beneiden: Burgdorfs Torhüter Christian Trüssel
Alban Rexha (l.) will sich den Puck vor Thierry Brunner schnappen - der Zweikampf lohnt sich: Olten kann kurz vor Schluss innerhalb von fünf Minuten drei Treffer verbuchen.
Im dritten und letzten Drittel geht es so rasant vorwärts wie zuvor. Lüthi legt die Scheibe nach aussen auf Lukas Haas. Dieser trifft zum 5:1.
Der EHC Burgdorf versucht mitzuhalten, kommt dabei aber nur ins Stolpern - Youngster Keijo Weibel (r.) lässt sich nicht durch Robin Weber aufhalten.
Nach einem Powerplay des Heimteams steht es kurzzeitig 1:3, doch das lässt der EHCO nicht so stehen: Fogstad Vold erzielt in der 29. Spielminute per Slapshot seinen zweiten Treffer des Abends. Am Schluss macht er seinen Hattrick komplett
Das zweite Drittel startet ebenso rasant, Schwarzenbach wird schön freigespielt und vorstreckt alleine vor dem Tor eiskalt. Trainer Fredrik Söderström darf zufrieden sein.
Der Treffer zum 3:0: Gekonnt umkurvt Diego Schwarzenbach (l.) den gegnerischen Torhüter Silvan Delb. Dieser muss bereits zum dritten Mal in Folge hinter sich greifen.
Der Torgarant wird bedrängt: Garry Nunn (l.) entkommt seinem Verfolger Takashi Sulzberger nur knapp.
Nur wenige Minuten nach dem ersten Treffer fällt das Tor zum 2:0. Esbjörn Fogstad Vold netzt nach der Vorarbeit von Sartori sauber ein.
Cup: EHC Burgdorf - EHC Olten (11.09.2019)
Nach fünf Minuten fällt der erste Treffer: Garry Nunn, einer der beiden neuen Ausländer, trifft nach einer feinen Eigenleistung zum 1:0.
Der neue Trainer Fredrik Söderström und seine Spieler im Training.

Den ersten Härtest mit Bravour bestanden: Der EHC Olten gewinnt auswärts mit 9:1 gegen den EHC Burgdorf.

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Von einer optimalen Vorbereitung in der Woche des Cupspiels und des Meisterschafts-Auftakts kann in den Reihen des EHC Olten nicht die Rede sein: Nach dem unlängst ausgefallenen Anthony Rouiller muss auch Stürmer Stan Horansky länger pausieren. Seine Verletzung aus der Vorwoche des Ajoie-Tests stellte sich als Muskelteilabriss heraus, was eine Auszeit von rund sechs Wochen mit sich zieht. Und hinzu kam, dass Lukas Haas und Jewgeni Schirjajew wegen Todesfällen in der Familie nicht alle Eistrainings absolvieren konnten, waren aber für das Spiel trotzdem einsatzbereit. Schirjajew flog kurzerhand nach Kiew, um der Beerdigung beizuwohnen.

Der EHC Olten liess sich angesichts dieser Umstände nichts anmerken und löste die Pflichtaufgabe im Cup-Sechzehntelfinal gegen den Erstligisten Burgdorf mit 9:1 problemlos. EHCO-Trainer Fredrik Söderström war zufrieden: «Wir haben heute viel Gutes getan. Und wir haben das gemacht, was von uns erwartet wurde. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: Es mag auf dem Papier einfach aussehen. Aber wir alle wissen als Profis und Sportkenner, dass es schwierig werden könnte. Also gehen wir auch so ins Spiel», sagte Söderström.

Der EHCO startete fast schon abtastend in die Partie, als würden sie erst mal sehen wollen, was der unbekannte Erstligist auf dem Kasten hätte. Die Powermäuse fanden dann aber immer besser in die Partie und schafften sich ein solides 3:0-Polster.

Bis ins Mitteldrittel, das Burgdorf 1:1 ausgeglichen gestaltete, was Söderström bemängelte: "Wir begannen, schwierige Pässe spielen zu wollen, hatten dadurch viele Fehlpässe und fanden uns schnell wieder in unserem Drittel vor. Das müssen wir in der Meisterschaft abstellen können."

