Schwimmen
Mit 38 Jahren will Tanja Züger nochmals durchstarten

Für Tanja Züger aus Lohn ist es eine fast vergessene Liebe. Nach 17 Jahren Unterbruch hat die 38-Jährige aber zum Schwimmen zurückgefunden und setzt sich wieder hohe Ziele.

Jonas Burch
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Zurück im Element: Tanja Züger hat nach ihrem Comeback gleich drei Altersklassen-Rekorde an der Master-SM geholt.

Zurück im Element: Tanja Züger hat nach ihrem Comeback gleich drei Altersklassen-Rekorde an der Master-SM geholt.

Laszlo Nemeth/ZVG

Tanja Züger schmunzelt, wenn sie an einen ihrer letzten Wettkämpfe in Biel zurückdenkt. «Ein Mädchen fragte mich: ‹Grüezi, sind Sie schnell?› Die dachte wohl, was macht dieses Grosi hier.» Über ihr Alter macht Züger keinen Hehl. Im Gegenteil. Mit ihren 38 Jahren fühlt sich die Lohnerin fitter denn je. Anfang November hat sie an der Master-SM in der Kategorie 35–39 Jahre gleich drei Schweizer-Rekorde im Crawl aufgestellt. An der Kurzbahn-SM schwamm sie die 100 Meter in ihrer Paradedisziplin mit 59,77 Sekunden unter der magischen 1-Minuten-Grenze. Am Ende reichte es auf den 13. Schlussrang.

Ohne Frage, die Liebe ist wieder zurück. Nach 17 Jahren Unterbruch. Damals hatte die Solothurnerin mit 18 Jahren den Schwimmanzug an den Nagel gehängt. «Ich musste mich entscheiden zwischen Sport und Job», erinnert sie sich. Danach geriet die Passion fürs Schwimmen immer mehr in den Hintergrund, bis sie schon fast erloschen schien. Vor zwei Jahren war es dann ein Arbeitskollege, der Züger für die Schwimmstrecke an einem Firmen-Triathlon begeisterte. «Und dann kam ich wieder regelmässig mit Wasser in Kontakt, der Rest ist Geschichte», lächelt sie.

Planungen bis 2014

Mittlerweile ist Züger wieder voll in ihrem Element. Die jahrzehntelange Pause merkt man der Schwimmerin vom SC Eichholz Gerlafingen kaum an. «Sie war überraschend schnell wieder auf einem beeindruckenden Level», freut sich Ex-Trainerin Ildiko Cameron und fügt an: «Ihr Ehrgeiz ist vorbildlich. Man spürt, dass Tanja nochmals voll angreifen will.» Trainiert wird beinahe täglich, eineinhalb Stunden. Dafür muss Züger auch Abstriche im Privatleben in Kauf nehmen. «Mein Mann hat Verständnis, wenn ich unter der Woche öfter mal später nach Hause komme», sagt sie.

Und das dürfte vorerst auch so bleiben. Denn Züger setzt sich hohe Ziele. Nach dem erfolgreichen Abschneiden in Savosa an der Kurzbahn-SM sind im kommenden Jahr zwei Highlights fett in der Agenda markiert. Die Langbahn-SM im März und die Sommer-SM im Juli sollen als Einstimmung auf die Masters-EM in Eindhoven im September dienen. Dort wird sich Züger mit ihren «Altersgenossinnen» – die zwischen 35 und 39 Jahre alt sind – messen. «Mein Ziel wird es sein, eine gute Zeit zu schwimmen. Wer weiss, auf welchen Rang es letztlich reichen wird.»

Bis 2014 nimmt sich Züger Zeit. Zeit, um sich an Wettkämpfen zu messen, an die eigenen Grenzen zu gehen und der Leidenschaft alles unterzuordnen. Das Feuer brennt, so wie früher einst. «Auch die Nervosität vor den Wettkämpfen ist noch genau so gross wie damals.»