Gegen Burgdorf seien sie nie unter Druck geraten. Es sei deshalb ein Spiel mit dem Puck gewesen, das auch mal Raum bot, etwas auszuprobieren. Und dennoch: Der Schwede vermisste das schnelle Spiel aufs Tor. Sobald Hockeyspieler merken würden, dass man das bessere Team sei, so würden sie die Tendenz an den Tag legen, zu oft die Scheibe einander zuzuspielen. "In der Meisterschaft wird das nicht funktionieren. Wir brauchen den Zug aufs Tor. Wir müssen effektiv sein."

Eine gefährliche Waffe

Effektiv war der EHCO wieder im Schlussdrittel. Als die Erstligisten auf dem Zahnfleisch liefen und die Oltner noch einmal einen Gang höher schalteten, war der Klassenunterschied gut zu erkennen.

Dabei ist vor allem das Powerplay der Oltner herauszustreichen: Drei von vier Möglichkeiten nutzten die Powermäuse resolut aus – und jeweils immer auf besonders ansehnliche Art und Weise.

Insbesondere die Powerplay-Linie um Philipp Rytz, Knelsen, Nunn, Schwarzenbach und Fogstad Vold, der sich persönlich mit einem Hattrick den Abend versüsste, könnte sich in dieser Saison noch zu einer gefährlichen Waffe entwickeln.

Ob der EHCO endlich zu einem grossen Powerplay-Monster heranwächst? Söderström hält den Puck flach: «Es hat mir gefallen und einige haben sehr viel Talent in den Special Teams. Wir werden es sehen», sagt er schmunzelnd. Klar ist, dass Söderström, sofern die Verletzungshexe nicht wieder zuschlagen sollte, mit der Cup-Aufstellung auch am Freitag auswärts in Winterthur in die Meisterschaft starten möchte.

Auf wen der EHC Olten im Cup-Achtelfinal trifft, erfährt man am Donnerstag über die Mittagszeit. Um 12.30 Uhr (live, Teleclub zoom) geht die Auslosung über die Bühne.

Burgdorf - Olten 1:9 (0:2, 1:1, 0:6)

Localnet Arena, Burgdorf. – 726 Zuschauer. – SR Boujon/ Fausel, Duarte/Gurtner. – Tore: 5. Nunn (Knelsen, Schwarzenbach) 0:1. 19. Fogstad Vold (Sartori) 0:2. 21. Schwarzenbach (P.Rytz, Nunn) 0:3. 24. Sommer (Moser, Züttel; Aus. Nunn) 1:3. 29. Fogstad Vold (Schirjajew) 1:4. 42. Haas (Lüthi, Elsener; Aus. Schneider) 1:5. 51. Schirjajew (Lüthi, Haas; Aus. Sulzberger) 1:6. 54. Fogstad Vold (Knelsen, P. Rytz; Aus. Züttel) 1:7. 56. Heughebaert 1:8. 60 (59:21) Knelsen 1:9. – Strafen: 4-mal 2 Min. gegen Burgdorf, 3-mal 2 Min. gegen Olten.

Burgdorf: S. Delb (53. Trüssel); Brotschi, Kühni; L. Delb, Sulzberger; Schneider, Mühlemann; Bernhard; Moser, Mächler, Sommer; Sa. Tanner, T. Brunner, Moser; Züttel, Weber, Lüdi; Hirsbrunner, A. Brunner, Manco; Si. Tanner.

Olten: S. Rytz; P. Rytz, Eigenmann; Sartori, Maurer; Elsener, Lüthi; Heughebaert; Schwarzenbach, Knelsen, Nunn; Weder, Schirjajew, Fogstad Vold; Haas, Rexha, Truttmann; Weibel, Rudolf, Salzgeber.

Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Horansky, Lanz, Wyss (alle verletzt), Weisskopf (offene Vertragsverhandlungen).

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